Sturzflut am Grand Canyon: Ein Toter, mindestens 15 Vermisste
Regenfälle beschädigen eine wichtige Wasserleitung im Grand-Canyon-Nationalpark im US-Bundesstaat Arizona. Mehr als 60 Menschen werden evakuiert.
Foto: Parth Desai/ap/dpa
dpa/ap | Bei einer Sturzflut im Grand-Canyon-Nationalpark ist ein Mensch ums Leben gekommen, mindestens 15 Menschen gelten als vermisst. Die zuständige US-Behörde bittet um Mithilfe bei der Suche nach Wanderern und Besuchern, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem betroffenen Teil des Nationalparks im US-Bundesstaat Arizona aufgehalten haben.
Von der Sturzflut erfasst wurde demnach ein bei Touristen beliebtes Gebiet: die Phantom Ranch und der Bright Angel Canyon. Beide liegen tief im Inneren des Grand Canyon unweit des Colorado River. Die Flut beschädigte laut US-Medien Campingplätze und Wanderwege im Nationalpark.
Fast alle Fußgängerbrücken über den Bach Bright Angel seien zerstört worden, teilte der National Park Service (NPS) weiter mit. Auf Bildern und einem Video war zu sehen, dass das Gebiet rund um die Phantom Ranch verwüstet und mit Schlamm bedeckt wurde.
Berichte von vor Ort
Parth Desai war mit einer Gruppe von Ärzten und einem Parkranger im Bright Angel Canyon unterwegs, als am Samstag (Ortszeit) heftiger Niederschlag einsetzte. „Wir sahen, wie der Bach über die Ufer trat, plötzlich Wasserfälle entstanden, Felsbrocken und Schlamm herabkamen und überall Erdrutsche niedergingen“, sagte er. Später habe sich eine etwa einen Meter hohe Geröllwand auf die Gruppe zubewegt. Die Wanderer flüchteten und wurden am Abend per Hubschrauber gerettet.
Innerhalb von etwa 20 Minuten seien bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter an einem steilen Abhang gefallen, berichtete der Meteorologe Darren McCollum vom Nationalen Wetterdienst in Flagstaff. Stunden zuvor habe es dort auch schon geregnet. „Als dann also der große Sturm kam, fiel sintflutartiger Regen auf alles, was bereits durchnässt war, und das löste all die Probleme aus, die wir jetzt sehen“, sagte McCollum.
Warnung vor weiteren Sturzfluten
Die Leiche eines 46-Jährigen sei am Sonntagabend am Colorado River unweit von Crystal Rapids geborgen worden, teilte der NPS auf X mit. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht veröffentlicht. In einem früheren Beitrag in den sozialen Medien hatte der NPS zunächst mitgeteilt, dass mehr als 20 Menschen vermisst würden oder nicht auffindbar seien.
Bis zum Sonntagmorgen seien 62 Menschen von der Phantom Ranch und dem unteren North Kaibab Trail gerettet worden, hieß es zudem. Weitere Evakuierungen seien geplant. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die von der Sturzflut betroffenen Teile des Parks bleiben laut Mitteilung bis auf Weiteres geschlossen.
Der Park teilte zudem mit, dass durch die Sturzflut Wasserleitungen beschädigt worden seien, und warnte vor Gewittern und Starkregen am Montag, die erneut zu Sturzfluten führen könnten.
Jährlich besuchen Millionen Menschen den Grand-Canyon-Nationalpark, der weltweit für seine beeindruckende Schluchten-Landschaft bekannt ist. Die meisten Touristen besuchen den bekannteren Südrand.
Wegen der beschädigten Wasserleitung gelten laut Mitteilung am Südrand des Parks von Montag an strenge Wassersparmaßnahmen: So seien etwa Hotelübernachtungen nicht mehr überall möglich, auch mehrere Campingplätze und Wanderwege blieben zunächst geschlossen.
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