Online-Kunstmuseum in Großbritannien: Das Meisterwerk aus dem Bürgeramt
Viele Kunstwerke der Welt sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. In Großbritannien werden nun mehr als 200.000 Gemälde abfotografiert und ins Netz gestellt.
Bild: Screenshot: bbc.co.uk
LONDON afp | Großbritannien verfügt über einige der besten Kunstmuseen der Welt, doch die allermeisten Ölbilder in öffentlichem Besitz befinden sich seit Jahrzehnten im Lager oder sind dem Publikum aus anderen Gründen nicht zugänglich. Das soll sich nun ändern. Bis zum Jahresende werden 210.000 Gemälde entstaubt und abfotografiert und als Teil eines einzigartigen Projekts namens „Your Paintings“ ins Internet gestellt, wie die Organisatoren mitteilten.
Etwa hundert Rechercheure beteiligten sich an der zehnjährigen Jagd nach den Objekten. Fündig wurden sie in Universitäten, Polizei- und Feuerwachen, Bibliotheken und Krankenhäusern, sogar in einem Zoo und einem Leuchtturm. In Kunsthochschulen stießen sie auf frühe Werke späterer Meister, etwa von David Hockney.
In einer Londoner Klinik gab es einen Veronese, im Rathaus von Bristol – umgeben von Computern und Fotokopierern – ein Triptychon von William Hogarth und in einem Bunker aus dem Kalten Krieg ein Bild von James McNeill Whistler.
Nach den Worten von Andy Ellis, dem Direktor der Public Catalogue Foundation, die das Projekt zusammen mit der BBC organisiert, werden nicht nur Werke anerkannter Künstler berücksichtigt, sondern alle Gemälde, „ungeachtet ihrer Qualität“. Es handele sich um ein „demokratisches Projekt“, das allen ermöglichen solle, „alle Bilder der Sammlung zu sehen und dann selbst zu entscheiden, was ihnen gefällt und was nicht“.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert