Twitter, Bier und Zeitumstellung: Nena macht mütend

Tweets sind käuflich, trotz Corona trinken wir weniger und Nena ist echt gaga. 5 Dinge, die wir diese Woche gelernt haben.

Sänger Nena mit ausgebreiteten Armen auf der bühne

Zeitumstellung bedeutet ein Stunde weniger Schlaf Foto: imago

1 Tweets sind käuflich

Vor 15 Jahren schrieb Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey den allerersten Tweet: „Just setting up my twttr“. Anfang der Woche wurde er für 2,9 Millionen Euro als „Non-Fungible Token“ (NFT – in etwa „nicht austauschbare Wertmarke“) versteigert. NFTs werden für virtuelle Güter verwendet, den Besitzern „gehört“ dann die Originaldatei, die jedoch kopiert und von allen angesehen werden kann. Kompliziert, absurd und echt future. Kürzlich wurde auch ein digitales Kunstwerk von Beeple für 69 Millionen Dollar bei Christie’s versteigert. Ein US-Journalist verkaufte am Donnerstag seine Kolumne für 530.000 Dollar.

2 Niemand trinkt gern allein

Ob NFT-Käufer bei ihren Geboten besoffen waren, ist nicht überliefert. Man nimmt ja gemeinhin an, dass die Pandemie zu mehr Alkoholkonsum geführt hat. Ist aber nicht so. Laut Statistischem Bundesamt hat er 2020 insgesamt abgenommen. Die Deutschen tranken nur noch 86,9 Liter Bier pro Kopf, 5 Liter weniger als 2019. Was normalerweise in Kneipen und Restaurants durch der Gäste Kehlen fließt, lässt sich auf der heimischen Couch eben kaum ausgleichen.

3 Nena ist echt gaga

Dass Nena auch nüchtern nicht ganz knusper ist, vermuten interessierte Beobachter schon länger. Im Oktober 2020 schwurbelte sie bereits von Licht und Liebe und Panikmache und ließ uns noch etwas im Dunkeln tappen, wes Geistes Kind sie ist. Jetzt wird klar: Sie ist Team Xavier. Bei Instagram bedankte sie sich Anfang der Woche für die Demo gegen die Coronamaßnahmen in Kassel und postete den neuen Song von Xavier Naidoo voller irrer Verschwörungsmythen.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk, im praktischen Wochenendabo und rund um die Uhr bei Facebook und Twitter.

4 Neue Wörter braucht das Land

Worauf wir uns wohl alle einigen können: Wir sind mütend. Also müde und wütend. Die Ärztin Carola Holzner hat den Begriff kürzlich in einem langen Facebook-Post geprägt, mehrere Zehntausend Menschen teilten den Beitrag. Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache hat im Neologismenwörterbuch mehr als 1.200 Wörter aufgelistet, die während der Pandemie entstanden sind.

Die SZ inspierte das gar zu einem Text voller Coronaneologismen. Zur allgemeinen Erheiterung seien hier ein paar aufgelistet: pandemüde, Coronoia, Mask-Have, pandemiese Gefühle, unausgerastet, Langeeile, sehnsuchend, Niesscham, Coronarkose und Corostern.

5 Es wird Zeit

Mütend macht auch die Debatte über die Abschaffung der Zeitumstellung. Get over it, und nicht vergessen: In der Nacht zum Sonntag wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt.

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