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Vorwurf der häuslichen GewaltStaatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen Christian Ulmen

Im März hat Collien Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen ihn.

Rund zwei Monate ist es her, dass der Fall von Collien Fernandes eine bundesweite Debatte zu sexualisierter digitaler Gewalt auslöste. Die Schauspielerin erhob damals Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich. Dieser soll jahrelang digitale sexualisierte Gewalt gegen sie ausgeübt haben. Jetzt ermittelt erstmals eine deutsche Behörde gegen Ulmen.

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Christian Ulmen ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts des Vorwurfs von Körperverletzung eingeleitet. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag der taz. Zuvor hatten die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichtet.

Bisher keine Ermittlungen wegen „digitaler Gewalt“

Konkret geht es laut Staatsanwaltschaft um mehrere Fälle der Körperverletzung, die sich in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben sollen. Entsprechende Unterlagen dazu habe Fernandes eingereicht. Die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Potsdam ergebe sich dabei aus dem letzten Wohnort des Tatverdächtigen in Deutschland, so die Sprecherin.

Neben dem Vorwurf der Körperverletzung würde auch der Vorwurf der „digitalen Gewalt“ umfassend geprüft, so die Sprecherin weiter, jedoch gestalte sich diese Prüfung im Vergleich zum Vorwurf der Körperverletzung schwieriger. Zuvor hatte der Fall bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gelegen.

Die Frage, ob für den Vorwurf der digitalen Gewalt auch spezialisierte Ermittlungsbehörden eingeschaltet seien, verneinte die Sprecherin. Die für das Land Brandenburg zuständige Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Straftaten im Netz, die Staatsanwaltschaft Cottbus, habe die Vorwürfe zwar geprüft, jedoch sei bisher alleinig die Staatsanwaltschaft Potsdam für die Ermittlungen verantwortlich.

Gesetzesänderungen in Deutschland geplant

Der Fall Fernandes/Ulmen erlangte im März dieses Jahres Aufmerksamkeit, nachdem die Schauspielerin schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann und Vater ihres Kindes vorbrachte und so eine deutschlandweite Debatte über sexualisierte Gewalt im Netz anstieß.

So soll Ulmen in Fernandes’ Namen Fake-Profile erstellt und darüber sexualisierte Inhalte sowie gefälschte intime Aufnahmen verbreitet haben. Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Nichtsdestotrotz haben die Vorwürfe Fernandes’ bereits jetzt die Debatte über schärfere Strafen und eine konsequentere Verfolgung von Fällen digitaler Gewalt neu befeuert. Im April stellte Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) einen neuen Gesetzesentwurf zum Schutz vor digitalem Hass und sexualisierter digitaler Gewalt vor.

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