Öffentlicher Dienst der Länder: Gewerkschaften drohen mit weiteren Warnstreiks
Kommt es zur Annäherung oder bleiben die Fronten verhärtet? Der Ausgang des Tarifstreits mit den Ländern geht auch Patienten, Autofahrer oder Eltern an.
dpa | Im Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder drohen die Gewerkschaften mit einer Ausweitung der Warnstreiks. Bei weiterer Uneinsichtigkeit der Ländervertreter würden die Gewerkschaften ihre Aktionen in den nächsten Wochen „massiv ausweiten müssen“, sagte der Chef des dbb Beamtenbund und Tarifunion, Volker Geyer, der Deutschen Presse-Agentur. Verdi und die Länderarbeitgeber setzen die Gespräche heute in Potsdam fort.
Von weiteren Ausständen betroffen sein könnten nach Geyers Angaben etwa Unikliniken, Straßenräumdienste oder Tarifbeschäftigte in den Schulen. Die Länderseite forderte Geyer zur Vorlage eines Angebots bei der nun anstehenden zweiten Verhandlungsrunde auf. Ähnlich hatte sich auch Verdi-Chef Frank Werneke geäußert.
Was die Beschäftigten wollen
Verdi und der dbb fordern für die mehr als 920.000 Tarifbeschäftigten 7 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnt das als unbezahlbar ab. Betroffen sind mehr als 2 Millionen Beschäftigte, denn auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte wird der Abschluss in der Regel in den einzelnen Ländern übertragen. Nur Hessen hat einen anderen Tarifvertrag.
Die zweite Verhandlungsrunde dauert bis Freitag. Mitte Februar wollen beide Seiten in Potsdam abschließend aufeinandertreffen. In Potsdam wollen nach Gewerkschaftsangaben Hunderte Beschäftigte in Hörweite des Verhandlungshotels demonstrieren.
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