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köpfe von Heim, Lehmann, Dribbusch und Reinecke

Sparen im Sozialstaat Wer zahlt die schwarz-roten Reformen?

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Beim Gesundheitssystem und im Haushalt muss gespart werden. Schaffen Merz und Klingbeil ein sozial gerechtes Paket?

Schwarz-Rot macht Ernst: Der Sommer der Reformen hat begonnen. Im Gesundheitssystem klaffen Milliardenlücken, im Bundeshaushalt ebenso. Die große Frage lautet nun, ob Union und SPD mehr zustande bringen als ein Sparpaket – und wer am Ende die Kosten tragen muss.

Im Bundestalk diskutieren Stefan Reinecke, Barbara Dribbusch, Anna Lehmann und Manuela Heim über die ersten konkreten Vorschläge. Ausgangspunkt ist der Bericht einer Expertenkommission mit 66 Maßnahmen, die das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen dämpfen sollen. Darunter sind bekannte Ideen wie höhere Zuzahlungen, eine Zuckersteuer, die Einschränkung kostenloser Leistungen, aber auch heikle Eingriffe wie das Ende der beitragsfreien Mitversicherung von Ehe­part­ne­r:in­nen oder eine vollständige Steuerfinanzierung der Gesundheitskosten von Bürgergeldbeziehenden.

Schnell wird klar: Vieles, was derzeit als „Reform“ verkauft wird, sind zunächst Sparmaßnahmen. Die eigentlichen Strukturfragen bleiben offen. Wie lässt sich ein Gesundheitssystem umbauen, das teuer ist, aber zugleich ungleich versorgt? Wie verhindert man, dass Kürzungen vor allem Menschen mit wenig Einkommen treffen? Und warum sind Vorschläge wie Bürgerversicherung oder eine gerechtere Finanzierung seit Jahren bekannt, politisch aber kaum durchsetzbar?

Die Debatte reicht allerdings weit über die Krankenkassen hinaus. SPD-Chef Lars Klingbeil hat eine Reformagenda skizziert, die auch Arbeit, Rente und Steuern betrifft. Sein Satz, Deutschland müsse „mehr arbeiten“, klingt zunächst nach Merz, meint aber etwas anderes: mehr Erwerbsbeteiligung, mehr Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, mehr Anreize für Zweitverdienende. Genau hier entzündet sich Streit, etwa am Ehegattensplitting oder an der Frage, ob Teilzeit und Care-Arbeit politisch nur noch als Arbeitsmarktreserve betrachtet werden.

Am Ende steht eine Grundsatzfrage: Kann diese Koalition ein Paket schnüren, das sozial ausgewogen ist und trotzdem wirkt? Oder läuft alles auf Kürzungen hinaus, während Vermögen und hohe Erbschaften weiter geschont werden? Die Folge zeigt, wie kompliziert die Lage ist und wie existenziell diese Reformen für die Stabilität der Regierung werden könnten.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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