Betriebssicherheit mit positivem Trend: BVG jetzt auch mit KI-Kameras
Mehr Sicherheitspersonal, modernere Kameraüberwachung: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ziehen Bilanz nach ihrer Sicherheitsoffensive.
Bei der BVG soll zukünftig mehr Videoüberwachung für mehr Sicherheit sorgen. Das verkündete Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG, am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Verkehrssenatorin und dem Regierenden Bürgermeister. Eine Technik, die zuletzt als Pilotprojekt am Kottbusser Tor ausprobiert worden war, kommt inzwischen an 13 weiteren Bahnhöfen zum Einsatz, teilte das Unternehmen mit. Sieben weitere sollen im zweiten Halbjahr folgen.
Die Videodedektion erkennt automatische Bewegungen in nicht-öffentlichen Bereichen wie Gleisen oder Betriebsanlagen. Bei unbefugtem Betreten von Bahngleisen wird die Sicherheitsstelle informiert und die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet. Der Sicherheitsradar ist bereits an 13 U-Bahnhöfen im nicht-öffentlichen Bereich im Einsatz. Es sollen weitere sieben Bahnhöfe im zweiten Halbjahr 2026 hinzukommen. Das sei „genau die richtige Innovation, um den ÖPNV in Berlin noch sicherer und zuverlässiger zu machen“, erklärte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU).
Derzeit prüfe die BVG, inwiefern diese KI-gestützte Videodetektion auch für öffentliche Bereiche eingesetzt werden könne. Auch hier soll es am Kottbusser Tor ein Pilotprojekt geben. Künstliche Intelligenz soll Personen im Gleis erkennen, alleinstehende Gepäckstücke, Brände und Menschen, die einen medizinischen Notfall haben. Nach Angaben der IT-Chefin von der BVG hat sich die Datenschutzbeauftragte Meike Kamp zu dem Einsatz von KI im öffentlichen Raum bisher noch nicht geäußert.
Die BVG hat im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge rund 105 Millionen Euro in Sicherheitsmaßnahmen investiert. Dazu zählen etwa gemeinsame Reinigungs- und Sicherheitsstreifen auf bestimmten U-Bahnlinien und generell mehr Sicherheitspersonal. Rund 250 Sicherheitsbedienstete seien rund um die Uhr im Einsatz, hieß es. Die Zahl der Einsatzstunden habe sich auf täglich 2.275 erhöht von rund 1.900 im Jahr zuvor.
Weniger Straftaten
Insgesamt habe sich die Sicherheit im vergangenen Jahr verbessert, betonte die BVG. Die Zahl der Straftaten in den Bussen und Bahnen des Berliner Nahverkehrs ging demnach im Jahr 2025 um 16 Prozent auf rund 12.560 zurück. Darunter waren etwa 4.000 Gewaltdelikte, 120 weniger als im Vorjahr.
Zudem kam es zu weniger Delikten gegenüber BVG-Beschäftigten. Das Unternehmen verzeichnete knapp 270 solcher Tatbestände im vergangenen Jahr, gut 60 weniger als 2024. Während insbesondere die Zahl der Beleidigungen und Bedrohungen zurückging, gab es hingegen eine Zunahme bei Körperverletzungen gegen BVG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Gleichzeitig stieg bei den Fahrgästen die Zahl der Sexualdelikte mit 314 auf den höchsten Stand seit 2015. Auch die Zahl der Nötigungen hat sich im Verlauf der vergangenen zehn Jahre nahezu verdoppelt und lag 2025 den Angaben zufolge bei 644. Dies sei ein gesamtgesellschaftlicher Trend, der sich auch bei der BVG zeige, teilte das Unternehmen mit. Eine genaue Ursache dafür sei nicht bekannt. (mit dpa)
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