Neues Festival auf dem Tempelhofer Feld: Pasha und Kalkbrenner calling
Das TFELD-Festival versammelt am Samstag erstmals die Berliner Hip-Hop- und Techno-Elite auf dem Tempelhofer Feld. Mit dabei: Pashanim und Paul Kalkbrenner.
Foto: Martin Bertrand/imago
Berlin ruft an, er hat zwanzig verpasste Anrufe. „Zwanzigtausend vor der Stage, als wär ich Kalkbrenner / Und im Radio hörst du Pasha jetzt auf alle Sender“, singt Pashanim, kurz Pasha, in seinem neuen Track „Berlin calling“. Der Kreuzberger Rapper reiht sich damit selbstbewusst neben einen der größten deutschen Techno-Exporte ein: Paul Kalkbrenner. Mit seinem gleichnamigen Soundtrack-Album wurde der Leipziger 2008 zum internationalen Aushängeschild der Berliner Clubkultur. Es hielt sich über 113 Wochen in den Deutschen Albumcharts, über 500.000 Exemplare wurden verkauft.
Am Samstag wird sich zeigen, ob Pashanim in Kalkbrenners Fußstapfen treten kann. Nur knapp einen Monat nach der Veröffentlichung seines neuen Albums „Lounge Musik“ stehen die beiden Künstler auf derselben Bühne: beim TFELD Festival. Das neue Musikfestival auf dem Tempelhofer Feld versteht sich als „Hommage an die Berliner Jugend- und Subkultur“. Unter dem einfallsreichen Motto „Das ist Berlin“ spielt auf vier Bühnen von 13 bis 22 Uhr ausschließlich die Berliner Hip-Hop- und Techno-Crème de la Crème: Paul Kalkbrenner, Pashanim, Marlon Hoffstadt, AK Ausser Kontrolle, Ceren, Lucio101.
Und Pasha hat recht: Neben Kalkbrenner dürfte er einer der größten Stars unter ihnen sein. Can Bayram, der 2000 als Sohn eines kurdischen Vaters und einer deutschen Mutter in Kreuzberg geboren wurde, war 2025 nach Taylor Swift in Deutschland der meistgestreamte Künstler in Deutschland. Auf Spotify hat der Rapper fast fünf Millionen monatliche Hörer*innen.
Dabei entzieht Pashanim sich den üblichen Regeln des Musikgeschäfts. Er pfeift auf monatelange Promo, Interviews, Fernsehauftritte und ständige Präsenz in den sozialen Medien. Auch sein neues Album veröffentlichte er Ende Juli ohne große Ankündigung. Darin rappt er, wie immer, über den Alltag in Kreuzberg, Kiffen, Gucci-Sweater, Prada Schuhe, Kriminalität und „schlimme Sachen, die einem in Berlin zu früh passieren“. In „Berlin Calling“ heißt es: „Meine Stadt wird jetzt gefährlich, was soll's?“, in „Lounge City“: „Laufe mit Eisen wie Hattori Hanzo / Weil Berlin wird jetzt grad zu Chicago“ – eine Zeile, die sich als Anspielung auf die zunehmenden Schießereien in der Stadt lesen lässt, auch in Kreuzberg, vor allem im Gräfekiez.
25.000 Besucher*innen erwartet
Auch die weibliche Antwort auf Pashanim tritt beim TFELD Festival auf, wie viele Fans im Internet die Berliner Sängerin Ceren feiern. Ihren Durchbruch feierte die 22-Jährige im Frühjahr mit „Shabab(e)s im VIP“, ihrem gemeinsamen Track mit Pashanim, der sich einen Monat lang an der Spitze der deutschen Single-Charts hielt. Seitdem ist Ceren Berlins Rising Star: Über eine Million monatliche Hörer*innen verzeichnet die auf Deutsch, Türkisch und Englisch singende Musikerin inzwischen auf Spotify.
Durch Stars wie diese – und All-time-Ikone Kalkbrenner – dürfte das Festival gut besucht sein. Die Veranstalter*innen rechnen mit 25.000 Besucher*innen. Laut eigenen Angaben sind bereits 93 Prozent der Tickets verkauft. Die Ticketpreise seien bewusst niedrig gehalten, um möglichst vielen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen, heißt es. „Denn Kultur sollte kein Privileg sein, sondern für alle zugänglich.“ Irritierend ist dann nur der Blick auf die Preise: 89 Euro kostet ein Ticket am Mittwoch auf der Website, inklusive Aftershowparty sogar 109 Euro. Zugang für alle sieht anders aus.
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