Zapfenstreich für Ex-Ministerin: Christine Lambrecht verabschiedet
Im Januar war Lambrecht als Bundesverteidigungsministerin zurückgetreten. Nun hat die Bundeswehr sie mit einem Großen Zapfenstreich geehrt.
afp/dpa | Mit einem Großen Zapfenstreich hat die Bundeswehr am Dienstag Christine Lambrecht aus dem Amt als Verteidigungsministerin verabschiedet. Ihr Nachfolger Boris Pistorius (SPD) hatte zu dem höchsten militärischen Zeremoniell der deutschen Streitkräfte auf dem Gelände des Ministeriums in Berlin eingeladen, wo dazu nach Sonnenuntergang Soldaten mit Fackeln aufmarschierten.
Das rund einstündige Zeremoniell ist die höchste Form militärischer Ehrbezeugung deutscher Soldatinnen und Soldaten und darf nur zu ganz besonderen Anlässen aufgeführt werden – etwa, um ehemalige Verteidigungsministerinnen und -minister zu verabschieden.
Lambrecht hatte Mitte Januar nach nur gut 13 Monaten im Amt ihren Rücktritt erklärt. Vorausgegangen waren massive Kritik an ihrer Amtsführung und ein rapider Ansehensverlust in der Öffentlichkeit. Zuletzt hatte eine als verunglückt kritisierte Videobotschaft der Ministerin zum Jahreswechsel für Entrüstung gesorgt.
Bestandteil des großen Zapfenstreichs ist die so genannte Serenade – also eine Musikdarbietung, für welche die oder der Geehrte selbst Musikstücke auswählen darf. Nach Informationen des Portals „The Pioneer“ wünschte sich Lambrecht den Schlager „Niemals geht man so ganz“ von Trude Herr und Jürgen Fritz sowie zwei Militärmärsche hessischen Ursprungs.
Lambrecht ist erst die vierte Frau, die von der Bundeswehr mit einem Großen Zapfenstreich geehrt wird. Vor ihr wurde diese Ehre den Verteidigungsministerinnen Ursula von der Leyen und Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel zuteil.
Kritiker des Großen Zapfenstreichs sehen das militärische Zeremoniell in der unmittelbaren Tradition von preußischen Paraden und Hitlers Fackelzügen und sprechen von einem Symbol des preußischen und deutschen Militarismus.
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