piwik no script img

Parlamentswahl in KosovoNoch mal und noch mal

Kein halbes Jahr nach der letzten Wahl stimmen die Bürger im Kosovo erneut ab. Kann die selbst verschuldete Blockade nun überwunden werden?

dpa | Im Kosovo wird am Sonntag zum dritten Mal innerhalb von 16 Monaten ein neues Parlament gewählt. Als klarer Favorit gilt weiterhin die linke Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung) von Ministerpräsident Albin Kurti. Die vorgezogene Neuwahl wurde notwendig, weil das vorangegangene Parlament nicht fristgerecht ein neues Staatsoberhaupt wählen konnte. Dafür mangelte es am verfassungsmäßig vorgeschriebenen Quorum.

Das Mandat der bisherigen Staatspräsidentin Vjosa Osmani war am 4. April abgelaufen. Zuletzt hatte es Ende Dezember 2025 vorgezogene Neuwahlen gegeben, weil Kurti aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in dem im Februar desselben Jahres gewählten Parlament keine Regierung bilden konnte.

Die Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin für Osmani bleibt auch Aufgabe des künftigen Parlaments. Dafür ist die Anwesenheit von 80 der 120 Abgeordneten bei der Abstimmung erforderlich. Bei jüngsten Abstimmungen waren nicht genügend Abgeordnete im Saal, weswegen keine gültige Wahl erfolgen konnte.

Da dieses Quorum für Vetevendosje und ihre Partner alleine nicht in Reichweite ist, braucht es den Konsens zumindest einer größeren Oppositionskraft. Bislang zeichnet sich ein solcher nicht ab. Das kleine Balkanland droht deshalb in einen Kreislauf immer neuer Parlamentswahlen zu geraten.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare