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Dutzende Tote in der SchweizExplosion bei Silvesterparty in Skiort

In der Nacht bricht in Crans Montana im Keller einer Bar Feuer aus. Polizei schließt Anschlag aus. Augenzeuginnen berichten von Feuer durch Wunderkerzen.

Weiträumig abgesperrt: Der Unglücksort m noblen Schweizer Skiort Crans-Montana am Donnerstag Foto: Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

dpa/taz | Im Schweizer Nobel-Skirort Crans-Montana sind bei einem Feuer während einer Silvesterparty Dutzende Menschen getötet worden. Rund 100 seien zum Großteil schwer verletzt worden, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, während einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.

Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen. Es handele sich nicht um eine Explosion eines Sprengsatzes, die einen Brand auslöst. Damit begründete Staatsanwältin Beatrice Pilloud auch ihre Einschätzung, einen Anschlag auszuschließen.

Die genaue Ursache ist aber noch unklar wie die Zahl der Opfer. Die Er­mitt­le­r:in­nen baten fragende Jour­na­lis­t:in­nen mehrfach um Geduld, bis genauere Ergebnisse vorliegen. Das gelte auch für die Frage, ob Pyrotechnik der Auslöser war.

Die Tragödie ereignete sich gegen 1.30 Uhr in der Bar „Le Constellation“. Nach Medienberichten gab es auch eine Explosion. Der Einsatz dauerte nach Polizeiangaben am Vormittag noch an. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Über dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt. Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten. Der Skiort ist Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt.

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Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am Universitätsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.

Die Bar im Keller

Die Bar „La Constellation“ liegt in einem sechsgeschossigen Gebäude in dem Skiort. Sie hat Räume im Erdgeschoss, aber auch im Keller und bot laut Medienberichten Platz für bis zu 300 Gästen, sie werde vor allem von jungen Leuten besucht. Sie soll tagsüber als Café, nachts als Nachtclub mit DJ-Auftritten genutzt worden sein. Die Profile der Bar bei Instagram und Facebook sind am Tag nach der Katastrophe gesperrt.

Das Feuer ist offenbar zunächst in dem Keller ausgebrochen. Zwei junge Französinnen, die in der Nacht dort waren, berichten gegenüber dem französischen TV-Sender BMFTV, dass eine Wunderkerze auf einer Champagnerflasche die Decke der Bar in Brand gesetzt hätte. Innerhalb einer Minute habe der ganze Raum gebrannt.

Die Flucht sei zudem schwierig gewesen, weil der Eingang sehr klein sei und die Tür nach draußen noch enger. Daher sei es auch sehr schwer gewesen, die Leute rauszuholen, berichten die Frauen, es habe viel Gedränge gegeben.

Schweizer Medien zitieren zudem Augenzeugen, laut denen es nur einen Fluchtweg aus dem Keller gegeben habe.

Mondäner Skiort

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf. Auf dem Landweg sind es von dort aus 180 Kilometer.

Anm. der Redaktion: Dieser Text wurde und wird im Laufe des Tages immer wieder aktualsiert.

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