Spaniens Ministerpräsident : Pedro Sánchez – linkes Vorbild oder kühler Machtpolitiker?
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Pedro Sánchez stellt sich gegen Trump, Israel und europäische Aufrüstung. Außerhalb Spaniens wird das bejubelt, zu Hause holen ihn Korruptionsaffären ein.
Als Israel und die USA Ende Februar den Iran angriffen, war Pedro Sánchez einer der wenigen europäischen Politiker, die das scharf kritisierten. Spaniens Ministerpräsident nannte den Krieg „absurd und illegal“, verurteilte ihn als Bruch des Völkerrechts – und verweigerte den USA die Nutzung spanischer Militärstützpunkte um dort Angriffe zu koordinieren.
Auch in der Aufrüstungsdebatte, im Nahostkonflikt und im Umgang mit US-Präsident Donald Trump schwimmt der Sozialdemokrat regelmäßig gegen den Strom seiner europäischen Kolleginnen und Kollegen. Damit hat er Spanien zurück auf die politische Weltbühne gebracht und zu einer wichtigen Stimme in außenpolitischen Fragen gemacht. Auch Sánchez’ liberale Arbeits- und Migrationspolitik macht international Schlagzeilen.
Manche sehen in Sánchez deshalb sogar eine Art „Gewissen Europas“ – ein Vorbild für die europäische Linke. Für die anderen ist er vor allem ein kühler Machtpolitiker, dessen engstem Kreis schwere Korruptionsvorwürfe anhängen, und Spitze einer Minderheitsregierung, die in einer Krise steckt.
Taugt Pedro Sánchez wirklich als progressives Vorbild? Kann seine außenpolitische Stärke die innenpolitischen Probleme überstrahlen? Oder könnten ihn die Korruptionsaffären am Ende zu Fall bringen?
Über diese Fragen sprechen in dieser Folge der Fernverbindung Fabian Schroer, Redakteur im Auslandsressort der taz, und Spanien-Korrespondent Reiner Wandler.
Diese Folge wurde aufgezeichnet am Dienstag, 9. Juni 2026, um 14.30 Uhr MEZ.
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