Blockierte Meerenge: Iran will Straße von Hormus vorerst freigeben
Das iranische Regime kündigt an, die Meerenge zwischen Iran und den Emiraten wieder zu öffnen. Die USA halten dagegen an ihrer Blockade fest.
rtr/afp/ap/taz | Die Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus wird Iran zufolge für die restliche Zeit der mit Libanon geltenden Waffenruhe aufgehoben. Der Grund dafür sei diese vereinbarte Waffenruhe, die Iran gefordert hatte, teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag auf X mit. Dies gelte für alle Handelsschiffe.
Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, die bereits von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, erklärte Araghtschi weiter. Die Waffenruhe für Libanon trat am Donnerstagabend in Kraft und soll zehn Tage gelten.
Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in den vergangenen Wochen drastisch verteuert.
Trump hält an US-Blockade fest
Nachdem am vergangenen Wochenende erste Verhandlungen zwischen Vertretern Irans und den USA ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren, hatte dann wiederum US-Präsident Donald Trump seinerseits eine Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus verhängt.
Das US-Militär erklärte am Mittwoch, es habe in den ersten zwei Tagen seiner Blockade zehn Schiffe abgefangen. Kein Schiff habe die Blockade durchbrochen, betonte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom.
Diese Aussage steht allerdings im Widerspruch zu den Schifffahrts-Trackingdaten: Laut Datenanalyst „Kpler“ passierten mindestens sieben in Verbindung zu Iran stehende Schiffe die Meerenge, seitdem die Blockade am Montag in Kraft getreten ist, darunter die drei bereits genannten Tanker, die in iranischen Häfen mit Rohöl betankt wurden.
Trotz der von Iran angekündigten Öffnung der Straße von Hormus erklärte US-Präsident Donald Trump umgehend, an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel festzuhalten. Diese solle bestehen bleiben, bis die Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen seien, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Ölpreis fällt deutlich
Unterdessen reagierten die Börsen umgehend auf die Ankündigung des Teheraner Mullahregimes. Der Dax weitete am Freitagnachmittag seine Gewinne deutlich aus und stand 1,9 Prozent höher bei 24.662 Punkten. Die US-Futures zogen ebenfalls an. Gleichzeitig fiel der Ölpreis deutlich: Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich um 9,1 beziehungsweise 9,9 Prozent auf 90,30 und 85,27 Dollar je Fass.
In Paris berieten zudem am Freitagnachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. An dem Treffen nimmt auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teil. Merz hat bereits grundsätzliche Bereitschaft erklärt, dass sich Deutschland unter bestimmten Bedingungen an einem solchen Einsatz beteiligen würde.
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