Regisseur Joseph Vilsmaier ist tot: Über Umwege zum Film
Er feierte Erfolge mit Filmen wie „Herbstmilch“, „Schlafes Bruder“ und „Comedian Harmonists“. Jetzt ist der Regisseur Joseph Vilsmaier gestorben.
dpa/taz | Der Regisseur Joseph Vilsmaier ist tot. Er sei am Dienstag im Alter von 81 Jahren gestorben, teilte eine PR-Agentur am Mittwoch im Auftrag der Familie mit.
Erst mit fast 50 Jahren hatte sich Vilsmaier als Regisseur erprobt: 1988 inszenierte er „Herbstmilch“, einen Kinofilm über das harte Leben der niederbayerischen Bäuerin Anna Wimschneider. Seine Literaturverfilmung „Schlafes Bruder“ sorgte international für Aufsehen und ging 1995 sogar ins Rennen um den Oscar. Ebenfalls sehr erfolgreich war sein mit vielen Preisen bedachter Film „Comedian Harmonists“ (1997) über das weltberühmte Vokalsextett aus Berlin. In „Nanga Parbat“ von 2010 begab er sich auf die Spuren Reinhold Messmers.
Seine letzte Regiearbeit, der Kinofilm „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ mit Michael Bully Herbig und Hape Kerkeling, konnte er noch verwirklichen. Der Filmstart ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Früher in einer Jazzband
Vilsmaier hatte seine eigene Filmproduktion in Grünwald – die Perathon Medien GmbH. Deren Rechtestock übertrug er im vergangenen Jahr an die Bavaria Media GmbH, ein Tochterunternehmen der Bavaria Film. Vilsmaier hinterlässt die drei erwachsenen Töchter Theresa, Janina und Josefina, die wie ihre Eltern im Filmgeschäft tätig sind. Seine Ehefrau Dana Vávrová war bereits 2009 gestorben.
Zum Beruf des Regisseurs war Vilsmaier über Umwege gekommen. Nach seiner Kindheit und Jugend in Niederbayern und München studierte er Musik, Schwerpunkt Klavier. Er arbeitete als Techniker und spielte in einer Jazzband. Mit Anfang 20 kam er 1961 zum Film, erst als Materialassistent, später als Kameramann. In der Branche nannte man den humorvollen und manchmal auch grantelnden „Bayern mit Leib und Seele“ liebevoll „Sepp“.
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