Umfrage der BBC: „Fritz“ weltweit beliebt
Deutschland ist das beliebteste Land der Welt. Das ergab eine BBC-Umfrage in 25 Ländern. In Griechenland sieht die Mehrheit Deutschland jedoch negativ.
LONDON afp | Deutschland ist laut einer Umfrage der britischen Rundfunkgesellschaft BBC das beliebteste Land der Welt. 59 Prozent der mehr als 26.000 Befragten in 25 Ländern bewerteten den Einfluss Deutschlands in der Welt in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage als insgesamt positiv. Ähnlich gut schnitten Kanada und Großbritannien mit jeweils 55 Prozent ab. Japan büßte den zuvor gehaltenen ersten Platz ein.
Schwergewichte wie die USA (45 Prozent), China (42 Prozent), Indien (34 Prozent) und Russland (30 Prozent) rangieren in der BBC-Skala im Mittelfeld, Schlusslichter sind Israel (21 Prozent), Nordkorea (19 Prozent), Pakistan und der Iran (jeweils 15 Prozent). Bei diesen vier Staaten vertrat eine Mehrheit der Befragten ausdrücklich die Ansicht, ihr Einfluss in der Welt sei insgesamt negativ.
Der Wert für Deutschland fiel drei Prozentpunkte besser aus als im Vorjahr. Die Beliebtheit Deutschlands war in allen Ländern insgesamt hoch - außer in Pakistan (29 Prozent), Indien (27 Prozent) und Griechenland (25 Prozent). Einzig im hoch verschuldeten Griechenland äußerte die Mehrheit der Befragten (52 Prozent) die Ansicht, der Einfluss Deutschlands sei insgesamt negativ. Viele Griechen machen Deutschland für den Sparzwang verantwortlich, unter dem das Land leidet.
Hohe Beliebtheitswerte erzielte Deutschland bei den großen Nachbarn Frankreich mit 81 Prozent und Polen mit 67 Prozent, aber auch in Großbritannien, wo der Wert um acht Prozentpunkte auf 78 Prozent kletterte.
Deutsche bewerten EU schlechter
Befragt wurden die Teilnehmer auch nach dem Einfluss der Europäischen Union. Diese kam auf einen positiven Durchschnittswert von 49 Prozent (bei 24 Prozent negativer Bewertung). Besonders schlecht angesehen ist die EU in Griechenland (35 Prozent), aber auch in Großbritannien (42 Prozent positive und 47 Prozent negative Bewertung).
In Deutschland nahm die positive Bewertung der EU stark ab - von 73 Prozent im Vorjahr fiel sie auf nur noch 59 Prozent. Die Umfrage wurde zwischen Dezember 2012 und April 2013 veranstaltet, in Deutschland von Ri*Questa und per Telefon, in vielen anderen Staaten in direkten Gesprächen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert