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„Spiegel“ nach Relotius-AffäreSchöne neue Jobs

Der „Spiegel“ zieht Konsequenzen aus der Relotius-Affäre: Ullrich Fichtner wird nicht Chefredakteur, Matthias Geyer kein Blattmacher.

Nach der Relotius-Affäre zieht der Spiegel personelle Konsequenzen: Ullrich Fichtner wird nicht, wie geplant, neuer Chefredakteur. Matthias Geyer wird nicht Blattmacher und gibt zudem auf eigenen Wunsch die Leitung des Gesellschaftsressorts ab. Das teilte der Spiegel am Mittwoch mit.

Fichtner wird stattdessen Reporter mit besonderen Aufgaben. Er soll Titelgeschichten konzipieren und verfassen und im Auftrag der Chefredaktion große Projekte vorantreiben. Matthias Geyer wird Redakteur für besondere Aufgaben. Er soll sich im Auftrag von Blattmachern und Chefredaktion insbesondere um die Textqualität kümmern.

Die beiden Männer gelten als Förderer von Claas Relotius, der im Dezember nach wochenlangen Anschuldigungen zugegeben hatte, in seinen Texten gelogen sowie Protagonisten und Szenen erfunden zu haben. Sie hatten ihre neuen Jobs daraufhin nicht angetreten. Der Spiegel setzte eine Kommission ein, die die Relotius-Affäre aufarbeiten sollte. Vor zwei Wochen hatte sie ihren Zwischenbericht vorgelegt.

„Die Untersuchung der Kommission, die sich mit der Aufarbeitung des Falls Relotius beschäftigt, hat ergeben, dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft“, teilt der Spiegel nun mit. Gleichwohl übernähmen die beiden Verantwortung, „um jegliche Zweifel an der Integrität des SPIEGEL auszuräumen“, zitiert die Meldung Steffen Klusmann, den Chefredakteur des Spiegel.

Überraschung in der Redaktion

In der Redaktion wurden die Personalentscheidungen teilweise mit Überraschung aufgenommen. Zwar hatten nach Bekanntwerden der Relotius-Affäre einige im Haus gefordert, dass Fichtner und Geyer nicht wie geplant ab Januar befördert werden dürften. Allerdings galt vor allem Fichtner als wichtige Figur in der sich neu formierenden Chefredaktion, da er, als langjähriger Reporter des Blattes, Korrespondent und Ressortleiter, in dem dreiköpfigen Team derjenige ist, der das Blatt am besten kennt.

Wer die vakanten Posten einnehmen wird, ist noch unklar. Darüber soll in den kommenden Wochen entschieden werden. Das Gesellschaftsressort wird bis auf Weiteres von der stellvertretenden Ressortleiterin Özlem Gezer geführt.

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