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Der Unity Hub ist eine zentrale Anlaufstelle in Berlin für Ukrainerinnen und Ukrainer, die nach Deutschland geflohen sind Foto: Jens Gyarmaty

Ukraine-Flüchtlinge in DeutschlandWillkommen auf Zeit

Im Berliner Unity Hub bekommen ukrainische Kriegsgeflüchtete Hilfe im Alltag. Die Bundesregierung finanziert das Projekt auch mit Blick auf ihre Rückkehr.

E in Wartezimmer ist ein Wartezimmer. Dieses hier liegt in frisch renovierten Räumen mit hohen Decken, auf dem Teppichboden ist Kinderspielzeug verstreut. Es könnte genauso gut zu einer großen Zahnarztpraxis gehören. Erst auf den zweiten Blick fällt auf: Die Plüschtiere auf der Fensterbank tragen kugelsichere Westen.

Die Menschen, die hier warten, kommen nicht wegen eines Arzttermins. Sie sitzen im Unity Hub, das Mitte April in Berlin-Mitte eröffnet wurde. Die Einrichtung ist ein ukrainisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt: Die Regierung in Kyjiw sorgt für den Betrieb, die Bundesregierung zahlt die Miete, rund 4 Millionen Euro im Jahr. Laut dem ukrainischen Ministerium für Soziales, Familie und ukrainische Einigkeit soll der Hub eine Anlaufstelle sowohl für Ukrai­ne­r*in­nen sein, die überlegen, in ihr Herkunftsland zurückzukehren, als auch für die, die in Deutschland bleiben wollen. Letzteren soll die Einrichtung auch helfen, ihre „ukrainische Identität“ im Ausland zu bewahren. Ähnliche Zentren gibt es inzwischen auch in anderen europäischen Ländern.

Es sind Leute wie Romana und ihre 85-jährige Mutter Paraska, die hierherkommen. Die beiden stammen aus Tscherniwzi, doch Romana lebt bereits seit über 20 Jahren in Deutschland. Sie erzählt: Als 2022 die groß angelegte Invasion Russlands begann, habe sie gerade ihre Mutter besucht, da sich deren Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Paraska hat Pflegegrad drei und kann sich nur schwer selbstständig fortbewegen. Dennoch beschlossen die beiden zu fliehen. Als sie im Verkehrschaos der Tausenden Flüchtenden stecken blieben, habe sie ihre Mutter im Rollstuhl 17 Kilometer durch den Schnee bis über die Grenze nach Rumänien geschoben.„Es gab keine andere Möglichkeit.“

Paraska hört schweigend zu und senkt den Blick. Die Frauen sind zum Hub gekommen – es ist einer der seltenen Tage, an denen Paraska die Wohnung verlässt –, um bei der Vertretung der ukrainischen Rentenkasse Unterlagen zu beantragen, die anschließend dem Sozialamt vorgelegt werden sollen.

Ukrainische Rentner, die in Deutschland Sozialhilfe beziehen, müssen regelmäßig Bescheinigungen über die Höhe ihrer ukrainischen Rente bei der deutschen Behörde einreichen. So kann die deutsche Sozialhilfe die Rente entsprechend kürzen und den ukrainischen Rentnern nur die Differenz auszahlen. „Vor der Eröffnung des Hubs war es sehr schwierig, solche Bescheinigungen vom ukrainischen Rentenfonds zu erhalten“, berichtet Romana. Die wohl einzige Möglichkeit, diese zu erhalten, bestand darin, sich persönlich an eine der Zweigstellen des Rentenfonds in der Ukraine zu wenden. Aus ihrem ehrenamtlichen Engagement als Dolmetscherin für Ukrai­ne­r*in­nen und ihrer Arbeit mit Pflegebedürftigen wisse sie, wie wichtig eine zentrale Anlaufstelle sei, sagt Romana.

Integrationskurse für ukrainische Geflüchtete

Geplante Kürzungen

Das Bundesinnenministerium kündigte im Februar überraschend an, die Förderung für Integrationskurse massiv zusammenzukürzen. Nur noch anerkannte Asylbewerber sollten die Teilnahme bezahlt bekommen. De facto wären damit alle Asyl­be­wer­be­r*in­nen im laufenden Verfahren, ukrainische Geflüchtete und eingewanderte EU-Ausländer ausgeschlossen gewesen.

Große Kritik

Studien zeigen immer wieder, wie wichtig Deutschkenntnisse sind, um sich in der Gesellschaft einzuleben und einen Job zu finden. Entsprechend groß war die Kritik von Linken, Grünen, SPD sowie auch von Unions-Landes- und Lo­kal­po­li­ti­ke­r*in­nen.

Teilweise Einigung

Im Mai wurde beschlossen, dass die Teilnahme für Ukrai­ne­r*in­nen wieder gefördert werden soll. Allerdings gilt das nur für bestimmte Kontingente, deren Größe vom Bundeshaushalt abhängt und noch ausgehandelt werden muss.

Vom Wartezimmer führt ein langer Flur zu vielen kleinen Büros. Hier sitzen Ver­tre­te­r*in­nen ukrainischer Unternehmensverbände und staatlicher Stellen, bald sollen auch Projekte mit deutschen Jobcentern dazukommen. Manche Türen stehen offen, man sieht Menschen vor Schreibtischen sitzen und sich beraten lassen: dazu, wie sie verlorene Dokumente ersetzen können, wo sie Arbeit finden, falls sie in die Ukraine zurückkehren, oder wie sich Bildungsabschlüsse aus Deutschland und der Ukraine anerkennen lassen. Auch dazu, in welche Regionen der Ukraine sich eine Rückkehr lohnt, weil dort Wohnungen oder Jobs verfügbar sind.

Der Versuch, möglichst viele Ukrai­ne­r*in­nen loszuwerden

Die 17-jährige Schülerin Lisa und ihr 47-jähriger Vater Serhij Foto: Jens Gyarmaty

Das ist die eine Seite des Hubs. Die freundliche und weitgehend unpolitische, bei der es höchstens darum geht, denen zu helfen, die freiwillig in die Ukraine zurückgehen möchten, aber genauso auch denen, die bleiben möchten, womöglich für immer.

Die andere Seite zeigt sich zum Beispiel in einer Pressemeldung des deutschen Bundesinnenministeriums, laut der es beim Hub auch darum gehe, „die Bereitschaft zu einer Rückkehr zu fördern“. Auch mit der direkten Frage konfrontiert, ob das Ministerium den Hub fördere, um Ukrai­ne­r*in­nen zur Rückkehr zu bewegen, antwortet eine Sprecherin ganz offen: „Ja, insbesondere sobald die Lage eine sichere Rückkehr zulässt.“ Das klingt weniger nach Freiwilligkeit und mehr nach aktiver Migrationspolitik. Um nicht zu sagen: dem Versuch, möglichst viele Ukrai­ne­r*in­nen loszuwerden.

Konservative deutsche Politiker haben in den letzten Jahren immer wieder durchblicken lassen, dass sie ukrainische Geflüchtete als Last wahrnehmen. Vor zwei Jahren, als der heutige Bundesinnenminister Alexander Dobrindt noch CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, war, forderte er: „Arbeitsaufnahme in Deutschland oder Rückkehr in sichere Gebiete der Westukraine“. Friedrich Merz hatte 2022, bevor er Kanzler wurde, beklagt, es gebe „Sozialtourismus“ ukrainischer Geflüchteter nach Deutschland.

Die Unions-Größen mögen solch drastische Aussagen zuletzt heruntergefahren haben, doch die Politik, die sie in der Bundesregierung machen, setzt den Kurs fort. Auf Initiative von CDU und CSU beschloss die schwarz-rote Koalition, dass neuankommende Ukrai­ne­r*in­nen behandelt werden wie reguläre Asylbewerber*innen. Statt Bürgergeld sollen sie künftig die rund 100 Euro niedrigeren Bezüge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen.

Auch ihr Zugang zum Gesundheitssystem ist seitdem eingeschränkt. Und im Februar strich das Bundesinnenministerium die Förderung, die es vielen Ukrai­ne­r*in­nen bisher ermöglicht hatte an Integrationskursen teilzunehmen, in denen sie Deutsch lernen können. Erst vor Kurzem stimmte Innenminister Alexander Dobrindt auf Druck aus der SPD zumindest einer teilweisen Rücknahme der Kürzungen zu. Die Kontingente für die Kurse dürften jedoch klein bleiben – und damit vielen Ukrai­ne­r*in­nen der Weg in die deutsche Gesellschaft und den Arbeitsmarkt weiterhin künstlich erschwert sein.

Es entsteht der Eindruck, dass Dobrindt mit dem Hub vor allem die Grundlage für spätere Abschiebungen schaffen will

Filiz Polat, Grünen-Abgeordnete

Die Grünen-Abgeordnete Filiz Polat fürchtet, dass der Hub der nächste Baustein dieses Vorhabens wird. „Die Rückkehr der ukrainischen Mit­bür­ge­r*in­nen sollte nicht erzwungen werden, sondern muss eine freie und selbstbestimmte Entscheidung bleiben“, sagt sie. „Es entsteht der Eindruck, dass Dobrindt mit dem Hub vor allem die Grundlage für spätere Abschiebungen schaffen will.“

In der Praxis – und das ist das Irritierende – ist davon im Hub allerdings wenig zu spüren. Das zeigt sich schon beim Personal. Rund 20 Personen arbeiten bisher dort, viele von ihnen bislang ohne Gehalt. Das soll sich ändern, sobald der nötige Papierkram erledigt ist. Auch Karina, die am Empfang im Foyer steht, bekommt bisher kein Geld für ihre Arbeit. Die 21-Jährige trägt ihre hellen Haare mit Pony und ein T-Shirt mit dem Logo des Hubs. Die vielen bunten Formen auf dem Stoff erinnern an Tetris.

Blick in das Café im Erdgeschoss Foto: Jens Gyarmaty

Seit 2022 ist sie in Deutschland, geflohen vor dem russischen Angriff. „Ich hätte mir sehr gewünscht, dass wir gleich nach unserer Ankunft Menschen an unserer Seite gehabt hätten, die uns erklärt hätten, wie man Dokumente einreicht und Formulare ausfüllt. Ich erinnere mich, wie schwer uns das gefallen ist.“ Damals war Karina in der Abschlussklasse und hätte ihre Prüfungen ablegen müssen. Es gelang ihr jedoch nicht, diesen Prozess aus der Ferne in Deutschland zu organisieren. Sie schloss die Schule daher nicht in der Ukraine, sondern in Deutschland ab. Jetzt im Hub gehe es ihr darum, zu helfen, sagt sie.

„Viele Gespräche sind sehr emotional“

Sie erzählt, dass täglich etwa 45 bis 50 Menschen in den Hub kommen, von denen sich jeder in einem anderen psychischen Zustand befindet. „Viele Gespräche sind sehr emotional, auf den Leuten lastet ein großer Druck.“ Sie versuche im Hub, nicht nur Beratung und Hilfe bei der Erledigung von Formalitäten anzubieten, sondern auch emotional zu unterstützen. Karina berichtet von einer älteren Dame, die einmal zu ihnen gekommen sei: „Sie fragte, ob sie einfach ein wenig bei uns sitzen könne, um die ukrainische Sprache um sich herum zu hören und sich zu entspannen.“ Nach einer kurzen Pause ergänzt sie sich selbst: „Wir hoffen sehr, dass der Hub zu einem Ort wird, an den Ukrainer kommen, um eine Verbindung zu ihrer Heimat zu spüren.“

Man merkt dem Hub an, dass er mehr sein soll, als eine Aneinanderreihung von Beratungsbüros. Im Erdgeschoss gibt es eine kleine Galerie ukrainischer Künstler*innen, impressionistisch anmutende Gemälde hängen an der Wand, ein großer Kronleuchter von der Decke. Aber außer den taz-Journalist*innen ist an diesem Vormittag niemand hier. Auch der lange holzvertäfelte Raum davor ist leer. Vereinzelt stehen Tische und Stühle im Raum, darauf klein die deutsche und ukrainische Flagge. In einem Regal finden sich ukrainische Bücher. Ein Café solle hier entstehen, sagt Karina.

Aber nicht nur die Einrichtung und die Mitarbeitenden wollen nicht recht zu dem Ansinnen passen, das die Bundesregierung mit ihrer Beteiligung an dem Hub verfolgt. Auch die Leute im Wartezimmer haben andere Pläne. Von denen, die an diesem Vormittag im Wartesaal sitzen, will niemand zurückkehren, zumindest nicht bald. Ganz im Gegenteil.

Das deutsch-ukrainische Paar Iryna und Erhard Eichhofer sind heute gekommen, um sich rechtlich beraten zu lassen, wie sie ihre Wohnung in Kyjiw verkaufen können. „Wir wissen, dass wir sie selbst nicht mehr nutzen werden.“ Die Familie hat viele Jahre in der Ukraine gelebt und im Energiesektor gearbeitet, insbesondere in Donezk, Krywyj Rih, Mariupol und anderen Städten im Osten des Landes. Es fällt dem Paar sehr schwer, mitanzusehen, wie das, was sie über Jahre hinweg aufgebaut haben, heute zerstört wird. „Wir würden uns gerne am Wiederaufbau der Ukraine beteiligen. Aber leider haben wir nicht mehr so viel Kraft“, sagt Erhard.

Oder der 47-jährige Serhij und seine 17-jährige Tochter Lisa. Sie sind erst vor zwei Monaten aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, die Familie stammt aus der Stadt Saporischschja, die in den letzten Monaten von der russischen Luftwaffe stark bombardiert worden ist. „Wir haben beschlossen, unsere Heimatstadt zu verlassen, weil der Beschuss unerträglich geworden ist“, sagt das Mädchen mit leiser Stimme auf Ukrainisch. Sie und ihr Vater sind zum ersten Mal in Deutschland, zum ersten Mal überhaupt im Ausland – alles ist neu für sie.

Romana und ihre 85-jährige Mutter Paraska aus Tscherniwzi Foto: Jens Gyarmaty

Derzeit leben die beiden in einem Flüchtlingswohnheim in der Nähe von Berlin. Lisa geht noch nicht zur Schule, das ist einer der Gründe, warum sie heute hier sind. Im Hub erhoffen sie sich Hilfe bei den Formalitäten. Aber nicht nur das: „Papa hofft, dass man ihm hier im Hub auch bei der Arbeitssuche helfen wird.“ In der Ukraine habe er bisher als Kfz-Mechaniker gearbeitet. Und auch dazu, wie sie eine eigene Wohnung finden könnten, möchten sie sich hier beraten lassen. Das Mädchen übersetzt ihre Antworten für ihren Vater in Gebärdensprache. Serhij ist gehörlos und spricht auch nicht, was ihn vom Kriegsdienst befreit und ihm die Ausreise ermöglichte.

Viele andere Ukrainerinnen müssten heute in der Armee dienen, wenn sie nicht in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflohen wären. Zeitweise wurde ihre Zahl hierzulande auf mehrere Hunderttausend geschätzt. Zuletzt kamen durch eine neue Ausnahmeregelung noch mehr Ukrainerinnen zwischen 18 und 22 Jahren nach Deutschland.

Das stört die Union ganz besonders. Schon 2023 hatte der heutige Bundesaußenminister Johann Wadephul über ukrainische Männer in Deutschland gesagt: „Diese Menschen halten sich hier auf, weil dort Krieg geführt wird – und sie müssen einfach einen Beitrag dazu leisten, dass dieser Krieg beendet wird.“

Im Oktober 2025 sagte CDU-Generalsekretär Casten Linnemann: Es braucht ukrainische Soldaten, die ihr Land verteidigen.“ Und weiter: „Deshalb ist es nicht richtig, dass derzeit vor allem viele junge Männer die Ukraine verlassen.“ Im November 2025 schließlich sagte Bundeskanzler Friedrich Merz beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Selenskyj in Berlin: „Ich habe ihn gebeten, dafür zu sorgen, dass diese jungen Männer im Land bleiben, weil sie im Land gebraucht werden und nicht in Deutschland. Wir brauchen jeden, der anpacken kann, mithelfen kann bis hin zum Militärdienst in der Ukraine.“

Es ist wunderbar, dass es für Ukrainer nun einen Ort gibt, an den man sich wenden kann

Mykola, Geflüchteter aus Sewerodonezk

Rund einen Monat nach Merz’ Äußerungen fand die Schlüsselübergabe für das Unity Hub statt. Gibt es da einen Zusammenhang? „Selbstverständlich ist die Rekrutierung im Ausland verboten“, sagt Katja Pavlova, eine Beraterin des ukrainischen Ministeriums für Familie, Soziales und ukrainische Einigkeit und dort auch mit dem Unity Hub betraut. „Es gibt im Hub keine Präsenz der Armee.“ Die Ziele, die die Ukraine mit der Einrichtung verfolge, seien klar: „Beratung zur freiwilligen Rückkehr und Stärkung der ukrainischen Identität.“ Mehr nicht.

Hilfe im Umgang mit der deutschen Bürokratie

Es gibt keinen Grund, an diesen Beteuerungen zu zweifeln. Gleichzeitig stimmt aber auch: Junge Männer, die freiwillig in die Ukraine zurückkehren, müssen damit rechnen, eingezogen zu werden, sobald sie das Land betreten. Dass die Regierung eines Landes im Überlebenskampf daran ein Interesse hat, liegt auf der Hand. An diesem Vormittag wirkt die Debatte darüber im Hub allerdings eher theoretisch. Junge Männer sind hier kaum zu sehen. Der Einzige, der durch die Gänge streift, ist ein Sicherheitsmann.

Die 21-jährige Studentin Karina arbeitet bislang unbezahlt im Berliner Unity Hub Foto: Jens Gyarmaty

Auch das Bild, das die Menschen im Wartezimmer von Deutschland haben, könnte kaum weiter entfernt sein von dem, das Unionspolitiker mit ihren Äußerungen und Beschlüssen zeichnen. Besonders deutlich wird das bei Mykola und Switlana, die auf einem Sofa in der Ecke sitzen und erzählen, wie sie 2022 aus Sewerodonetsk in der Region Luhansk fliehen mussten. Kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland wurde bei Mykola eine schwere Krankheit diagnostiziert. Zweimal musste er in deutschen Krankenhäusern operiert werden.

Er ist überzeugt, dass die deutschen Ärzte ihm das Leben gerettet haben. „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass man mir in einem fremden Land so begegnen würde.“ Kaum hat er dies ausgesprochen, beginnen Tränen aus seinen Augen zu fließen. Hätten sie mich damals nicht gerettet, würden wir jetzt nicht mit Ihnen sprechen.“ Auch seine Frau beginnt zu weinen als er hinzufügt: „Verstehen Sie, für unsere Familie ist diese Dankbarkeit nicht nur eine Höflichkeitsfloskel. Es ist unser gerettetes Leben.“ Er wischt sich schüchtern die Augen ab.

Jetzt erhofft das Paar sich Hilfe im Umgang mit der deutschen Bürokratie. Mit einem Notizblock in der Hand und einem Stapel Briefe warten sie darauf, dass sie an die Reihe kommen. „Es ist wunderbar, dass es für Ukrainer nun einen Ort gibt, wohin man sich wenden kann.“

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