Saudi-Arabien greift Stellung in Irak an : Spiel mit dem Feuer
Eine diplomatische Lösung des US-Iran-Konflikts bröckelt jeden Tag mehr. Doch ist sie der einzige Ausweg, um einen größeren regionalen Konflikt zu vermeiden.
Foto: Younis AL-Bayati/afp
E s ist eine Premiere: Saudi-Arabien hat sich erstmals im US-Iran-Konflikt öffentlich an einem Militärschlag mit den USA beteiligt —, und zwar gegen Stellungen Iran-naher Gruppen im Nachbarland Irak. Der Angriff erfolgte als Vergeltung für die Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen. Dabei sind mindestens 20 irakische Kämpfer ums Leben gekommen. Im vorwiegend schiitischen Land haben die Angriffe nicht gerade für Begeisterung gesorgt.
Doch eine Strategie der militärischen Eskalation, etwa hin zu einem offenen Konflikt zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und seinen schiitischen Nachbarn, birgt enorme Risiken für die gesamte Region. Die irakische Regierung bemüht sich zwar um gute Beziehungen zum Westen – scheint aber relativ machtlos zu sein, wenn es um die schiitischen Paramilizen im Land geht. Frühere Versuche, ihre Macht einzuschränken, führten zu Aufständen.
Iran-nahe Gruppen versuchen bereits seit dem Krieg in Gaza, ihren Einfluss auf die Bevölkerung in Ländern wie Jordanien auszuweiten. Eine direkte Konfrontation könnte die ohnehin angespannte Lage in den Nachbarstaaten weiter destabilisieren und so einen regelrechten Flächenbrand in der Region entfachen. Denn Iran hat bislang bewiesen, dass sich das Regime nicht so leicht wegbomben lässt.
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Genau dieses Fehlkalkül von Ländern wie den USA und Israel hat die geopolitische Lage in der Region in eine Sackgasse manövriert. Das inzwischen nahezu begrabene Memorandum of Understanding zwischen Iran und den USA von Mitte Juni enthielt weitreichende Zugeständnisse an die Islamische Republik. Doch Teheran gab sich nicht zufrieden und griff erneut Schiffe an, die ohne seine Erlaubnis die Straße von Hormus passierten.
In diesem militärischen Kräftemessen stehen die Leben der Menschen in der Region auf dem Spiel. Daher wäre es sinnvoll, trotz der jüngsten Rückschläge weiterhin mithilfe der Staaten des Nahen Ostens nach diplomatischen Lösungen zu suchen, um den letzten Funken Stabilität zu bewahren. Andernfalls ist das Risiko groß, dass die gesamte Region in Flammen aufgeht.
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