Sicherheitskonzept in Berliner U-Bahnen: BVG schreibt Sicherheit Pink
Das neue Sicherheitskonzept der BVG sieht Markierungen an den Notruf- und Informationssäulen für mehr Sichtbarkeit vor. Ob das reicht?
Pink, Gelb oder Blau: Auf dem Bahnsteig der Linie U5 am Alexanderplatz haben die Berliner Verkehrsbetriebe den Boden vor den Notruf- und Informationssäulen mit einer pinkfarbigen Markierung beklebt. Welche Farbe es langfristig werden soll – darüber dürfen die Fahrgäste mittels QR-Code abstimmen, wie die BVG am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Sicherheitskonzepts erklärte.
Mit den Farben soll die Sichtbarkeit der Säulen erhöht werden. Ziel sei es, Hemmungen der Fahrgäste abzubauen, die Säulen zu benutzen, sagte Franziska Brauer, Projektleiterin der „Pink*Zone“. PINK steht dabei für „Punkt für Information, Notruf und Kontakt“. Das Sternchen soll andeuten, dass sich das Angebot an alle richtet. „Viele kennen die Säulen nicht und nehmen sie nicht wahr“, sagte Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG.
Das Pilotprojekt wird an fünf Bahnhöfen getestet: Am Dienstag wurden die ersten Markierungen an den Bahnhöfen Alexanderplatz, Kurfürstenstraße und Britz-Süd geklebt. Die Bahnhöfe Walther-Schreiber-Platz und Osloer Straße sollen in den nächsten Tagen folgen. Nach drei Monaten Testzeit soll geprüft werden, wie erfolgreich das Projekt ist, und bestenfalls auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden. 570 Säulen an 175 Bahnhöfen gibt es in Berlin, mindestens 2 Säulen pro Bahnsteig.
Wer sich unsicher fühlt, kann den SOS-Knopf an einer der Säulen drücken und wird mit einer Einsatzzentrale verbunden. Acht Mitarbeitende sitzen dort, die die Situation per Videoüberwachung einschätzen und im Ernstfall Sicherheitskräfte an den Einsatzort schicken können. 250 von ihnen sind rund um die Uhr im Einsatz. 800 SOS-Rufe gehen täglich in der Leitzentrale ein.
Henrik Falk, BVG-Vorstand
„Egal, wer Sie sind, wenn Sie ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben, können Sie sich hier hinstellen“, sagte Falk. „Es ist ja oft das Kopfkino, das losgeht, und es passiert gar nichts. Stand heute ist die U-Bahn nach wie vor einer der höchsten überwachten Räume in Berlin. Wir sehen es an den Zahlen. Sicherer kann man kaum sein“, so der Vorstandsvorsitzende.
Dem widersprechen würden wohl die Personen, die von einem Gewaltdelikt an Bahnhöfen und Haltestellen der BVG betroffen waren. 2.500 waren es allein von Januar bis Mai 2026, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Antje Kapek. Zwar sind die Zahlen 2026 im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wenn man die Vorfälle der ersten fünf Monate auf das Jahr hochrechnet. Wie die Zahlen am Ende des Jahres tatsächlich ausfallen werden, bleibt aber abzuwarten.
Abschließend wird ein Livetest durchgeführt und der SOS-Knopf betätigt. Aufgrund der einfahrenden U-Bahn ist der Sprecher aus der Leitstelle nicht zu hören – trotz verstärkenden Mikrofons, das an die Säule gehalten wird.
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