Psychologin über die Coronakrise: Das Schwarz-Weiß-Denken

Was ist jetzt Grundlage für Entscheidungen? Vieles wissen wir gar nicht genau. Ein Gespräch über Ambivalenz und Diskussion in Krisenzeiten.

Ein Mann mit Motorradhelm.

„Angst haben zu können, ist eine gute Sache“, sagt Christine Kirchhoff Foto: Sebastian Wells/Ostkreuz

taz: Frau Kirchhoff, seit über einer Woche gilt in Deutschland das sogenannte Kontaktverbot. Bis zum 20. April soll es mindestens noch gelten. Wie lange halten die Menschen das aus?

Christine Kirchhoff: Ich fürchte, nicht besonders lange. Was mich aber viel mehr beschäftigt: Auf welcher Grundlage wird über solche Maßnahmen entschieden? Auf Dauer wird es nicht funktionieren, dass man solche Entscheidungen allein auf Grundlage medizinischer Erkenntnisse trifft. Das sind politische, gesellschaftliche Entscheidungen. Da muss man abwägen. Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft und nicht in einer, die von Experten regiert wird. Corona ist eine ernste Gefahr, ich finde die Maßnahmen auch sinnvoll, aber es fehlt eine Diskussion.

Worüber?

Darüber, dass wir die Maßnahmen gerade vor dem Hintergrund treffen, dass wir eigentlich vieles gar nicht so genau wissen. Wir wissen nicht genau, wie hoch die Dunkelziffer der Infizierten ist, wie viele Menschen wirklich daran sterben werden. In den vergangenen Tagen gab es Momente, in denen ich dachte, dass das auch umschlagen kann, dass man sich, wenn man überhaupt nur diskutieren möchte, automatisch im Lager der Leugner wiederfindet. Es wird so ein Bescheidwissen weitergetragen. Nicht nur von den Verschwörungstheoretikern, die jetzt genau wissen, wo das Virus vermeintlich herkommt: entweder von den Zionisten, den Amerikanern oder den Chinesen. Das sind die extremen Formen. Es geht aber auch um den Umgang mit Zahlen, die zu leichtfertig verbreitet und zu unkritisch hingenommen werden, ohne dass darüber berichtet wird, wie unsicher die Datenlage noch ist. Das große Problem ist, mit dem gegenwärtigen Nichtwissen umzugehen.

Was macht dieses Problem mit dem Einzelnen?

Wir werden lange auf alles verzichten müssen, was Halt gibt und Freude macht, aber nicht systemrelevant sei, sagen Virologen. Das ist eine Verzichtsrhetorik, die kontraproduktiv ist, die Angst macht. Es ist ja angemessen, in dieser Situation Angst zu haben. Als Psychologin würde ich sagen: Angst haben zu können, ist eine gute Sache. Wenn jemand sagt, er habe keine Angst, dann muss man sich Sorgen machen, das liegt dann meistens daran, dass er etwas verleugnet. Angst kann sich aber auch schnell verselbstständigen, sich vom Ursprung ablösen. Dann wird sie zur Panik. Dann hat man Angst, gegen die nur noch Kontrolle hilft, und die Kontrolle verstärkt die Angst dann paradoxerweise, denn je mehr kontrolliert wird, desto größer wird der Anlass der Angst. Eine Panikspirale entsteht.

geb. 1974, ist Psychologin und Professorin für Theoretische Psychoanalyse, Subjekt- und Kulturtheorie an der International Psychoanalytic University Berlin (IPU). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Psychoanalyse und Kritische Theorie, (psychoanalytische) Zeitdiagnostik und Autoritarismus.

Welche Rolle spielen Medien, wenn der Kontakt, den ein Mensch zur Außenwelt hat, vor allem über sie und soziale Medien besteht?

Zunächst haben die Medien die Maßnahmen der Politik weitergegeben und flankiert. Aber sie haben auch zur Anspannung beigetragen. Wenn jemand angefangen hat, über Ausgangssperren nachzudenken, hat man das sofort auf medialen Plattformen gefunden. Der Ton hat sich in den vergangenen Tagen etwas beruhigt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das daran liegt, dass ich weniger Medien konsumiere, weil ich irgendwann gemerkt habe: Es reicht.

Sie lesen keine Zeitung und schauen keine Nachrichten mehr?

Ich lese nur noch Artikel, bei denen ich wirklich etwas lernen kann. Ich schaue nicht mehr in meine Facebook-Timeline.

Schaffen Sie das?

Mehr oder weniger.

In den sozialen Medien gibt es viele selbst ernannte Experten.

Die einen wissen, dass wir jetzt alle sofort zu Hause bleiben müssen, weil sonst, überspitzt gesagt, Millionen von Menschen sterben werden. Die anderen wissen, dass das gerade nur eine große Manipulation und die Rückkehr des autoritären Charakters ist. Dabei kann man erst mal ganz schlecht sehen, ob die Menschen jetzt alle zu Hause bleiben, weil sie vernünftig sind, oder ob sich da so etwas wie eine Volksgemeinschaft reformiert. Das werden wir erst sehen, wenn die Krise überstanden ist.

Der Begriff der Vernunft scheint in der Coronakrise umkämpfter denn je.

Sascha Lobo hat den schönen Begriff der „Vernunftpanik“ geprägt. Aus der Perspektive der Psychoanalytikerin betrachtet: Wenn die Panik schwer auszuhalten ist, dann sucht man sich vernünftige Gründe dafür. Das nennt man dann irgendwann Wahn, da sind wir bei den Verschwörungstheorien oder beim Bescheidwissen. Gleichzeitig – und das ist das Schwierige an der Vernunft – fordert vernünftiges Denken und Handeln Ambivalenztoleranz, wie wir es in der Psychoanalyse nennen. Man muss sich entscheiden, aber die Situation ist nicht eindeutig, man muss abwägen und man weiß dann auch nicht genau, ob man richtig entschieden hat. Das ist das Gegenteil von: „Wir müssen jetzt genau so handeln, denn es gibt keine Alternativen.“

Wäre es eine Kapitulation für Autoritäten, diese Ambivalenz zuzugeben?

Es ist schwierig, aber es wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings, auch wenn man die Gesellschaft vor Corona beobachtet, ist das ja etwas, das sowieso schwer ist. Man erkennt Krisen daran, dass das Schwarz-Weiß-Denken, das Entweder-oder zunimmt.

Aber es ist doch ein Dilemma: Wir können zwar diskutieren, haben aber keine Zeit.

Ich sehe das Problem auch. Aber ich glaube, man müsste gerade jetzt darüber diskutieren. Und auch darüber sprechen, was es mit den einzelnen Menschen in ihren Wohnungen macht, wenn man bestimmte Prognosen verbreitet.

Die Einschaltquoten der Öffentlich-Rechtlichen sind gestiegen, die Zustimmungsraten für die Union, für Merkel, Spahn und Söder haben zugenommen. Es scheint einerseits großes Vertrauen in etablierte Institutionen zu geben. Andererseits ist die Coronakrise Blütezeit krudester Verschwörungstheorien.

Es wäre interessant zu wissen, ob diejenigen, die Verschwörungstheorien in die Welt setzen oder konsumieren, gleichzeitig auch die „Tagesschau“ sehen. Wenn man Angst hat und etwas nicht einschätzen kann, wenn etwas unheimlich ist, dann braucht man Halt. Und dann können gerade Institutionen wie die „Tagesschau“ oder öffentlich-rechtliche Medien Halt geben. Gleichzeitig kann die Haltsuche aber auch umschlagen, wenn der Halt nicht ausreicht. Da kommt wieder das Nichtwissen ins Spiel. Das macht Verschwörungsdenken so attraktiv, weil es verspricht, dass man lückenlos sagen kann, wo das Virus herkommt, was es ist und wie es weitergehen wird. Dann ist die Welt wieder sortiert.

Diejenigen, die nach härteren Maßnahmen rufen, sehnen sich ja auch nach Halt. Andere halten diese Maßnahmen für übertrieben. Verändert die Coronakrise unser Verhältnis zu Autoritäten?

Wenn ich sage: „Ach, das ist alles völlig übertrieben, ich muss keine Angst haben, ich gehe trotzdem nach draußen, dann muss ich mich auch nicht damit beschäftigen, dass da draußen eine gefährliche Krankheit sein könnte und was es mit mir macht, wenn ich zu Hause bleibe“, oder wenn ich sage: „Ausgangssperre jetzt und zwar für alle“, dann suggeriert das, dass man diese Situation kontrollieren kann. Beiden Positionen geht es um Kontrolle und Abwehr von Angst. In den westlichen europäischen Gesellschaften leben wir ja in einer Welt, in der es eigentlich keine lebensbedrohenden Infektionskrankheiten mehr gibt. Was gerade auch zur Disposition steht, ist diese Illusion von Unversehrtheit. Ähnlich wie beim Klimawandel merken wir, dass wir abhängig sind von der Natur, von unserem Körper, dass wir krank werden und sterben können, dass wir es nicht in der Hand haben.

Etwas pathetisch könnte man sagen: Die Natur, die wir glaubten zu beherrschen, kehrt wieder zurück.

Ja, dazu gehört auch die Illusion der technischen Beherrschung aller Risiken. Da kehrt etwas zurück, das immer da war, dass wir auch selbst Teil der Natur sind und dass Naturbeherrschung ihre Kosten und Grenzen hat. Aber das ist nicht nur jetzt ein Thema, auch der Zustand vor der Krise war ja wegen dieser Illusion schon einer der gesellschaftlichen Destruktivität.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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