Kritik von der Gedenkstätte Buchenwald: Radrennen über „Blutstraße“
Die Strecke der internationalen Deutschland-Tour der Radprofis steht in der Kritik. Eine Etappe führt über ein Gelände der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.
dpa | Der Verlauf der internationalen Deutschland-Tour der Radprofis sorgt für Diskussionen. Grund ist die zweite Etappe, bei der die Rennfahrer nach Darstellung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald über das Gelände auf dem Ettersberg bei Weimar fahren sollen. „Buchenwald ist keine sportliche Herausforderung, sondern ein Ort des Gedenkens an die Opfer und der historischen Reflexion“, sagte Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner am Mittwoch.
Nach Gesprächen mit den Tour-Verantwortlichen habe man „immerhin erreichen können, dass eine in der Gedenkstätte geplante Bergwertung gestrichen wurde“. Es werde nun still durch die KZ-Gedenkstätte gefahren, trotz aller Kritik bleibe der Streckenverlauf über die sogenannte „Blutstraße“ aber bestehen.
Auch der Zentralrat der Juden hatte sich eingeschaltet und etliche Gespräche mit dem Veranstalter geführt. Dieser verteidigte den Streckenverlauf: Die Tour präsentiere die natürliche, kulturelle und historische Vielfalt der Republik. „Dass die Strecke in diesem Jahr an der Gedenkstätte vorbeiführt, entspricht diesem Anspruch.“ Die Tour führe zudem über öffentliche Straßen. Die Strecke sei vor über einem Jahr geplant und behördlich besprochen worden.
Die Deutschland-Tour der Radprofis soll vom 26. bis 29. August von der Ostsee unter anderem über Thüringen nach Franken führen. In das Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar hatten die Nazis zwischen 1937 und 1945 mehr als eine Viertelmillion Menschen aus verschiedenen Ländern verschleppt. Rund 56.000 Menschen wurden ermordet oder starben an Folter, Hunger oder Zwangsarbeit. Die sogenannte „Blutstraße“ ist eine von Häftlingen bis 1939 in Zwangsarbeit ausgebaute Zufahrtsstraße zum Lager.
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