Trotz Waffenruhe-Abkommen: Israel greift Hisbollah und Hamas in Libanon an
Die Hisbollah soll ihre bewaffneten Verbände aus der Nähe der Grenze zu Israel abziehen. Kurz vor einem wichtigen Termin greift Israel dort an.
ap | Die israelische Luftwaffe hat Gebiete im Süden und Osten Libanons angegriffen. In der Bekaa-Ebene sei ein Haus im Dorf Manara getroffen worden, das dem 2024 getöteten Hamas-Kommandeur Scharhabil al-Sajed gehört habe, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Montag. Außerdem wurden Dörfer nördlich des Flusses Litani nahe der Grenze zu Israel angegriffen.
Zwei Stunden vor den Angriffen hatte der israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Kurznachrichtendienst X gewarnt, Israel werde Ziele der libanesischen Hisbollah-Miliz und der militant-islamistischen Hamas in zwei Dörfern in der Bekaa-Ebene und in zwei weiteren Ortschaften im Südlibanon angreifen.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei einem Drohnenangriff auf ein Auto in der Ortschaft Braike zwei Menschen verletzt. Das israelische Militär erklärte, der Angriff habe zwei Hisbollah-Mitglieder getroffen.
Waffenruhe-Abkommen wird nicht eingehalten
Die von Iran unterstützte Hisbollah hatte kurz nach dem Terrorüberfall der Hamas auf Südisrael im Oktober 2023 Israel ihrerseits von Norden beschossen. Israel reagierte mit Gegenschlägen. Die wechselseitigen Angriffe wuchsen sich im Spätsommer 2024 zu einem regelrechten Krieg aus, bei dem Israel große Teile der Hisbollah-Führung tötete und über die Grenze nach Norden vorstieß. Ende 2024 beendete eine von den USA vermittelte Waffenruhe die Kämpfe. Allerdings greift Israel nach wie vor Hisbollah-Ziele an und hält Teile Südlibanons besetzt, obwohl ein Abzug der Soldaten vereinbart wurde. Auch eine Entwaffnung der Hisbollah war Teil des Abkommens, wurde bisher aber nicht umgesetzt.
Die libanesische Armee hat im vergangenen Jahr mit der Entwaffnung der palästinensischen Gruppen begonnen, während die Regierung erklärt hat, dass bis Ende 2025 alle Gebiete in der Nähe der Grenze zu Israel von der bewaffneten Präsenz der Hisbollah befreit sein werden. Die libanesische Regierung wollte die Entwaffnung der Hisbollah in der Gegend am Donnerstag auf einer Sitzung erörtern, an der auch Armeebefehlshaber Rudolph Haikal teilnehmen soll.
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