piwik no script img

US-Wahlkampf bei McDonald’s Selbst für Trump plump

Dirk Eckert

Kommentar von

Dirk Eckert

Um gegen Konkurrentin Kamala Harris zu punkten, jobbt Präsidentschaftskandidat Trump PR-trächtig bei McDonald's – und lügt über ihren Studentenjob.

J etzt auch noch McDonald’s. Donald Trump lässt in seinem Wahlkampf aber auch gar nichts aus. Und so stieg der Immobilienmogul herab aus seinem Trump-Tower zum gemeinen Volke und stellte sich persönlich hinter die Fritteuse der bekanntesten Frittenbude der Welt. Nur um seiner Konkurrentin Kamala Harris eins auszuwischen, die eigenen Angaben zufolge als Studentin bei McDonald’s jobbte und damit Donald Trump was voraus hat, was ihr im Rennen um die Präsidentschaft nutzen könnte.

Die abgeschmackte Show in einer Filiale in Pennsylvania, einem der hart umkämpften Swing States, entspricht genau dem rechtspopulistischen Konzept, das Donald Trump so gefährlich macht. Erst zerstört er das Vertrauen in das bestehende System und sät mit Fake News Zweifel an dessen Glaubwürdigkeit. In diesem Fall, indem er völlig ohne jede Beweise behauptet, Harris habe ihren Studijob erfunden. Dann erschafft er eine alternative Realität, in der er selbst der Held ist: Donald bei McDonald’s, mit schönen Bildern für die Presse und garniert mit Das-wollte-ich-schon-immer-mal-machen-Sprüchen. So ist er, der Donald, der Mann aus dem Volke, streut schon mal persönlich das Salz auf die goldgelben Freedom Fries.

Als Sohn eines Multimillionärs sprichwörtlich mit dem goldenen Löffel im Mund geboren, hat Trump natürlich nicht die geringsten Ambitionen, im hohen Alter noch den Burgerbrater zu geben. Oder sich gar um die Lage der Beschäftigten in der Systemgastronomie zu kümmern, um ihre Arbeitsbedingungen, um Arbeitskämpfe und höhere Löhne. Die nette Mitarbeiterin, die Trump bei McDonald’s ihren Job erklärte, hatte jedenfalls Glück, dass Trump sie nicht aus alter Gewohnheit sofort gefeuert hat.

Aber er hat ja auch anderes vor und das Publikum weiß, dass solche Politikerauftritte inszeniert sind. Was zählt, ist der schöne Schein – wieder typisch Trump. Wenn die kleine Showeinlage beim großen Pommesimperium ihren Zweck erfüllt, dann läuft die große Trump-Show die nächsten vier Jahre wieder täglich. Gar nicht lecker.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Dirk Eckert

Dirk Eckert Redakteur

Nachrichtenchef und Chef vom Dienst (CvD) im Regie-Ressort der taz.
Mehr zum Thema

8 Kommentare

 / 
  • Kaboom

    Halbwegs OT, aber trotzdem:



    Trump steht inzwischen derartig neben sich, dass sich Fox-News gezwungen sieht, mehr oder weniger alle Berichte über Trump "zurechtzuschneiden", damit der Mann nicht selbst für die Zielgruppe zu peinlich ist.

    edition.cnn.com/20...terview/index.html

  • R.I.P.

    E. coli schlägt zurück!

  • LeKikerikrit

    Erinnert mich an Herrn Söder am Döner-Spieß.



    Wer lernt da von wem?

  • Nuis R. Vegan

    Und wie ist das abgelaufen?



    Eine Filiale wurde kurzerhand gesperrt, mit MAGA Leuten gefüllt und die Fake-Show konnte beginnen.



    Wirkt fast so, als ob ein Präsident Trump das öffentliche Leben durcheinander brächte und es dann Pommes (aka Essen, Goodies, whatever) nur noch für seine Gefolgsleute gäbe.



    Na dann mal guten Appetit...

  • Perkele

    Wenn es nicht so brandgefährlich wäre, man sollte diesen Gecken einfach nur auslachen. Eine andere Reaktion hat dieser Psycho nicht verdient...

  • Bambus05

    Oh je, nie wieder Pommes.

    Der MAGA-Mob wird jubilieren, warum auch immer. Trump kann öffentlich die Kontrolle über sämtliche Körperfunktionen verlieren (weit entfernt sind seine Reden nicht mehr davon), die völlig verstrahlte Lemmingsmasse wird weiter jubeln. Wirklich gespenstisch.

    • LeKikerikrit

      @Bambus05:

      Sie oben.



      Es gibt Parallelen.

      • Bambus05

        @LeKikerikrit:

        Das gleiche Prinzip, ich verwandle mich gleich in ein Söder-Osterei. :(