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Umweltverbände warnenZu wenig Sauerstoff in der Elbe

Bereits Anfang Juni ist die Sauerstoffkonzentration in der Elbe unter den kritischen Wert gesunken. Umweltverbände schlagen Alarm.

epd | In diesem Jahr haben es Jungfische in der Elbe besonders schwer: Bereits Anfang Juni ist der Sauerstoffgehalt in der Elbe unter den kritischen Wert gesunken.

Laut Bündnis Lebendige Tideelbe ist die Sauerstoffkonzentration unter 3 Milligramm pro Liter (mg/l) gefallen, seit zwei Tagen liegt sie an der Messstation Seemannshöft sogar unter 2 mg/l und damit im akut tödlichen Bereich, wie der Naturschutzbund (Nabu) am Montag mitteilte. Das Sauerstoffloch in der Elbe beginne in diesem Jahr besonders früh.

„Je früher die Werte unter 4 mg/l sinken und je niedriger sie sind, desto größer die Lebensgefahr etwa für Jungfische, die zum aktuellen Zeitpunkt noch in der Entwicklung sind“, warnt das Bündnis aus BUND, Nabu und WWF.

Bei solch niedrigen Werten würden Tausende Fische in der Tideelbe verenden, die meisten unsichtbar unter der trüben Wasseroberfläche, hieß es. Auch erwachsene Tiere seien betroffen, so habe der Anglerverband Hamburg zwei Störe, zahlreiche vom Aussterben bedrohte Blankaale und einzelne Brassen als Totfunde gemeldet. „Der Hamburger Hafen wird jedes Jahr zu einer Todeszone für Gewässerorganismen“, erklärte das Bündnis.

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Ursache Elbvertiefung

Im vergangenen Jahr habe an über 80 Tagen die Sauerstoffkonzentration unterhalb des kritischen Werts von 4 mg/l gelegen, 2024 waren es über 90 Tage, davon 26 Tage bei akut tödlichen Werten unterhalb von 2 mg/l. Die Hauptursache für das jährliche Sauerstofftal liege in der Elbvertiefung für den Hafen. „Die zusätzliche Tiefe in der Fahrrinne der Elbe wird kaum genutzt, dafür zahlt die Natur einen hohen Preis“, erklärte das Bündnis. Es fordert die Rücknahme der letzten Elbvertiefung.

Mit Blick auf die prognostizierten klimatischen Veränderungen sei eine grundsätzliche Verbesserung nicht in Sicht. „Seit Jahren lässt derweil die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen auf sich warten“, kritisieren die Umweltverbände. Sie fordern Maßnahmen wie die Schaffung von Flachwasserzonen. Diese könnten Ausweichbereiche für Fische sein, in denen sie den niedrigen Sauerstoffwerten im Hauptstrom entgehen können.

Der Sauerstoffgehalt wird in Milligramm pro Liter (mg/l) gemessen. Über 6 mg/l gelten oft als gute Bedingungen für die meisten Fische. Unter dem kritischen Wert von 4 mg/l werde von einem Sauerstofftal gesprochen, Fische würden unter Stress leiden, Wachstum, Fortpflanzung und Aktivität könnten beeinträchtigt werden. Unter 3 mg/l könne es zu Fischsterben kommen. 2 mg/l stelle einen kritischen Schwellenwert dar, da unterhalb akut tödliche Bedingungen vorherrschen würden. Viele Fische könnten dann nicht mehr ausreichend Sauerstoff aufnehmen, was zu Fischsterben führen kann.

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