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Opposition um jeden Preis in HamburgDie CDU sieht bei Verkehrssicherheit schwarz

Gernot Knödler

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Gernot Knödler

Die Hamburger CDU liest die Verkehrsunfallstatistik auf eine Weise, die an Desinformation grenzt. Überzeugende Oppositionsarbeit ist das nicht.

K lar, Statistiken liest jeder so, wie es ihm ins Konzept passt. Ihren Kommentar zur Verkehrsunfallstatistik 2025 hätte sich die Hamburger CDU jedoch besser verkniffen – zu bemüht und hergeholt ist ihre Interpretation der Zahlen. Es ist halt schwer, aus einer eher positiven Verkehrssicherheitsbilanz als Opposition Honig zu saugen. Die CDU versucht es trotzdem.

Fraktionschef Dennis Thering setzt den Ton: „Die Unfallzahlen in Hamburg sind weiterhin besorgniserregend, und das trotz eines insgesamt leicht rückläufigen Autoverkehrs.“ Es zeige sich, dass weniger Autos nicht zwangsläufig zu weniger Unfällen führten. Im Gegenteil: Es gebe mehr Unfälle mit Personenschäden.

Das ist überraschend, denn die Polizei und die SPD-geführte Innenbehörde verlautbaren: „Mit Ausnahme der Corona-Pandemiejahre verletzten sich noch nie so wenige Menschen im Hamburger Straßenverkehr.“

Des Rätsels Lösung? – Die CDU bezieht sich auf die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, der rot-grüne Senat auf die Zahl der bei diesen Unfällen Verletzten.

Am Auto kann es nicht liegen

Es ist auf eine Art legitim, sich die Zahl auszusuchen, die man in den Vordergrund stellen will. Doch auch die Opposition sollte kein allzu verzerrtes Bild von der Wirklichkeit liefern. Zwar gab es 2025 etwas mehr Unfälle als im Jahr davor, aber eben mit weniger Verletzten. Und der Trend bei den Verletzten ist seit Jahren eindeutig rückläufig.

Dazu kommt der Subtext, den die CDU liefert: Mehr Unfälle, aber am Auto kann es nicht liegen – eben wegen des rückläufigen PKW-Verkehrs.

Das verkennt aber die Machtverhältnisse auf den Straßen, die sich in den Unfallzahlen spiegeln: Rund 64.300 Unfälle gab es insgesamt; an 55.700 waren PKW beteiligt, an 15.300 LKW, an 4.000 Fahrradfahrer, an 2.900 Omnibusse, an je 1.300 Fußgänger und Motorräder an 1.000 E-Rollerfahrer.

Und Fraktionschef Thering kommt dann doch noch auf die Verletzten zu sprechen: Insbesondere Radfahrer, Fußgänger und E-Roller-Fahrer seien häufiger verunglückt. „Besonders im Hinblick auf Radfahrunfälle (+1,2 Prozent) und den Anstieg an verletzten Radfahrern (+0,4 Prozent) sind klare Regelungen, eine sichere Infrastruktur und eine höhere Rücksichtnahme in Straßenverkehr unverzichtbar“, stellt er fest.

Die Radfahrer so herauszuheben, ist einigermaßen merkwürdig – schließlich sind die Zahlen hier nur im unteren einstelligen Bereich gestiegen –, wobei die Zahl der Fahrten mit dem Fahrrad in jenem Jahr um vier Prozent zugenommen hat. E-Roller-Fahrer waren dagegen um die 20 Prozent häufiger in Unfälle verwickelt als im Jahr davor, ebenso Kinder sowie Senioren um 10 Prozent. „Der rot-grüne Senat muss dringend handeln, um die Ursachen dieser alarmierenden Entwicklungen zu bekämpfen“, fordert die CDU.

Ein Schelm, wer vermutet, dass die Radfahrer hier zu einem zu regelnden Problem stilisiert werden sollen – und nicht etwa die Rollerfahrer oder die Senioren.

Ein Schelm, wer vermutet, dass die Radfahrer hier zu einem zu regelnden Problem stilisiert werden sollen – und nicht etwa die Rollerfahrer oder die Senioren. Möglicherweise können sich die Christdemokraten diesen Fokus einfach nicht abgewöhnen.

Löblicherweise vermerkt die CDU, dass mit elf Menschen noch nie so viele Radler tödlich verunglückt sind wie im vergangenen Jahr – wobei die Gesamtzahl der tödlich Verunglückten mit 21 so niedrig war wie seit 2015 nicht mehr.

Der Leiter der Hamburger Verkehrsdirektion, Thomas Model, bewertete die Entwicklung 2025 als positiv. Gleichwohl gebe es noch viel zu tun, um den Straßenverkehr sicherer zu machen. „Ungeschützte Verkehrsteilnehmende tragen dabei das höchste Risiko“, erklärte Model.

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Gernot Knödler

Gernot Knödler Hamburg-Redakteur

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