Trump gewinnt gegen US-Medienkonzern: Paramount knickt ein – 16 Millionen Dollar für Trump
Mit einer Millionen-Dollar-Zahlung beendet der Medienkonzern Paramount einen Rechtsstreit mit US-Präsident Trump um angebliche Wahlmanipulation in einer Sendung.
Schon wieder knickt ein großer Medienkonzern in den USA vor Donald Trump ein. Dieses Mal ist es Paramount. Das Unternehmen teilte vergangene Woche mit, dass es dem US-Präsidenten 16 Millionen Dollar zahlen wird – ein außergerichtlicher Vergleich, um einen Rechtsstreit zu beerdigen, der für Paramount teuer zu werden drohte. Die Summe – minus Trumps Anwaltskosten – wird an seine künftige Präsidentenbibliothek samt Museum und Archiv gespendet.
Dabei waren viele Rechtsexpert*innen der Meinung: Paramount hätte vor Gericht weiterkämpfen können, Trumps Klage sei grundlos. Trump wirft der Sendung „60 Minutes“ beim Sender CBS, der zu Paramount gehört, vor, die US-Wahl 2024 manipuliert zu haben. Die Sendung kürzte eine Interview-Antwort seiner Konkurrentin im Rennen ums Weiße Haus, Kamala Harris. Trump behauptet, das habe Harris zu einem unfairen Vorteil verholfen.
Konkret ging es an dieser Stelle im Interview mit „60 Minutes“ um den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Kamala Harris gab eine ausführliche, aber holprige Antwort auf die Frage, ob die USA keinen Einfluss auf Netanjahu habe. Der Sender kürzte die Antwort, obwohl eine längere Version in einem Trailer für das Interview vorkam, wie ein von CBS veröffentlichtes Transkript zeigt.
Die Antwort war nicht umstritten. Trump sagt jedoch, Harris habe so „präsidialer“ gewirkt. Er sagte den eigenen geplanten Auftritt bei „60 Minutes“ ab. Nach seinem Wahlsieg 2024 hat Trump das Interview mit Harris nicht vergessen. Ein Sprecher Donald Trumps verkauft den Vergleich mit Paramount als „Sieg für das amerikanische Volk“.
Trump ziehe die „Fake-News-Media zur Verantwortung“. Paramount zahlt nicht nur 16 Millionen Dollar an Trump. Das Unternehmen verpflichtet sich dazu, künftig vollständige Transkripte von Interviews bei „60 Minutes“ mit Präsidentschaftskandidat*innen zu veröffentlichen.
Die Kritik wächst
Dass Paramount nachgibt, dürfte mit der geplanten Fusion mit Skydance zusammenhängen. Die FCC wird vom Trump-Vertrauten Brendan Carr geleitet und könnte diese verhindern. Sowohl Paramount wie Brendan Carr sagen, der außergerichtliche Vergleich und die geplante Fusion hätten nichts miteinander zu tun.
Bei „60 Minutes“ – eine langjährige, renommierte und mehrfach preisgekrönte Investigativsendung – wächst jedoch die Kritik. Bill Owens kündigte im April nach 37 Jahren bei CBS als Chef der Sendung, weil er unabhängige journalistische Entscheidungen nicht mehr treffen dürfe. Im Mai trat Wendy McMahon, Präsidentin von CBS News, auf Druck des Unternehmens zurück.
Bereits im Dezember feierte Trump einen außergerichtlichen Sieg gegen den Sender ABC, der 15 Millionen Dollar an seine Präsidentschaftsbibliothek zahlen muss. Auch ABC hätte gerichtlich weiter kämpfen können, glauben Rechtsexpert*innen. Im Rechtsstreit ging es um die Aussage, dass ein Gericht in Manhattan Trump wegen Vergewaltigung verurteilt hätte.
Richtig ist wegen sexuellen Missbrauchs und Diffamierung, obwohl der Richter betonte, dass es in New York eine enge Definition von Vergewaltigung gebe und das Urteil der Jury nicht bedeute, dass die Klägerin nicht bewiesen habe, dass sie vergewaltigt wurde, wie der Begriff üblich verstanden werde.
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