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Mehr für kritische InfrastrukturPrepperiert Euch!

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Anschläge, Winter, Naturkatastrophen – Gefahr lauert überall. Da ist es gut, zu Hause ein bisschen was gebunkert zu haben.

Schon ein kleiner Vorrat hilft, wenn der Supermarkt dicht ist Foto: FabrikaCr/istockphoto/getty images

E s muss kein militärischer Angriff sein, um ganze Ecken einer Großstadt lahmzulegen. Es genügt schon ein Anschlag auf die Stromversorgung wie Anfang Januar im Süden Berlins, als 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe, Läden, Supermärkte tagelang keinen Strom hatten. Selbst ein harter Wintereinbruch kann dafür sorgen, dass Menschen nicht ins Büro, in die Fabrikhalle, ins Krankenhaus kommen. Weil keine einzige Bahn und kein einziger Bus fährt. So war es jedenfalls vor wenigen Tagen – und wieder in Berlin, diesmal im Norden.

Die Folgen sind hinlänglich bekannt, die Ursachen auch: Die sogenannte kritische Infrastruktur ist nicht ausreichend geschützt. Zu den sensiblen Bereichen einer modernen Gesellschaft gehören nicht nur Energie- und Wasserbetriebe sowie Internet und Mobilfunk, sondern ebenso Lebensmittelhändler, Getränkeproduzenten, Bäckereien. Das hat jetzt auch die Bundesregierung erkannt und will mit einer „Agenda für Resilienz und mehr Souveränität“ die Sicherheit empfindlicher Bereiche aufpeppen.

Das ist komplett richtig und sollte prioritär behandelt werden. Nicht allein deshalb, weil Menschen, Büros und Supermärkte nicht tagelang ohne Strom sein können. Sondern weil die Bedrohungen stärker aus dem Ausland kommen. Das Abwehren von Cyberangriffen, Drohnenspionage, Social Engineering ist mittlerweile ein sehr aufwendiges Tagesgeschäft der Sicherheitsorgane. Die Tricks, mit denen feindliche Geheimdienste Bahntrassen, Stromleitungen, Flughäfen, Wasserreservoirs und selbst Brücken ausspionieren, werden ausgefeilter und perfider. Überall dort, wo von außen angegriffen werden kann, muss mehr Schutz hin.

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Nun kann man nicht an jedem Stromkasten einen Sicherheitsdienst postieren und um jede Atomanlage herum Bundespolizisten. Es würde aber helfen, wenn beispielsweise Energieleitungen künftig ausschließlich unterirdisch verlaufen. Ein solcher Umbau kostet enorm viel Geld – wie Sicherheit grundsätzlich. Trotzdem wird es immer Bereiche geben, die Angriffsmöglichkeiten bieten. Bahnstrecken etwa liegen offen da.

Jenseits von staatlichen Sicherheitsvorkehrungen stellt sich die Frage, ob Menschen nicht ein bisschen mehr preppen sollten. Man muss sich keinen Luftschutzbunker im Keller bauen, um bei einem Angriff einigermaßen sicher zu sein. Schon ein kleiner Vorrat hilft, wenn der Supermarkt dicht ist und keine Bahn mehr fährt. Nudeln, Tomatensauce, Taschenlampen, Kerzen, Wasser, so was. Sicherheit ist nun mal ein Thema, für das sich zuvorderst die Behörden, aber auch jede und jeder Einzelne zuständig fühlen sollten.

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Simone Schmollack
Ressortleiterin Meinung
Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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4 Kommentare

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  • In der allergrößten Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot!



    Wenn Würstchen mit dem Feuer spielen,



    Wenn Jakerlträger auf die Vegvurst schielen,



    Wenn Schnee und Eis die Türen schließen



    und Dir Dummschwätzer den Tag vermiesen,



    dann camp doch einfach mal zu Hause,



    mach eine Ravioli Sause!



    und lade auch den Nachbarn ein,



    denn der hat keinen Prepperschein,



    kurz, Du kannst doch mal versuchen,



    Balkonien zu buchen



    und ganz im Kleinen, still und leise,



    wie auf der langen Wanderreise,



    Die nackten Basics kennen lernen



    von denen wir uns mehr entfernen,



    das Spiegelei brät keine App,



    doch krieg ich 's auf dem Grill gepreppt?



    Abenteuer? - gar nicht weit-



    bist Du dazu schon bereit?

  • Es ist "nur" ein Kommentar, aber es wäre doch nett, wenn am Ende die Lesenden nicht ratlos zurückgelassen würden, "ja, was bräuchte ich denn jetzt außer Tomatensoße und Taschenlampe?" Ein Hinweis auf das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (bbk.bund.de) und die dort verfügbaren Ratgeber und Checklisten sei deshalb erlaubt.

  • Mir ist dazu noch etwas eingefallen -



    das Allerwichtigste scheint mir



    Trinkwasser zu sein.

    Was ich an Nudeln und so weiter im Schrank habe, würde wahrscheinlich für 14 Tage ausreichen - aber ohne Wasser wäre es furchtbar.

  • Nun ja. Ok.



    Aber das wichtigste sind Sachen -



    wie z.B eine gute Nachbarschaft.