Schauspieler Walter Sittler: Prominenter Krachmacher
Er ist das bekannteste Gesicht des Protests gegen "Stuttgart 21" und Erfinder des Schwabenstreichs. Walter Sittler könnten sich viele auch in der Bürgermeisterrolle vorstellen.
Schauspieler Walter Sittler als Oberbürgermeister von Stuttgart? Einigen Journalisten musste Sittler bereits beantworten, ob er sich das vorstellen könnte. Die Unterstützung vieler Tausender hätte er zumindest sicher. Denn Sittler ist das Promi-Gesicht des Protests gegen das Milliardenprojekt "Stuttgart 21".
Er gebe nicht nur seinen Namen, sondern setze eigene Ideen mit viel Engagement um, freuen sich die Organisatoren des Widerstands über die Unterstützung. Seit einem Jahr ist er aktiv und meist in der ersten Reihe dabei.
Der sogenannte Schwabenstreich war Sittlers Idee, diese Aktionsform ist inzwischen weit über Stuttgart hinaus bekannt. Täglich um 19 Uhr beginnen die StuttgarterInnen eine Minute lang zu pfeifen, zu kreischen und zu klatschen.
Mit Kochtöpfen, Kuhglocken und Vuvuzelas machen sie ihrem Unmut über den geplanten Bau des unterirdischen Bahnhofs Luft. Sittlers Ziel war es, eine Aktionsform zu schaffen, die die Verantwortlichen des Bahnprojekts hören müssen.
Mit Erfolg: Inzwischen treffen sich selbst in Berlin und auf dem New Yorker Times Square "Stuttgart 21"-Gegner zum Schwabenstreich.
Die USA sind Sittlers Heimat. 1952 wurde er in Chicago als jüngstes von acht Kindern geboren. Sechs Jahre später zog er mit der Familie nach Deutschland. Hier startete er seine Laufbahn am Theater, bald darauf folgte eine Fernsehkarriere.
Bekannt wurde er durch die Serien "girl friends - Freundschaft mit Herz" und "Nikola". Dafür wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Seit 1988 lebt Sittler, Vater dreier Kinder, mit seiner Familie in Stuttgart. Trotz seiner Beliebtheit in der Stadt betont er aber, er wolle doch lieber Schauspieler bleiben, als den derzeit viel gescholtenen OB Wolfgang Schuster (CDU) abzulösen.
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