Verfassungsschützer über Corona-Leugner: „Geschichts­vergessen und dumm“

Brandenburgs Verfassungsschutzchef Jörg Müller hält die Proteste der Corona-Relativierer für „gefährlich“. Auch die AfD klinke sich ein.

ein AFD Anhänger und der Videoblogger und Rechtsextremist Nikolai Nerling

Der Rechtsextremist und Videoblogger Nikolai Nerling interviewt in Stuttgart einen AfD-Anhänger Foto: Björn Kietzmann

taz: Herr Müller, derzeit gibt es bundesweit Demos gegen die Corona-Einschränkungen. Da ist mancherorts von Diktatur und Lügen die Rede, man hört Verschwörungsnarrative – auch in Brandenburg. Ist das ein Thema für den Verfassungsschutz?

Jörg Müller: Natürlich schauen wir darauf, wie Extremisten mit der Coronakrise umgehen. Die NPD und der III. Weg haben das sehr früh als Thema für sich entdeckt, mit Verschwörungstheorien verknüpft und eine Einschränkungsdebatte geführt. Und nun kommen diese Kundgebungen dazu. Wir sehen dort eine gefährliche Mischung: Verschwörungstheoretiker, Extremisten, Reichsbürger, Prepper, aber auch normale Bürger – das ist schwer zu bestimmen.

Was macht die Kundgebungen so gefährlich?

Bei uns in Cottbus hatten wir eine Kundgebung, organisiert vom islamfeindlichen Verein „Zukunft Heimat“, da nahm ein Redner schon in den ersten Minuten das Wort Ermächtigungsgesetz in den Mund. Das ist geschichtsvergessen, dumm und eine Grenzüberschreitung.

Die Ermächtigungsgesetze haben die Demokratie in Weimar abgeschafft, sie haben zum Holocaust und zum Weltkrieg geführt. Die Coronaverordnungen dagegen haben das klare Ziel, Gesundheit zu schützen. Gleichzeitig nennt sich die Cottbuser Kundgebung Covid-1984 – als ob wir uns in einem orwellschen Überwachungssystem befänden. Da sieht man, wohin die Tendenz geht.

Droht eine Radikalisierung des Protests?

Viel hängt davon ab, wie sich die Lage weiter entwickelt. Viele in der Bevölkerung haben die Nase voll davon, zu Hause zu sitzen. Umfragen aber sagen, dass es weiter großes Vertrauen in die Regierung gibt. Und es finden ja nun Lockerungen statt. Deshalb sehe ich nicht, dass Massen auf die Straße kommen oder gar ein zweites Pegida entsteht.

Auch nicht bei Ihnen in Cottbus, wo Rechtsextreme zuletzt eine zweite Pegida-Hochburg aufbauen wollten?

Die Proteste in Cottbus waren fast abgestorben. Mit der Coronakrise wittern die Organisatoren nun eine neue Chance. Und tatsächlich könnte es wieder Zulauf geben. In Cottbus arbeiten ja Extremisten und andere seit Langem eng zusammen: Pegida, die Identitären, die AfD, das Institut für Staatspolitik, Zukunft Heimat, Ein Prozent – ein toxisches Gebilde.

Zuletzt klinkten sich auch AfD-Politiker in die Coronakundgebungen ein. Welche Rolle spielt die Partei?

Tatsächlich wirbt die AfD nun mancherorts für die Kundgebungen. Und in Cottbus ist der Organisator, Christoph Berndt von „Zukunft Heimat“, auch Landtagsabgeordneter der AfD. Eine bundesweite Strategie kann ich aber noch nicht erkennen. Die AfD hat ja bis heute keine klare Position zur Pandemie: Manche sagen, das Virus ist ernst zu nehmen, andere halten es für eine erfundene oder zumindest stark übertriebene Geschichte, die angeblich vom Staat jetzt für Repressionen missbraucht wird. In Brandenburg folgt die Partei wie immer ihrem Vorsitzenden Andreas Kalbitz, der die letzte Erzählung bedient.

Jörg Müller, 46, ist parteiloser Verwaltungswirt und leitet seit Februar den Brandenburger Verfassungsschutz. Zuvor arbeitete er im Leitungsbereich des dortigen Innenministeriums.

Die AfD war zuletzt vor allem mit sich selbst beschäftigt: Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte den „Flügel“ als klar rechtsextrem ein, der sich darauf Ende April formal auflöste. Parteichef Jörg Meuthen trat eine Spaltungsdebatte los. Wo steht die AfD heute?

Etwas Unruhe ist noch da. Im Grunde aber hat sich nicht viel geändert. Die Auflösung des „Flügels“ ist eine Scheinauflösung, seine Protagonisten sind ja alle weiter in der Partei und sehr dominant. Das ist wie Aspirin: Erst lag die Tablette neben dem Glas, jetzt löst sie sich im Glas auf. Und der Wirkstoff wirkt natürlich weiter. Die völkisch-nationalistische Einstellung von Björn Höcke und den anderen ist ja nicht verschwunden. Und eine Gegenwehr einer demokratischen Mitte der AfD ist nicht ersichtlich.

Organisieren sich die „Flügel“-Leute bereits neu?

Ich bin mir sicher, dass wir bald etwas sehen werden, was diese Gruppierung auffängt. Da steht dann vielleicht Nationalkonservative Haltungsgemeinschaft drüber. Eine gewisse Zeit werden sie die Füße stillhalten, aber dann wird es Ersatzveranstaltungen geben, auch für das Kyffhäusertreffen. Und Höcke hat schließlich klar gesagt, der „Flügel“ wird aufgelöst, weil er sein Ziel erreicht habe. Distanziert vom völkischen Gedankengut hat er sich nicht und auch sonst keiner der Protagonisten.

Sie haben es in Brandenburg mit Andreas Kalbitz mit dem zweiten zentralen „Flügel“-Anführer neben Höcke zu tun. Wie agiert Kalbitz jetzt?

Auch Kalbitz hat sich keineswegs vom „Flügel“ distanziert, im Gegenteil. Er ist ein Rechtsextremist und setzt seinen Kurs fort. Sein Brandenburger Landesverband ist durch und durch verflügelt und weist deutliche extremistische Bezüge auf, hier gibt es keine relevante Gegenströmung.

Aber Kalbitz steht nun, für mich etwas überraschend, durch den Bundesvorstand unter Druck: Mit dem Beschluss, seine Mitgliedschaften bei diversen rechtsextremen Organisationen zu erklären, darunter die HDJ, die Heimattreue Deutsche Jugend, die in ihren Zeltlagern eine neue nationalsozialistische Elite heranziehen wollte.

Ihr Verfassungsschutz wirft Kalbitz eine „über Jahrzehnte andauernde Verwurzelung im organisierten Rechtsextremismus“ vor. Wird er sich da rausreden können?

Bisher hat er es zumindest immer versucht. In Westverbänden wäre er vermutlich längst ausgeschlossen worden, aber in Brandenburg sitzt er fest im Sattel. Nun aber wird es für ihn schwierig. Denn das Bundesamt für Verfassungsschutz hat Belege für die Mitgliedschaften, etwa einen HDJ-Mit­glieds­eintrag einer „Familie Andreas Kalbitz“ von 2007 mit der Nummer 01330. Da wird es die entscheidende Messlatte sein, wie der AfD-Bundesvorstand mit Kalbitz umgeht.

Müsste bei alldem Ihr Brandenburger Verfassungsschutz nicht nur den „Flügel“, sondern auch den ganzen AfD-Landesverband als rechtsextrem einstufen?

Die Beobachtung einer Partei ist in der Demokratie an exakte rechtsstaatliche Voraussetzungen gebunden und ein schwerer Eingriff. Wenn man eine solche Einstufung vornimmt, muss alles sattelfest sein. Aber wenn sich die Verflügelung weiter festigt, wird sich diese Frage immer mehr aufdrängen.

Thüringen hat bereits reagiert und Höckes AfD-Landesverband als rechtsextremen Verdachtsfall eingestuft. Das können Sie nicht?

Natürlich können wir das, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. In jedem Land liegen die Dinge halt etwas anders. Bis zu einer Beobachtung sind hohe Hürden zu nehmen. Und kein Verfassungsschützer verliert gerne vor Gericht. Daher ist der Ablauf sehr komplex. Eines ist aber klar: Wenn eine Bestrebung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung arbeitet, dann wird sie unser Beobachtungsobjekt. Daran führt kein Weg vorbei. Wir werden sehen, wie sich die Dinge bei der AfD in Brandenburg entwickeln.

Wenn die „Flügel“-Anhänger in der AfD so dominant bleiben, muss der Verfassungsschutz dann nicht irgendwann auch die Gesamtpartei beobachten?

Natürlich stellt sich diese Frage, wenn die Dominanz des bisherigen „Flügels“ anhält und wenn nach und nach Landesverbände zu Beobachtungsobjekten erklärt würden. Diese Entscheidung trifft dann das Bundesamt für Verfassungsschutz. Aber solange die AfD noch einen demokratischen Teil hat, und diesen gibt es in den Westverbänden noch, ist diese Schwelle noch nicht überschritten. Sie können aber sicher sein, dass diese Frage bei uns intensiv geprüft wird.

Andererseits: Bringen die Einstufungen überhaupt etwas? Radikalisiert sich die AfD nicht ohnehin immer weiter – und wird von den WählerInnen dennoch gewählt?

Gegenfrage: Glauben Sie, es hätte eine Auflösung des „Flügels“ gegeben ohne die Einstufung?

Vermutlich nicht.

Dann hat die Einstufung genützt. Dass Kalbitz sich nun erklären muss – das hätte es vor einem Vierteljahr noch nicht gegeben. Und wenn nur ein AfD-Abgeordneter jetzt sagt, ich teile diese rechtsextremistischen Auffassungen nicht mehr, dann hat es auch genützt. Und die Brandenburger sollten wissen: Wenn sie die AfD wählen, wählen sie eine von Rechtsextremisten geführte Partei.

Zuletzt wurde auch das Compact-Magazin von Jürgen Elsässer eingestuft. Auch das hat seinen Sitz in Brandenburg. Was macht die Zeitschrift so gefährlich?

Die Zeitschrift ist der geistige Lieferant von Brandstoff für die rechtsextremistische Szene und perfektioniert Grenzüberschreitungen. Und sie bietet Extremisten eine Plattform. Wir haben das Compact-Magazin deshalb auch in Brandenburg inzwischen als Verdachtsfall eingestuft.

Und Jürgen Elsässer ist für Sie ein Rechtsextremist?

Elsässer ist für mich ein Rechtsextremist.

Wie genau beobachten Sie Compact jetzt?

Mit dem Verdachtsfall können wir nachrichtendienstliche Mittel einsetzen, auch verdeckte Informationsgebende oder Observationen, das ganze Repertoire – aber nur in engen Grenzen. Aber Herr Elsässer hat ja auch kaum Hemmungen, offen kundzutun, was er denkt.

Sie sind erst seit drei Monaten Brandenburger Verfassungsschutzchef. Ihr Vorgänger galt als eher zögerlich im Umgang mit der AfD…

Ich weiß nicht, ob das so war.

Einige hatten diesen Eindruck. Schlagen Sie nun einen anderen Kurs ein?

Ich habe schon am ersten Tag gesagt, dass ich einen Verfassungsschutz will, der sich um alle Extremismusgebiete kümmert. Die größte Bedrohung ist nach meiner Analyse derzeit der Rechtsextremismus. Wir können einer immer weiteren Entgrenzung nicht einfach so zusehen und müssen ihr deutlich entgegentreten. Meine Sorge ist nicht, dass die Gesellschaft am Rand zerfasert, sondern dass der Extremismus in der Mitte ankommt. Deshalb müssen wir Extremisten und Grenzüberschreitungen klar benennen. Das tue ich bei Herrn Kalbitz und bei anderen auch.

Ergänzt am 13.05.2020 um 11:00 Uhr

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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