Nach Tragödie in Crans-Montana: Strafuntersuchung gegen Barbetreiber
Gegen die Betreiber der abgebrannten Bar in Crans-Montana ist eine Strafuntersuchung eröffnet worden. Ihnen wird unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Foto: Stephanie Lecocq/REUTERS
dpa | Zwei Tage nach dem verheerenden Brand in einer Bar in Crans-Montana mit 40 Toten sind strafrechtliche Ermittlungen gegen die beiden Betreiber aufgenommen worden. „Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen“, teilte die Polizei des Kantons Wallis mit. „Es wird daran erinnert, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.“
Bei dem Brand in der Silvesternacht war nach ersten Ermittlungen durch funkensprühende Partyfontänen Schaumstoff an der Decke in Brand geraten. Er hatte sich innerhalb kürzester Zeit ausgebreitet. Neben den Todesopfern wurden 119 Menschen größtenteils schwer verletzt.
Zweifel an Einhaltung von Brandschutzvorschriften
Brandschutzexperten hatten bereits in Frage gestellt, ob die Bar genügend Notausgänge hatte und ob das Material, das unter der Decke wahrscheinlich zur Schalldämpfung installiert war, gesetzeskonform war.
Die Betreiber der Bar, ein französisches Ehepaar hatten Medien gesagt, sie seien am Boden zerstört und kooperierten mit den Behörden, um die Katastrophe aufzuklären.
„Nach Abschluss der ersten Ermittlungen, die unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis durchgeführt wurden, wurde gestern Abend eine Strafuntersuchung gegen die beiden Betreiber der Bar eröffnet“, teilte die Polizei mit.
Erste Todesopfer von Brand in der Schweiz identifiziert und an Familien übergeben
Die ersten vier Todesopfer konnten identifiziert und ihren Angehörigen übergeben worden. Es handele sich um die sterblichen Überreste von zwei weiblichen und zwei männlichen Opfern im Alter zwischen 16 und 21 Jahren aus der Schweiz, teilte die Polizei des Kantons Wallis am Samstag mit. Andere Familien bangten weiter um ihre immer noch vermissten Kinder.
Im Zentrum des Skiorts verharren immer wieder Menschen in der Nähe des Unglücksorts in Trauer – vor einem immer größer werdenden Meer von Blumen, Kerzen und kleinen Plüschtieren. „Mut all den Familien der Opfer, wir denken an Stefan und hoffen, dass er okay ist: ein Held“, heißt es auf einem Zettel. „Wir denken an Dich“ und „Mögen sie in Frieden ruhen“ steht auf Karten geschrieben.
Die Arbeiten zur Identifizierung der übrigen Todesopfer und Verletzten dauerten an. Bis Freitag konnten 113 der 119 Verletzten identifiziert werden. Das französische Außenministerium erklärte am Samstag, dass bei dem Brand 16 Franzosen verletzt worden seien. Weitere neun blieben demnach vermisst.
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