Wegen mangelnder Impfgerechtigkeit: Klimagipfel ohne Greta Thunberg?

Die schwedische Klimaaktivistin will der kommenden Konferenz in Glasgow fernbleiben. Sie begründet dies mit mangelnder Impfgerechtigkeit.

Mann mit Maske bekommt Impfspritze mit Astrazeneca

Impfung im Globalen Süden gesichert – für Offizielle: Gouverneur des Bundesstaats Lagos, Nigeria Foto: dpa

BERLIN taz | Die nächste UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow (COP26) könnte ohne die berühmteste Figur der globalen Klimaszene stattfinden: Die 18-jährige schwedische Aktivistin Greta Thunberg hat angekündigt, sie werde dem Gipfel im November fernbleiben, wenn die Impfungen gegen das Coronavirus bis dahin nicht weltweit verbreitet seien.

„Ich glaube nicht, dass ich zur COP fahren werde“, sagte Thunberg gegenüber der britischen BBC. Auf Twitter erklärte sie ihre Überlegung vor allem mit den ungleichen Chancen auf eine Impfung im Globalen Norden und im Rest der Welt: „Wenn die Menschen nicht geimpft werden und dann reisen können, um gleich repräsentiert zu werden, dann ist das undemokratisch und verschlimmert das Problem. Ungleichheit und Klima-Ungerechtigkeit ist schon jetzt der Kern der Klimakrise.“ Sie würde gern an dem Treffen teilnehmen, aber „nicht, wenn nicht jeder nach den gleichen Maßstäben teilnehmen kann“.

Selbst wenn die Konferenz erneut verschoben würde, heiße das allerdings nicht, „dass wir das dringend nötige Handeln verschieben. Wir müssen nicht auf Konferenzen oder auf irgendjemanden oder irgendwas warten, um damit zu beginnen, die Emissionen dramatisch zu senken“, schrieb Thunberg.

Ihre Ankündigung setzt die Organisatoren der COP26 unter Druck. Die Konferenz war bereits 2020 aufgrund der Coronalage verschoben worden. Nun soll sie in den ersten zwei Novemberwochen 2021 stattfinden. Allerdings halten sich Gerüchte um eine weitere Vertagung. Offiziell hält London an dem Termin fest.

Insider gehen davon aus, dass zumindest für die Delegationen der UN-Staaten auch aus dem Globalen Süden genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird, um die Teilnahme zu ermöglichen. Für Umwelt- und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­t*in­nen könnte das aber anders aussehen. Sie haben schon öfter beklagt, dass sie bei den COP etwa über Visa-Beschränkungen möglichst leise und kleingehalten werden, um die Po­li­ti­ke­r*in­nen nicht zu stören.

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