Neue Statistik: Fleischverzehr 2024 leicht gestiegen
Die Menschen in Deutschland haben im Schnitt 0,6 Prozent mehr Fleisch gegessen. Vegetarier fordern mehr Engagement von der künftigen Bundesregierung.

„Wie sich dies weiterentwickelt, bleibt abzuwarten“, erklärte die Behörde. „Eine Rückkehr zu Verzehrmengen früherer Jahre erscheint vor dem Hintergrund des Trends zur flexitarischen Ernährung unwahrscheinlich.“ Aus statistischer Sicht sei zu beachten, dass sich der ausgewiesene rechnerische Fleischverzehr je Kopf ab 2022 auf aktualisierte Bevölkerungszahlen bezieht und derzeit ein Vergleich mit Vorjahren nicht möglich ist. „Sobald die Rückrechnung der Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus 2022 vorliegt, können wir den Pro-Kopf-Verzehr zehn Jahre rückwirkend berechnen und Aussagen zum langfristigen Trend treffen“, so die Bundesanstalt.
Der leichte Anstieg im Jahr 2024 sei dadurch begünstigt, dass sich die Inflation laut Statistischem Bundesamt mit 1,3 Prozent gegenüber 2023 in Grenzen hielt. Insbesondere Hühnerfleisch war demnach beliebter, während der Verzehr von Schweinefleisch in den vergangenen Jahren nahezu stagnierte. Die Fleischerzeugung legte erstmals seit 2016 wieder zu.
„Die aktuelle Verzehrstatistik Fleisch zeigt einmal mehr, dass die Politik ihre Anstrengungen für eine zukunftsfähige Ernährung unbedingt fortsetzen muss“, sagte Matthias Rohra, Geschäftsführer der Organisation ProVeg Deutschland, die sich für eine vegetarische Ernährung einsetzt. Die künftige Bundesregierung müsse einen Zukunftsplan Ernährung mit konkreten und verbindlichen Meilensteinen aufzustellen.
Vor allem Schweinefleisch
Wie aus der Versorgungsbilanz Fleisch 2024 hervorgeht, lag Schweinefleisch beim Verzehr mit 28,4 Kilogramm je Einwohner erneut vorn, jedoch mit rund 100 Gramm weniger als 2023. Die Beliebtheit von Geflügelfleisch stieg erneut und lag mit einem Plus von 500 Gramm bei 13,6 Kilogramm pro Kopf. Der Zuwachs geht insbesondere auf Hühnerfleisch zurück. Der Verzehr von Rind- und Kalbfleisch blieb trotz gestiegener Verbraucherpreise mit 9,3 Kilogramm pro Person stabil.
Laut Umweltbundesamt verursachte die Landwirtschaft 2023 inklusive der Emissionen aus Böden und Maschinen 14 Prozent der Treibhausgase in Deutschland. Der Großteil hängt mit der Tierhaltung zusammen. Viele Tiere werden unter Bedingungen gehalten, die die meisten Deutschen kritisieren.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Von Frankreich lernen
Wie man Rechtsextreme stoppt
Strafe wegen Anti-AfD-Symbolik
Schule muss Tadel wegen Anti-AfD-Kritzeleien löschen