Imaginäre Lockerungsübungen: Reisen im eigenen Zimmer

Der savoyische Offizier de Maistre hat 1794 ein imaginäres Quarantäneexperiment durchgeführt. Die Coronapandemie verdeutlicht uns Abhängigkeiten.

Ein blaues Fenster mit Tauben

Reisen, die Welt entdecken. Das geht aktuell mittels der eigenen Vorstellungskraft Foto: dpa

Fernreisen finden momentan nur innerhalb der eigenen vier Wände statt und unter Vorbehalt einer gehörigen Prise Einbildungskraft. Einer hat es vor zwei Jahrhunderten vorgemacht: Xavier de Maistre mit seiner „Abenteuerlichen Reise in meinem Zimmer“. Während Europa vom Fieber exotischer Weltreisen erfasst und nichts in der literarischen Öffentlichkeit erfolgreicher ist als Reiseberichte, von Chateaubriand und Lamartine bis Alexander von Humboldt, muss ein anderer Schriftsteller bis auf Weiteres auf Ausgang verzichten.

Der savoyische Offizier de Maistre, den es später nach Russland lockt, wo er mit der Zarenarmee im Kaukasus kämpft und am Feldzug gegen Napoleon teilnimmt, befindet sich 1790 noch in Turin und ist gerade wegen eines Duells mit einem Rivalen zu einem sechswöchigen Hausarrest verurteilt. In seiner beengten Wohnung über den Dächern der piemontesischen Hauptstadt sucht er nach Finten, um die Zeit totzuschlagen. Da fällt ihm ein, er könne sich einer Art imaginären Lockerungsübung hingeben, einem Spaziergang im Geiste.

Den Offizier, zeitlebens im Windschatten seines ungleich berühmteren Bruders, des Staatsphilosophen Joseph de Maistre, verbindet mit diesem eine antimoderne royalistische Gesinnung: Aufklärerisches Gedankengut war keinem der beiden geheuer. Anders als der unermüdliche Publizist Joseph schrieb der Offizier Xavier nur wenig, doch sein Selbstexperiment „Reise in meinem Zimmer“ geriet im 19. Jahrhundert zu einem kleinen literarischen Bestseller.

42 Kapitel umfasst das Buch, ein Kapitel pro Tag seiner Zwangsisolierung. Jedes Möbelstück der Quarantäne wird abgeschritten, vom Bett zum Lehnstuhl und wieder zurück zum Schreibtisch. Diverse Gemälde und Kunstdrucke, die die Wohnungswände tapezieren, rechtfertigen fantasievolle Abschweifungen, während Schreibzubehör oder Waschutensilien zu eloquenten Dialogpartnern werden. Den Vergleich mit Georges Perecs Beschreibungsübungen im 20. Jahrhundert braucht diese Zimmerreise nicht zu scheuen: Dessen „erschöpfende Gesamtbeschreibung eines Ortes“ (tentatives d’épuisement d’un lieu) steht Xavier de Maistres Versuch tatsächlich in kaum etwas nach. Im Übrigen sorgen nicht nur leblose Gegenstände für Ablenkung in diesem Alltag mit Ausgangsbeschränkung; am Rande erfährt man, dass der festgesetzte Duellant die Wohnung mit einem Hausdiener teilt. Selbst ein Haustier ist da, eine Hündin namens Rosine.

Man könnte diese kleine Schrift aus dem ausklingenden 18. Jahrhundert als amüsante literarische Spielerei abtun, was sie zweifellos auch ist. Doch die gegenwärtige Krise aufgrund des Coronavirus und die verhängten Ausgangssperren lassen de Maistres Zimmerreise in ein unvermutetes neues Licht rücken. Auffallend ist etwa, dass der Erzähler im Laufe der Quarantäne alle Gemütszustände durchmacht: Die Fassade des vorsätzlichen Optimismus bröckelt immer wieder und lässt Ermattung und Fassungslosigkeit aufblitzen.

Ferner will die Einrichtung in den vier Wänden nicht recht gelingen; immer wieder gleitet der Geist ab in die Ferne, und nichts wird inständiger erlebt als dasjenige, was gerade fehlt. Dem Turiner Hausarrest, zu dem der Haudegen de Maistre verurteilt worden war, mangelt es an der gesamtgesellschaftlichen Brisanz, die einer weltweiten Pandemie eignet; in seiner kleinen Phänomenologie des Kontaktverbots brechen sich aber Erfahrungen Bahn, die heute seltsam vertraut scheinen. Das ganze Elend der Menschheit – so steht es schon bei Blaise Pascal – rühre nur daher, dass der Mensch nicht in der Lage sei, ruhig in einem Zimmer zu verharren.

Privilegien in Ausnahmezeiten

Der Royalist de Maistre gehört freilich, bei allen Einschränkungen, weiterhin zu den Privilegierten, und wer sich in Westeuropa momentan gerade mit derlei Lektüren tröstet, muss sich zweifellos auch dazuzählen. Imaginäre Reisen im eigenen Zimmer kann nur unternehmen, wer überhaupt eines hat (die Coronavirus-bedingte Arbeitslosigkeit zwingt in Madagaskar, Kenia oder Kolumbien Zehntausende Menschen zur Stadtflucht, weil sie die Mieten nicht mehr bezahlen können) oder aber die Muße dazu aufbringen kann (wer momentan auf der Intensivstation arbeitet, dürfte andere Sorgen haben).

Die gegenwärtige Lage hat ihrerseits derjenigen Xavier de Maistres gegenüber einige Vorzüge: Was dem verurteilten Soldaten in der Dachgeschosswohnung in Turin seinerzeit fehlte, waren Kommunikationstechnologien wie Telefon und Internet, die heute vorführen, warum gesellschaftlicher Zusammenhalt aufgrund von Distanz nicht gleich zusammenbrechen muss (Der Ausdruck social distancing ist daher völlig fehlgeleitet, richtiger wäre es wohl, von physical distancing zu sprechen).

Waren für den savoyischen Offizier die Wandbilder Anlass, aus seinem Hausarrest imaginär auszubrechen, bricht heute die Welt über die Bildschirme ins eigene Zuhause ein, sodass neuverhandelt werden muss, was nah und fern jeweils bedeutet. Verbindungen lassen sich mittlerweile über vielerlei Kanäle herstellen.

Epidemische Ungleichheiten

Weitreichender dürfte die Frage sein, wem wir uns – in dieser Krise und darüber hinaus – verbunden fühlen. Denn durch das Coronavirus sind alle betroffen, und das ändert viel in den moralischen Ökonomien globalisierter Verhältnisse. Alle sind betroffen, wenn auch nicht in gleicher Weise; Ungleichheiten machen sich auch so bemerkbar: als epidemische Ungleichheiten. Auffallend ist, dass die Krise vor allem in Überflussgesellschaften eines enthüllt: deren extreme Abhängigkeit.

Obwohl kein Land davor gefeit ist, betraf das Virus zunächst die Weltregionen, die als Motor der Globalisierung durch starken Waren- und Personenverkehr geprägt sind. Denn für diesen Koloss auf tönernen Füßen beginnt der Boden zu wanken; ein Krankheitserreger, nicht größer als ein zehntel Mikro­meter, stellt plötzlich viele liebgewonnene Gewissheiten in Frage. Bei der Ursachenforschung sind einige mit Antworten schnell bei der Hand: zügellose Personenfreizügigkeit, der wildgewordene globale Kapitalismus oder aber die Hybris des Menschen, der auf den Nassmärkten artenfremde Gattungen wie Schuppentiere, Fledermäuse oder Schlangen zusammenpfercht.

Anderen wiederum, die den Zusammenbruch der thermo­industriellen Zivilisation prophezeit hatten, gilt die Coronaseuche als Warnsignal des Planeten, als letzter Schuss vor den Bug, damit sich die Menschheit endlich der Tatsache bewusst wird, dass es eine Welt ohne sie geben könnte.

Was die Katastrophenfilme von Hollywood jahrelang vorgeführt haben, nämlich die Aussicht eines postapokalyptischen, menschenleeren Planeten, ist nun greifbarer denn je. Aus aller Welt treffen sie ein, die Bilder von leergefegten Einkaufsmeilen und ausgestorbenen Innenstädten, in denen dann die Natur langsam wieder Einzug hält. In Chile kommen die Berg­pumas aus den Kordilleren herunter, Finnwale kreuzen vor Marseille, in Venedig schwimmen in dem aufklarenden Lagunenwasser wieder Fische, während in einem chinesischen Zoos ein Pandabären-Paar endlich zum Geschlechtsverkehr schreitet, den es sich – ob der vielen Gaffer – seit einem Jahrzehnt versagte.

Wann kehrt der Normalzustand wieder ein? Vielleicht ist diese Frage falsch gestellt. Wenig Gewissheiten hält die Coronakrise bereit, aber doch immerhin solche, die negativer Art sind: Wir werden uns plötzlich all dessen bewusst, was fehlt. Die Ausgangsbeschränkungen zeigen, wie schon damals für Xavier de Maistre, was nun alles aus-, aber auch wie schwierig uns die Beschränkung fällt. Gleichsam als Entzugserscheinung macht sich die Abhängigkeit bemerkbar.

Viren kennen keine Grenze

Wie absurd neosouveränistische Abschottungsversuche in Anbetracht einer solchen globalen Bedrohung ausfallen, das sollte eigentlich ein Blick in die Geschichtsbücher zeigen: Virenerreger machen genauso wenig am Schlagbaum halt wie die radioaktive Tschernobyl-Wolke an westeuropäischen Staatsgrenzen. Im Augenblick wird die internationale Abhängigkeit in der Herstellung von Masken und sonstigen Mitteln der Krankheitsbekämpfung eher als Schwachstelle unserer politischen Systeme begriffen, die sich nicht zeitig für das Worst-Case-Szenario vorbereitet hatten.

Doch vielleicht birgt diese Einsicht in systemische Verletzlichkeit auch Anlass, über Zusammenhalt und Solidarität anders nachzudenken. Räumliche Abkapselung darf nicht mit politischer Abkapselung verwechselt werden. Was für Staaten gilt, gilt für Individuen allemal: Ausgangssperren bedeuten auch – wie schon für Xavier de Maistre – eine negative Erinnerung an all das, was ein soziales Band ausmacht.

Ameisen auf einer Fensterbank

Der italienische Fotograf Bernasconi nimmt die Wochen der Isolation zu Hause auf... Foto: Alberto Bernasconi/laif

Abschließend noch einmal ein Abstecher in die Welt der Literatur. Der Autor der „Abenteuerlichen Reise in meinem Zimmer“ hatte 1811 auch noch eine andere kleine Novelle veröffentlicht: „Der Aussätzige von Aosta“ heißt sie und geht auf de Maistres Aufenthalt zwanzig Jahre früher im norditalienischen Aosta-Tal zurück. Was anfänglich nur ein kurzfristiges Winterlager für sein royalistisches Regiment darstellen sollte, das sich in Erwartung der anrückenden revolutionären Truppen taktisch in die Bergtäler zurückziehen sollte, dauerte mehrere Jahreszeiten. Bei dieser erzwungenen Entmobilisierung lernt de Maistre 1797 auch einen Leprakranken namens Guasco kennen, der mitten in der Provinzhauptstadt Aosta abgeschieden in einem mittelalterlichen Turm lebt.

In der Novelle wagt sich der Soldat an den Turmeingang heran, und der voyeuristische Impuls ist nicht ganz zu übersehen. Der mit Lepra geborene und grausam entstellte Guasco berichtet von seinen Beschäftigungsstrategien und wie er bemüht ist, selbst in dieser Verbannung noch einem gesellschaftlichen Leben nachzugehen. Besonders überrascht zeigt sich de Maistre über den gepflegten Gemüsegarten. Guasco betont gleich, dass es sich hier nicht um seinen Eigenbedarf handelt: Er habe sich aus ganz Italien die besten Pflanzensamen liefern lassen und veredle in seinen Beeten Blumen, die er bewusst nicht anrühre, damit die Kinder der Stadt sie später pflücken können. Der gläubige de Maistre will darin vor allem ein Zeichen christlicher Nächstenliebe sehen. Man darf die Novelle vielleicht aber auch schlicht anthropologisch lesen: Der Mensch bleibt, auch wenn ihm Gesellschaft verwehrt ist, ein Gesellschaftstier.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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