Probleme fürs Internet Archive: KI und Geschichte
Die Wayback Machine archiviert Websites und hilft so uns allen. Doch jetzt wird sie von manchen Medien ausgeschlossen, aus Angst vor KI.
Dass das Internet nicht vergisst, ist ein Märchen. Ständig ändern Unternehmen die Inhalte auf ihren Websites, korrigieren Medien ihre Onlineartikel, löschen Promis Social-Media-Beiträge. Es verschwindet: die Geschichte von Fakten und Menschen.
Zum Glück gibt es die Wayback Machine vom Internet Archive. Das nutzt zu Recht einen griechischen Tempel als Logo und sammelt seit 1996, was Menschen und inzwischen auch Maschinen so ins Internet pusten. Das ist für uns alle wichtig. Gerade in Zeiten, in denen die Regierung Trump Klimadaten von Behördenwebsites löscht und Schwarze und queere Menschen von Gedenk- und Geschichtsseiten entfernt.
So vergehen er und viele andere Machthaber sich an der Wahrheit. Die Wayback Machine tritt dem entgegen. Und trotzdem blockieren nun einige Medienhäuser wie die New York Times oder der Guardian, dass die Wayback Machine ihre Seiten archiviert. Dabei müsste ihnen nicht nur aus ethischen Gründen, der Verpflichtung zur Wahrheit, an dem Projekt gelegen sein. Sondern auch wegen der Recherchen. Im Archiv können wir auf gelöschte Posts von Politiker*innen zugreifen. Herausfinden, ob das Auswärtige Amt seine Reisewarnung für Dubai wirklich schon einige Zeit vor oder erst mit Ausbruch des Irankriegs ausgesprochen hat.
Doch manche Medien haben verständlicherweise Angst: Sie verdächtigen Unternehmen, über die Wayback Machine auf Artikel zuzugreifen, um sie ihrer KI im Training zum Fraß vorzuwerfen – ohne für Lizenzen zu zahlen. Trotzdem haben nun über 100 Journalist*innen einen Brief veröffentlicht. Sie bedanken sich beim Archiv, dass die Berichterstattung von heute auch in Zukunft Journalist*innen, Forscher*innen und Öffentlichkeit zur Verfügung steht. „Dieses Archiv zu bewahren, ist von entscheidender Bedeutung für den Schutz des journalistischen Erbes.“
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