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Spionieren, sabotieren, angreifenDas böse Ungewisse und ein Held

Der Drohnenfall in Leipzig passt zur hybriden Kriegsführung. Auch eine vereitelte Attacke bringt die Verunsicherung mit sich, die sie erreichen will.

D a sind sie wieder – die „fremden Mächte“. Klingt mysteriös, gruselig, wenn nicht gar religiös-spirituell. Gemeint sind staatliche Akteure, die spionieren, sabotieren, angreifen. Zum Beispiel Deutschland, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in dieser Woche mitteilen musste. Zumindest schließt er Aktivitäten „fremder Mächte“ nicht aus.

Eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne wurde auf dem Flughafen Leipzig entdeckt – in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonov. Zum Glück explodierte das unbekannte Flugobjekt nicht und niemand kam zu schaden. Laut Berichten hatte ein Mitarbeiter des Flughafens die Drohne gestoppt. Mit dem Fuß. Der Vorfall hat alle Zutaten, die es für eine dramatische Geschichte braucht: das böse Ungewisse, Gefahr und zum Schluss auch noch einen Helden.

Leider handelt es sich bei der Drohne in Leipzig nicht um eine Geschichte, sondern um einen bitteren Realitätscheck. Der Begriff der „fremden Mächte“ wird tatsächlich von Sicherheitsleuten und Geheimdienstbehörden genutzt. Dabei kommt eine kleine, aber feine Reihe an staatlichen Akteuren in Frage: Russland, China, Iran, Nordkorea. Ab und an gibt es auch unheilige Allianzen zwischen ihnen. Ihr Ziel ist es, den Staat, den sie im Visier haben, zu destabilisieren.

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Allein die Vorstellung reicht, es hätte passieren können

Um das zu erreichen, müssen diese Angriffe nicht einmal gelingen. Sie müssen auch nicht unerkannt bleiben, im Gegenteil: Auch jede entdeckte, jede vereitelte Attacke bringt die Verunsicherung mit sich, die sie erreichen will. Dazu muss kein Flugzug explodieren, es reicht bereits die Vorstellung, es hätte passieren können. Feine Geste einer fremden Macht, die noch dazu zunächst unerkannt bleibt.

Ein Anfang wäre, ihr die Mystik zu nehmen, sie klar zu benennen. Bestimmt nicht sofort, aber dann doch in nicht allzu ferner Zukunft.

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Tanja Tricarico

Tanja Tricarico ausland

Schreibt über Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, früher auch Digitalisierung. Host der Fernverbindung, dem Auslands-Podcast der taz. Privat im Einsatz für www.geschichte-hat-zukunft.org
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