Reisebüros und Corona: „Die ganze Branche ist todkrank“

Reisebüros planen und verkaufen die schönsten Tage des Jahres. Ein emotionaler Job, sagt Familie Wolf aus Essen. Mit Corona kam bei ihnen die Krise.

Zwei Männer sitzen an einem Tisch, hinter dem vorderen Mann steht eine Frau, sie stützt sich auf die Stuhllehne

„Die Krise heißt für uns: Stornieren und Provision zurückzahlen“: Familie Wolf in ihrem Reisebüro Foto: Brigitte Kraemer

Die Sommersonne brennt in Essen-Kettwig auf die Pflastersteine. Im Fenster des Reisebüros Wolf stehen die aktuellen Angebote: Korfu 950 Euro, Sylt 805 Euro. An der Tür die geänderten Öffnungszeiten: 9.30 bis 13.30 Uhr und nach terminlicher Vereinbarung.

Aus der Hitze flieht man gern hinein, ins kühle Reisebüro. Dort empfängt einen Michael Wolf, der sich aus seinem Schreibtischstuhl erhebt und zur Tür kommt, um einen zu begrüßen. Allzu viel Gäste verirren sich im Moment nicht zu ihm.

„Die ganze Branche ist todkrank. Deshalb hoffen wir darauf, dass bald ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament auf den Markt geht“, sagt der 63-jährige Wolf.

70 bis 80 Prozent Verlust

Der Branche ging es vor Corona gut. In den vergangenen Jahren stiegen die Gesamtumsätze leicht an – auf zuletzt 27 Milliarden Euro bei 11.000 Reisebüros. Flüge, Züge und Einzelübernachtungen bucht man heute selbst. Aber für Fernreisen, Geschäftsreisen, Kreuzfahrten und Studienreisen suchen viele Menschen noch oder wieder Beratungen auf. Ausgerechnet diese Zweige brechen jetzt weg. Bricht nun auch die ganze Branche zusammen?

„Die Kollegen sind sich einig, dass wir 70 bis 80 Prozent Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verlieren werden. Bei uns sind es derzeit 80 Prozent“, sagt Michael Wolf. Wolf sitzt mit verschränkten Händen an einem von drei Plätzen eines langen Beratungstresens.

In einem Rondell hinter ihm stehen akkurat aufgereiht Prospekthefte für ferne Länder, die nun unerreichbar sind. Der Platz seines Sohnes Philip, Experte für Reisen nach Afrika und Israel, bleibt unbesetzt. Die Spezialgebiete seiner Frau Barbara sind Australien, Neuseeland und Kanada.

Das Telefon klingelt. Am Ende des Tresens hebt Barbara Wolf den Hörer des Schnurtelefons ab. „... wann war das? Wir sind derzeit im Nachgang, weil wir sehr viel zu tun haben“, hört man sie mit starrem Blick auf den Bildschirm sagen.

„Die Krise heißt für uns: Wir stornieren und müssen die Provision an die Reiseveranstalter zurückzahlen. Das ist ruinös“, sagt Michael Wolf. Stornierungen bedeuteten so viel Arbeit, dass sie zum Teil zwölf Stunden am Tag im Büro saßen. „Da stell ich mich mit der Schaufel hin und hebe mein eigenes Grab aus“, sagt Barbara Wolf.

Barbara Wolf ist eine freundliche Frau. Sie trägt ein weißes Kleid, das mit Blüten und Vögeln bedruckt ist. Ihr fällt es derzeit morgens manchmal schwer, aufzustehen. „Man sitzt hier jeden Tag und macht genau so was. Und das bei Buchungen, von denen man weiß, der Kunde hat hier Stunden gesessen, um den haben wir uns gekümmert.“

Der Verlust ist nicht nur ein finanzieller. „Urlaub vermitteln ist emotional. Es gibt wenige Berufe wie unseren. Wir verkaufen die schönsten Tage des Jahres, wir müssen begeistern.“ Wenn die Stornos reinflattern, dann ginge das „hier rein“, sagt Barbara Wolf und führt ihre zu einer Spitze zusammengezogenen Fingerspitzen an ihre Brust.

Mittlerweile seien die meisten Stornierungen abgearbeitet, die Arbeit weniger geworden. Michael Wolf trägt am linken Handgelenk eine Armbanduhr, am rechten einen Fitness-Tracker. So unterteilt er auch seinen Tag: die erste Hälfte hoffen die Wolfs auf neue Buchungen, in der zweiten machen sie lange Spaziergänge. „Es ist wichtig, rauszugehen und den Kopf freizukriegen“, sagt Michael Wolf.

Was geht, was geht nicht

Zaghaft gehe es gerade wieder los, sagt Wolf. Seine Frau sucht unterdessen kurzfristig für einen Stammkunden nach einer Reise. Deutschland sei jedoch gerade so teuer, „da ist man schnell beim Mittelmeer“. Sie mag die Herausforderungen, dafür seien sie ja da: Eine Idee mehr haben, nochmal überlegen, was geht, was nicht.

„Reisen ist ein Luxusgut, das kann man mal aussetzen“, sagt sie. Vielleicht hielten sich die finanziellen Ausgleichszahlungen von Land und Bund deshalb in Grenzen.

Michael Wolf, Reisebüroinhaber

„Bei uns sind 80 Prozent Umsatz weggebrochen“

Die Branche ist im Umbruch. „In den Siebzigern und Achtzigern haben sich viele selbstständig gemacht, die in ihren Zwanzigern waren. Bei denen steht in absehbarer Zeit die Rente an“, sagt Michael Wolf. „Viele rechnen damit, dass wegen der Coronakrise jedes dritte Reisebüro schließen wird.“ Wolf sagt aber auch, dass die Hälfte der Büros ausreiche, um alle zu bedienen. Denn bei stabilem Gesamtumsatz sinken die Buchungszahlen – auch ohne Corona. Über Reisebüros werden heute eben teurere Reisen gebucht.

„Die Coronakrise ist ein Brandbeschleuniger. Eine Entwicklung, die ohnehin die nächsten vier bis acht Jahren stattgefunden hätte, wird nun in ein Jahr gestampft. Da hat jetzt der Turbo eingesetzt“, sagt Wolf.

Die Wolfs haben ihren Familienbetrieb 1983 gegründet, seit 2001 leiten sie ein Franchise-Reisebüro eines großen Reisekonzerns – eine Entwicklung, die typisch ist für die Branche. Vielleicht arbeiten sie nächstes Jahr schon aus dem Homeoffice als Reiseagenten für eine große Agentur. Denn ihr Reisebüro wird schließen.

Früherer Hausverkauf

Das Haus, in dem sie bald 40 Jahre lang leben und arbeiten, müssen die Wolfs nun früher als geplant verkaufen. „Eine geordnete Schließung“, nennt Michael Wolf diesen Prozess, der dem Lebenswerk der Familie Würde lässt. Ihrer Tätigkeit wollen sie aber weiter nachgehen – wenn auch von zu Hause aus.

„Jetzt kommt die große Frage: Läuft das Geschäft wieder an?“, fragt Michael Wolf. Vielleicht wäre die bessere Frage: Wie kann das Geschäft anders gestaltet werden? Sind Kreuzfahrten, Fernflüge und Städtereisen, bei denen Einheimische aus ihren Wohnungen verdrängt werden, wirklich nötig?

Michael Wolf bewegen diese Fragen, auch wenn er selbst bald in Rente gehen wird. Manchmal scheint ein Hoffnungsschimmer auf, dass doch noch Platz für ihr Büro bleibt. „Es wäre schön, wenn sich der Markt gesundschrumpfen könnte“, sagt Michael Wolf.

Während die Wolfs vor einer ungewissen Zukunft stehen, ist Christoph Dinkelaker auf einer Studienreise im Irakisch-Kurdistan. Ein lokaler Wanderguide führt den jungen Reiseunternehmer und seine Teil­nehmer:innen entlang einer Bergkette des Gara-Gebirges durch ein Tal mit dichtem Gras zu einem natürlichen Pool, der zwischen Gestein und Wasserfällen liegt.

Weiter oben, in den Höhen jenseits der Baumgrenze, liegt noch Schnee. In das Gestein haben Menschen der Arbeiterpartei Kurdistans Höhlensysteme gebaut. Manchmal kommen sie im Camp der Reisenden vorbei, um sich auszutauschen.

Über 500 Personen nehmen an dieser Reise teil – digital. Wie auch Dinkelaker. Er sitzt zu Hause, vor dem Bildschirm.

Vor zehn Jahren entstanden aus einem journalistischen Projekt das Reisebüro und die Reiseagentur Alsharq. Während Wolf-Reisen schon von Weitem an Aushängen erkennbar ist, ist Dinkelakers Büro nicht so leicht zu finden.

Am Ufer eines Kreuzberger Kanals im zweiten Hinterhof eines Industriegebäudekomplexes zieht sich ein alter Fahrstuhl durch einen Metallkäfig in das vierte Obergeschoss. Hier sitzt Alsharq – in einem Büroloft zwischen Organisationen für Demokratieförderung und Start-ups für veganes Popcorn.

Dinkelaker schlurft in Flipflops den langen Flur entlang. Bei ihm haben die Kund:innen ihre Reisen ohnehin schon immer online gebucht. Die Reisen selbst und das Geschäftskonzept von Alsharq haben sich in den vergangenen Monaten allerdings auf den Kopf gestellt.

Reisen per Video

„Seit Corona arbeiten wir mehr als sonst“, sagt Dinkelaker. Auch bei Alsharq ballten sich zunächst die Rückabwicklungen. Von den 40 für dieses Jahr geplanten Studienreisen wurden fast alle abgesagt. Dazu kam aber das neue Standbein: Onlinestudienreisen. Am Anfang wurde dafür noch gespendet, jetzt zahlen Teilnehmer:innen feste Beträge, und Stiftungen kaufen die Angebote von Dinkelaker und seinen Kolleg:innen ein.

An mehreren Tagen in Folge begeben sich Reisende dann per Videoschalte in Gebiete des Mittleren Ostens und Nordafrikas, schauen sich Bilder an, hören Vorträge, sprechen mit Menschen vor Ort und besichtigen mit ihnen die Gegend.

„Wir sind ein Pool an Journalist:innen, Reiseleiter:innen und Wissenschaftler:innen. Oft haben die Menschen vor Ort andere berufliche Schwerpunkte und sind nicht direkt von den Reisen abhängig“, sagt Christoph Dinkelaker. Politische Bildung ist das Ziel seiner Reisen.

Sein Beruf ist dabei gar nicht so klar definiert. Derzeit wird Dinkelaker vom Reisevermittler und -leiter zum Referenten und Marketing-Fachmann. Website, Newsletter und Social Media müssen ständig bespielt werden. „Was total wichtig ist, ist, dass alle Referierende das als ihr Projekt begreifen“, sagt Dinkelaker.

Die digitalen Dienstleistungen sind für Alsharq innerhalb weniger Monate zur wichtigsten Einnahmequelle geworden. Das ist jedoch nicht sein einziger Antrieb: Er bekam viele positive Rückmeldungen. Viele würden zu viel arbeiten, könnten sich echte Reisen nicht leisten oder seien physisch nicht in der Lage, zu reisen.

Die digitalen Studienreisen werden deshalb auch nach Corona weiter bestehen, da ist sich Christoph Dinkelaker von Alsharq sicher. Doch bis dahin hofft auch er, dass er seine Reiseziele bald nicht mehr nur sehen, sondern auch riechen, schmecken und fühlen kann.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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