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Streit an der Humboldt-UniversitätWie du mir, so ich dir

Die Fachschaft für Sozialwissenschaften wurde von der Uni ausgesperrt. Studierendenvertreter sehen darin eine Retourkutsche für die Besetzung.

Erik Peter

Aus Berlin

Erik Peter

taz | Es sieht nach einer Retourkutsche aus. Die Humboldt-Universität hat die Fachschaft für Sozialwissenschaften aus dem von ihnen genutzten Raum in der dritten Etage des Institutsgebäudes in der Universitätsstraße ausgesperrt. Nach Angaben von Studierendenvertretern wurden die Schlösser am Sonntag heimlich ausgetauscht. Der Raum dient der Fachbereichsvertretung als Büro und Café.

Die Studierendenvertreter sehen in der Maßnahme eine Reaktion auf die Besetzung des Instituts infolge der Entlassung von Andrej Holm. „Die HU will nun alle Studierenden bestrafen, die sie in Zusammenhang mit der Besetzung bringt. Da kommt die unbequeme Fachschaft gerade recht“, so Tobias Roßmann, Studierendenvertre­ter im Akademischen Senat. „Dass die SoWi-Fachschaft nicht deckungsgleich mit den BesetzerInnen ist, wissen jedoch auch die offiziellen Stellen der HU“, so Roßmann weiter.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Besetzer, die sich den Namen „Uni von unten“ gaben, die Seminarräume freigegeben. Einen letzten Raum verließen die Aktivisten am Sonntag. Der seit Jahren genutzte Fachschaftsraum war von der Besetzung nicht betroffen. Er wird von den Studierenden auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung zwischen der Studierendenschaft und der HU genutzt, wie João Fidalgo, Referent der Studierendenvertretung, der taz sagte. Die Uni habe hier kein Hausrecht.

Laut seinen Informationen habe der Leiter der Rechtsabteilung der HU den Raum vor Kurzem aufgesucht und darin Farbe gefunden, mit der womöglich Wände im Institut beschmiert worden seien. Die Uni spricht von einem Sachschaden in Höhe von 30.000 Euro, der durch die Besetzung entstanden sei.

Gegenüber der taz sprach die HU von einer „Sicherheitsmaßnahme“, basierend auf „Äußerungen, die Besetzung gegebenenfalls erneut aufzunehmen“. Sie kündigte an, der Fachschaft die Schlüssel schnellstmöglich auszuhändigen.

Roßmann bezeichnete die Reaktion als „frech“. Weder stehe die Fachschaft für die Besetzung, noch habe es Äußerungen gegeben, die eine Wiederbesetzung andeuteten.

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1 Kommentar

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  • Stefan Mustermann

    Von den Besetzern des Instituts infolge der Entlassung von Andrej Holm, und deren Eltern gab es Beschwerden in Bezug auf die ungerechte Behandlung von Studierenden vor allem den, die an der Uni arbeiten (also dazu verdienen und gleichzeitig studieren).