Sarah Connor über ihr neues Album

„Ich hasse Ungerechtigkeiten“

Sarah Connor war nie rebellisch – doch jetzt weigern sich Radiostationen, ihren neuen Song zu spielen. Ein Gespräch über Gesellschaft und Philosophie.

Sarah Connor singt

Bezeichnet sich als emotionalen Menschen: Sängerin Sarah Connor Foto: dpa

taz am wochenende: Frau Connor, der erste Satz, den Sie auf Ihrem neuen Album singen, lautet: „Vincent kriegt keinen hoch.“

Sarah Connor: Stimmt, so fängt die Platte an.

Es gibt Radiosender, die den Song nicht senden. Haben Sie plötzlich die Lust an der Provokation entdeckt?

Nö, jedenfalls nicht plötzlich. Ich hatte schon immer Lust an Provokation. Ich finde auch nicht, dass so ein Satz als Album­einstieg eine besondere Provokation wäre. Aber wir können über den Song sprechen.

Gern.

Der Text geht ja so weiter: „Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt / Er hat es oft versucht und sich echt angestrengt.“ Da steckt ja viel mehr drin als Provokation, sondern vor allem die Tragik und der Schmerz, den die meisten meiner schwulen Freunde empfunden haben, als ihnen klargeworden ist, dass sie sich zu Männern hingezogen fühlen. Dieser erste Impuls, gegen sich selbst vorzugehen und sich überzeugen zu wollen, dass sie nicht anders sind.

Wie kamen Sie zu dem Thema?

Der Song ist inspiriert von einem Freund meiner Kinder. Die Mutter hatte mir erzählt, dass ihr Sohn, nennen wir ihn Vincent, ihr gerade eröffnet hat, dass er schwul ist. Ich habe das dann am nächsten Tag meinem 15-jährigen Sohn erzählt, und der antwortete bloß: Ah, okay. Das fand ich ziemlich cool. Ich war etwas überrascht und ein bisschen stolz, dass es für ihn und seine Freunde heute anscheinend kein großes Thema mehr ist.

Der Mensch: Sarah Lewe wird am 13. 6.1980 in Hamburg geboren und wächst mit vier Schwestern in Delmenhorst auf. Ihr Vater stammt aus New Orleans, ihr Großvater war Jazz-Pianist, Lewe wird groß mit amerikanischer Soul-Musik. Sie bricht die Schule nach der 12 Klasse ab.

Die Musikerin: Nach einer längeren Pause überrascht Connor 2015 mit selbst geschriebenen deutschen Songs. „Muttersprache“ wird ihr erstes Nummer-1-Album nach zehn Jahren. Am 31. Mai erschien ihr zweites „deutsches“ Album „Herz Kraft Werke“ (Polydor/Universal).

Warum steht dieser Song am Anfang des Albums? Ist das ein Statement?

Der steht da, weil ich glaube, dass es der wichtigste Song ist, den ich bisher gemacht habe. Weil ich so viele Menschen kenne, die das betrifft. Eine Frau zum Beispiel, die ist schon 24 Jahre alt und hat seit drei Jahren eine Freundin, aber ihre Mutter, zu der sie eigentlich ein gutes Verhältnis hat, wusste das noch nicht: Sie saßen zusammen im Auto, und der Song kam im Radio, hat sie ermutigt, und sie hat sich ihrer Mutter kurzerhand offenbart: Ich bin übrigens auch homosexuell. Bis dahin hatte die Mama keine Ahnung.

Wir denken immer, wir seien so wahnsinnig tolerant, aber ich merke, dass wir es lange noch nicht überall sind. Allein dass man sich noch outen muss, zeigt, dass es noch immer ein großes Thema ist. Ich lebe in Berlin, klar, hier kann man sein, wer und was man will. Aber ich komme vom Land und weiß, dass es ­anderswo noch lange nicht so einfach ist.

Es gibt noch mindestens einen weiteren gesellschaftskritischen Song auf der neuen Platte. In „Ruiniert“ singen Sie von „AfD-Idioten“. Ist die Unterhaltungskünstlerin Sarah Connor eine Politsängerin geworden?

Eigentlich ist „Ruiniert“ ein Song, der zu Zusammenhalt aufruft. Ein Appell an die Herzen. Ich bin ein Mensch. Ein sehr emotionaler. Ich hasse Ungerechtigkeiten, und ich reagiere auf das, was um mich herum passiert. Und zu den Dingen, die mich fassungslos machen, gehören Menschen, die sich von Stimmungen leiten lassen, nicht mehr hinterfragen, die Fakten nicht kennen und sich dann von Parolen und Schlagworten in eine fatale Falle treiben lassen.

Sind die „AfD-Idioten“, von denen Sie singen, AfD-Politiker oder auch die Wähler der AfD?

Natürlich in erster Linie die Politiker. Ich hatte jetzt nach Erscheinen der ersten Interviews ganz schnell meine eigenen AfD-Hassflyer, mit hübschen Unwahrheiten verziert, die aussehen wie Wahlplakate, auf meiner Facebook-Seite. Schnell sind sie, das muss man ihnen lassen, und sie wissen, wie man emotionalisiert und Menschen anstachelt. Aber das ist auch schon alles. Ich habe mir das Wahlprogramm durchgelesen. Sie haben keine Ansätze. Die aktuelle Regierung allerdings auch nicht. In meinem Song spreche ich diejenigen an, die den Müll uneingeschränkt glauben und Nazi-Hetzparolen schreiend durch die Straßen rennen. Das ist absurd.

Was denken Sie: Wie viele Ihrer Fans wählen AfD?

Keine Ahnung.

Ein paar werden schon dabei sein.

Sicherlich. Ich würde mir wünschen, dass sie zuerst den Song hören, bevor sie urteilen. Im besten Falle überdenkt ja der ein oder andere nach dem Song seine Haltung. Wenn nicht, verkaufe ich wohl ein paar CDs weniger.

So viel Anspruch deckt sich nicht unbedingt mit Ihrem Image.

Ich weiß nicht, welches Image Sie meinen. Ich habe meine Meinung und meine Haltung, und die vertrete ich wie jeder andere auch.

Kann man mit Popmusik gesellschaftlich etwas verändern?

Ja, das glaube ich schon. Für meinen bescheidenen Teil weiß ich das seit „Augen auf“.

Ihrem Song von 2015, mit dem Sie sich mitten in der sogenannten Flüchtlingskrise eindeutig positionierten.

Ich habe erlebt, dass man mit einem Lied etwas bewegen kann. Bei meinen Konzerten damals, und da waren sicher auch AfD-Wähler im Publikum, habe ich „Augen auf“ immer als letzten Song gespielt und die Leute aufgefordert, sie sollten sich diese fünf Minuten lang an den Händen halten. Und zwar nicht nur die Leute, die sich eh schon kennen, sondern gerade den Unbekannten neben einem, der vielleicht schon ein bisschen riecht nach zwei Stunden Konzert. Und da oben auf der Bühne sehe ich ja, ob wirklich alle mitmachen. Es gab da bestimmt auch welche, die das nicht wollten, die aber trotzdem mitgemacht haben und womöglich sogar noch ein bisschen über ihre Haltung nachgedacht haben.

Sie singen: „Was hat uns so ruiniert, das Hirn so glatt poliert.“ Und Ihre Antwort ist: „Wir brauchen Liebe.“ Ist das nicht ein bisschen arg …

Naiv? Vielleicht ist es eine Utopie. Aber ich versuche oft, mit den Augen eines Kindes die Welt um mich herum zu betrachten und aus diesem Blickwinkel heraus zu schreiben. Kinder haben oft wunderbare Lösungen parat. Ich glaube, wir müssen uns einfach mehr umeinander kümmern. Uns besser im Blick haben und einander die Hand reichen. Und uns ein bisschen mehr bemühen. Ich denke oft, ich mache zu wenig, und bin dann wütend auf mich selbst. Was folgt auf meine Empörung? Ich musste für meinen eigenen Seelenfrieden etwas tun, was Bedeutung hat – so wie damals, als wir eine Flüchtlingsfamilie in unserem Haus aufgenommen haben.

Das hat damals große Schlagzeilen gemacht. Sie haben syrische Flüchtlinge aufgenommen, eine Mutter und ihre fünf Kinder.

Ja, es kam eine Mutter mit einem zwei Tage alten Neugeborenen und vier weiteren Kindern zu uns, dann waren es irgendwann neun Menschen, am Ende elf. Ich bin mit zu den Behörden gegangen, wir haben Pässe besorgt und Kindergarten- und Schulplätze. Die Mutter und ich, wir haben viele Zigaretten zusammen geraucht, weil wir uns nicht unterhalten konnten. Es war eine intensive Erfahrung, aber eine, die ich nicht missen möchte.

Haben Sie noch Kontakt?

Ja, sie leben in ihrer eigenen Wohnung jetzt, die Beziehung ist kompliziert. Irgendwann hatten sie alles verkauft, was wir ihnen gekauft hatten, um Schlepper zu bezahlen, weil sie wieder zurück in ihre Heimat wollten. Ein paar Wochen später ruft mich der große Sohn, der mittlerweile perfekt Deutsch spricht, aus Izmir aus dem Gefängnis an, und zwei Monate später standen sie wieder vor der Tür. Und alles ging von vorne los.

Würden Sie es wieder machen?

Ja, auf jeden Fall. Ob mein Mann mitmachen würde, weiß ich nicht. (lacht) Ich denke aber, schon. Wir haben viel gelernt.

Was haben Sie gelernt?

Am Ende gibt es Unterschiede in der Kultur und der Mentalität, die sich nicht wegromantisieren lassen. Es ist trotzdem immer richtig, Menschen in Not zu helfen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Aber ein echtes Happy End hat unsere Geschichte nicht.

Hat Sie diese Erfahrung politisiert?

Nein, ich war immer schon interessiert daran, was in unserer Gesellschaft ­passiert. Und ich bin an ­Menschen inte­ressiert: warum jemand eine bestimmte Haltung einnimmt, warum ­jemand rechtes Gedankengut ­verbreitet angesichts unserer Vergangenheit, was im Herzen und in der Seele von ­jemandem passiert sein muss, um sich nicht berühren zu lassen von der Not in Syrien oder anderen Ländern.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass Ihnen einst von der Zeitung, der Sie gerade ein Interview geben, bescheinigt wurde, „einen in den gesellschaftlichen Mainstream diffundierten Neokonservatismus“ zu vertreten.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Ist das so?

Ja, das stand damals, 2005, als Sie bei einem Länderspiel vor 80.000 Zuschauern die Nationalhymne verpatzt hatten, so in der taz. Waren Sie damals eine Neokonservative?

Ist das Ihr Ernst? Ich war nie eine ­Konservative. Ich war 24 Jahre alt und habe mich kurz versungen, weil ich aufgeregt war, das war alles. Als ich vom Rasen kam, sagte ich zu meiner ­Mutter: Scheiße, ich habe irgendwo den Text verhauen. Die meinte: Ach, das hat doch keiner gemerkt. Am nächsten Tag habe ich ihr die Bild-Zeitung gezeigt: Die haben es aber gemerkt.

Es wurde Ihnen damals vorgeworfen, keine gute Deutsche zu sein.

Um Gottes willen. Ich bin ja nicht mal eine echte Deutsche. Meine Großmutter ist in Jakarta, Indonesien geboren und sah aus wie eine Indianerin, mein Vater ist halber Amerikaner. Ich habe halt einen deutschen Pass. Aber ei­gentlich war es doch nur eine Lappalie, die zum Riesenskandal aufgejazzt wurde, und irgendwann fragte keiner mehr: Worum geht es da eigentlich? Das war fast ein Präzedenzfall: Heutzutage ­passiert so etwas ja ständig, dauernd gibt es irgendeinen Shitstorm. Ich hatte nur das Glück, einen der ersten ausgelöst zu haben.

Sie standen damals extrem in der ­Öffentlichkeit, sogar Ihre Hochzeit mit Ihrem ersten Mann, dem Sänger Mark Terenzi, gab es als Realityshow im Fernsehen. War das ein Fehler?

Nein, wir hatten eine gute Zeit. Es war kein Fehler, aber es war eine Lektion. Was ich gelernt habe: Es hat meiner Seele nicht gutgetan.

Sie haben vor ein paar Jahren gesagt: „Das Schlimmste ist, wenn man dem Hype selber glaubt“. Haben Sie dem Hype geglaubt?

Ich hatte bestimmt Momente, in denen ich dachte: Besser wird’s nicht. Aber ­danach kam die schwierigste Zeit meines Lebens, danach kam die Depression, das Ende meiner Ehe, meine herzkranke Tochter. Die Aufmerksamkeit wurde immer größer, ich konnte nirgendwo mehr hingehen.

Wie holt man sich seine Privatsphäre zurück, wenn man jahrelang der Öffentlichkeit alles gegeben hat?

Alles war es ja nicht. Ich habe zweimal für jeweils drei Monate ein Kamerateam in mein Haus gelassen. Weder davor noch danach hat jemals ein Kamerateam oder Fotograf mein Haus betreten. Aber der Empfänger entscheidet nun mal über die Botschaft, und eines gebe ich zu: Die Außenwahrnehmung war natürlich anders. Aber deshalb war es gar nicht so schwer. Ich habe mich einfach zurückgezogen und ja auch fünf Jahre lang gar keine Platte mehr gemacht – und sogar infrage gestellt, ob ich diesen Beruf überhaupt weitermachen will.

Was war denn der Plan B?

Journalismus hätte mich interessiert. Ich hätte vielleicht studiert. Allerdings hätte ich dazu erst mein Abi nachmachen müssen, weil ich das geschmissen hatte wegen der Musik. Aber ich bin schon in ein paar Philosophievorlesungen gegangen. Ich wollte dieses Gefühl: Ich mache was für meinen Kopf, was Schlaues. Ich wollte auch nachholen, was ich verpasst hatte. Ich bin mit 16 Jahren ausgezogen, habe mit 19 Jahren meinen Plattenvertrag unterschrieben, dann sehr schnell sehr viel Geld verdient und meine Familie ernährt.

Aber Philosophie war dann doch nicht das Richtige?

Doch, ich liebe die Philosophie. Aber ich kann Kant, Foucault, Hegel und Konfuzius auch zu Hause lesen. Aber das Studium wäre mir zu anstrengend gewesen, das habe ich schnell gemerkt. Die Musik hätte mir gefehlt.

Sie haben diese Auszeit dazu genutzt, einen radikalen Imagewandel hinzulegen. Aus dem Popstar wurde eine Künstlerin, die 2015 auf dem Album „Muttersprache“ ihre eigenen Songs auf Deutsch schreibt. Wie haben Sie diesen Plan umgesetzt?

Es wird mir immer unterstellt, ich würde meine Karriere akribisch planen. Aber es gab nie einen Plan. Ich habe mit 19 Jahren einen Plattenvertrag unterschrieben, und dann wurden mir Leute an die Seite gestellt, die die Songs geschrieben und produziert haben. Und die mich vermarktet haben. In einer der ersten Pressemitteilungen stand, ich stünde für Soul, Sex und Sinnlichkeit. Mit diesen drei S bin ich dann immer wieder konfrontiert worden, aber damals habe ich solche Pressemitteilungen eben auch nicht vorab gelesen. Ich wurde also bewusst so inszeniert – aber ich habe das auch gern mitgemacht, ich hatte kein Pro­blem mit Sexualität, ich bin gern um die Welt gereist. Erst nach und nach habe ich gemerkt: Das ist mir nicht mehr genug. Ich will mehr beitragen, ich will meine eigenen Songs schreiben, ich will mehr Kontrolle.

Und die hat man Ihnen einfach überlassen?

Einfach war es nicht: Mein damaliger Plattenboss, der so etwas wie mein Ziehvater war, hat gesagt: Du musst keine Songs schreiben, du musst nur das machen, was du am besten kannst, Du musst singen. Der hat nicht verstanden, was ich will, dass ich mich neu ausprobieren wollte, dass ich erwachsen werden wollte. Doch er konnte nicht loslassen, nicht akzeptieren, dass es mir nicht mehr darum ging, um jeden Preis Hits zu haben und Millionen Platten zu verkaufen. Das war keine Herausforderung mehr für mich.

Ist die Musikindustrie so konservativ?

Ja, klar, die wollen weiter verkaufen, was sich gut verkauft. Ist doch nachvollziehbar. Aber ich wollte kein Popstar mehr sein, ich wollte nicht mehr nur eine Hülle sein. Ich konnte nicht mehr etwas verkaufen, was ich nicht mehr war. Aber auf diesem Produkt stand ja immer noch mein Name. Der größte Schritt war es, sich davon abzunabeln, zu sagen, ich mache das jetzt allein. Das war nicht einfach, ich hatte auch keine Kohle damals, ich hatte fast alles auf den Kopf gehauen. Zu der Zeit bin ich, um Geld zu verdienen, noch in China oder Russland getourt, wo die alten Hits noch aktuell waren. Parallel habe ich eigene Songs geschrieben, zuerst noch auf Englisch. Ich war zuerst extrem unsicher, ich hatte das Gefühl, ich fange noch mal ganz von vorne an. Und es hat ja auch ewig gedauert. Ich weiß noch: Ich war 27 Jahre alt, als ich in einem achtstündigen Meeting mit der Plattenfirma erstmals gesagt habe, dass ich meine eigenen Songs schreiben will. Ich war 34, als „Muttersprache“ rauskam, die Platte, die ich wirklich machen wollte.

Und die wurde ein großer Erfolg.

Damit hätte ich nie gerechnet. Ich wollte ursprünglich gar keine Platte machen. Ich habe das einfach mal ausprobiert. Ich habe mir Leute gesucht, die mir beim Schreiben geholfen haben. Ich bin mit denen ins Studio gegangen, ich war frei von allen Erwartungen, und es hat wieder Spaß gemacht. Mehr war das erst einmal nicht. Ich habe eine Panikattacke bekommen, als nach acht Monaten jemand von der Plattenfirma im Studio vorbeikam und sagte: Geiles Ding, in fünf Monaten bringen wir die Platte raus.

Wovor hatten Sie Angst?

Ich hatte Angst, da wieder rauszugehen. Vor den Bewertungen, vor der Öffentlichkeit. Ich hatte fünf Jahre lang ein sehr friedliches, zurückgezogenes, normales Leben. Zwischen zwei Platten versuche ich, so unberühmt wie möglich zu sein. Ich gehe auf keinen roten Teppich. Ich gehe, bis auf zwei Ausnahmen für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, auf keine Veranstaltungen. Ich will das nicht, ich fühle mich fehl am Platz, wie ein Reh im Scheinwerferlicht.

Wie schwer war es für Sie, sich da rauszuziehen aus dem Boulevardgeschäft?

Gar nicht so schwer, wie man denkt. Man muss einfach nicht mehr mitmachen, nicht mehr mit jedem sprechen. Es muss einem aber klar sein, dass die dann sauer sind und es zwei, drei Jahre erst einmal Schläge gibt.

Und dann ist es gut?

Gut ist es bei mir nie. Dafür ist meine ­Familie zu interessant. Wenn meine Mutter einen Furz lässt oder meine Schwester einen Furz lässt, dann gibt es wieder Theater – und mein Foto ist dann vorne auf dem Titel, weil sich das halt besser verkauft. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es überhaupt noch Leute gibt, die den Quatsch glauben.

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