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Vorschläge der RentenkommissionMinijobs gehören abgeschafft

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Minijobs sind gut für Ar­beit­neh­me­r:in­nen und notwendig für Unternehmen? Nein. Sie sorgen für Altersarmut und spülen kaum Geld in die Rentenkasse.

D en rund 6,8 Millionen Mi­ni­job­be­r:in­nen in Deutschland geht es jetzt an den Kragen – bis auf ein paar Ausnahmen. Sie alle landen im sozialen Elend, Unternehmen, die mit ihnen arbeiten, geraten an den Rand der Pleite, der ohnehin schon schwächelnde Arbeitsmarkt kollabiert. Und schlecht für die Demokratie ist das auch noch. So in etwa – zugegeben überspitzt formuliert – klingt die Kritik am Vorschlag der Rentenkommission, Minijobs massiv einzuschränken.

Aber Moment! Gehen wir nochmal kurz zurück auf Los: Die Kommission soll Ideen erarbeiten, mit denen das zu erwartende Rentenfiasko abgemildert und mehr Geld in die Rentenkasse gespült werden kann. An dieser Stelle kommen die Minijobs ins Spiel. Die gehören nämlich zu Recht abgeschafft, denn nur etwa 32 Prozent der Millionen Mi­ni­job­be­r:in­nen zahlen in die Rentenkasse ein. Für die Unternehmen sind Minijobs – bei denen die Verdienstgrenze derzeit bei 603 Euro liegt und für die nur geringe Sozialabgaben und Steuern gezahlt werden müssen – also ein gutes Geschäft.

Für die Betroffenen allerdings – unabhängig von ihren aktuellen Notwendigkeiten und Bedürfnissen – sind sie langfristig eine soziale Sackgasse. Sie verdienen zu wenig, um davon leben zu können, und erst recht zu wenig, um damit eine mehr oder weniger einträgliche Rente zu haben. Minijobs bedeuten Altersarmut. Punkt. Auch die Rentenkasse profitiert davon nur minimal – weil Mi­ni­job­be­r:in­nen eben viel zu wenig einzahlen. Minijobs suggerieren also nur, dass es sich hierbei um ein gutes Angebot handelt, in Wirklichkeit sind sie das Gegenteil davon: prekäre Arbeitsverhältnisse.

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Sie manifestieren zudem eine viel – und zu Recht – beklagte Ungerechtigkeit, die endlich abgeschafft gehört: Es sind vielfach Frauen, die in Minijobs arbeiten und damit nicht nur ihre Rente aufs Spiel setzen, sondern auch ihre Unabhängigkeit – ob vom Partner oder vom Staat. Wenn Minijobs für die Unternehmen angeblich so wichtig sind, warum können sie dann nicht einfach in reguläre Stellen umgewandelt werden?

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Simone Schmollack

Simone Schmollack Ressortleiterin Meinung

Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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