Russlands Rückkehr in den Weltsport: Kick für den russischen Fußball
Das Internationale Olympische Komitee hebt den Bann russischer Athleten auf. Die Fifa will dem Beispiel schnellstmöglich folgen.
Dem internationalen Fußballverband kann es gar nicht schnell genug gehen mit der Wiedereingliederung russischer Teams in den internationalen Spielbetrieb. Kurz nachdem das IOC beschlossen hatte, russische Sportler wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen, teilte die Fifa mit, man wolle umgehend prüfen, wie die Rückkehr Russlands in den Weltfußball organisiert werden könnte.
Verwunderlich ist das nicht. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte schon zu Jahresbeginn davon gesprochen, dass der Bann gescheitert sei. Zudem hatte der Fifa-Rat angekündigt, zu einer Art Jugend-WM im Oktober auch ein russisches Team nach Aserbaidschan einzuladen. Bevor die eigentlich zuständige Europäische Fußballunion Uefa sich äußern konnte, hatte der Weltverband schon einen Pflock eingeschlagen. Von der andauernden Bombardierung Kyjiws durch Russland ließ sich die Fifa nicht ausbremsen.
Russlands Teams sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 suspendiert, offiziell aus „Sicherheitsgründe“, um die „Integrität des Wettbewerbs“ und den „reibungslosen Ablauf der Spiele“ zu ermöglichen. Die anstehende Europapokalsaison würde ebenso wie die nächste Spielzeit in der Nations League noch ohne Teams aus Russland stattfinden. Da stehen die Teilnehmer schon fest. Zur EM-Qualifikation für das Turnier 2028, die am Jahresende ausgelost wird, könnte Russland wieder einsteigen.
Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier.
Entscheiden muss das die Uefa, bei der eine Beschwerde des ukrainischen Fußballverbands anhängig ist, in der es um die fußballerischen Aktivitäten in den von Russland annektierten Gebiete Krim, Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja geht. Klubs aus den unrechtmäßig besetzten Regionen sind in den russischen Ligabetrieb integriert worden. Darunter befinden sich auch zwei Klubs, die schamlos unter dem gleichen Namen antreten wie die erfolgreichen ukrainischen Klubs Schachtjor Donezk und Zorja Lugansk, die aus ihren Heimatstädten vertriebenen worden waren.
Das IOC hat in seinem Beschluss ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Russlands Nationales Olympisches Komitee keine Aktivitäten in den besetzten Gebieten durchführen darf. Nun muss die Uefa, in deren Gremien wie bei der Fifa nach wie vor auch russische Funktionäre sitzen, eine Haltung dazu finden, dass Klubs aus der Ostukraine in Russland spielen.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert