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Krise bei VolkswagenVW schreibt Porsche ab

Der Wolfsburger Autobauer vermeldet einen Milliardenverlust für das vergangene Quartal. Im laufenden Geschäft ist er aber noch profitabel.

Die Hiobsbotschaften aus Wolfsburg reißen nicht ab. Allein zwischen Juli und September hat Volkswagen einen Verlust von 5,8 Milliarden Euro gemacht. Grund für das Milliardenminus waren Wertberichtungen in Höhe von insgesamt rund 7,8 Milliarden Euro. Im laufenden Geschäft war der Konzern in den ersten neun Monaten dieses Jahres noch profitabel.

„Jetzt müssen wir die Maßnahmen schnell und konsequent umsetzen. Wir haben nicht mehr unbegrenzt Zeit“, sagte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz mit Blick auch auf die Arbeitnehmerseite. Denn aufgrund der anhaltenden Absatzkrise hat der Konzern Ende September fast alle Tarifverträge gekündigt. Die Gewerkschaft IG Metall sprach damals von einem „üblen Foul“ an der Belegschaft.

Insgesamt verkaufte der Konzern, zu dem neben der Hauptmarke VW auch etwa Porsche. Seat, Audi und Škoda gehören, in den ersten neun Monaten des Jahres 5,9 Millionen Fahrzeuge. Das ist ein Minus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und bereits für diesen hatte der Konzern ein Minus von 1 Milliarde Euro verkündet.

Der Konzern leidet vor allem in China unter einem Nachfrageeinbruch. Dort ging der Absatz von Januar bis September im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2025 um fast ein Drittel zurück. In Europa und Südamerika konnte VW hingegen wieder mehr Fahrzeuge verkaufen.

Porsche ist der Grund fürs Minus

Besonders die Luxusmarke Porsche ist ein Sorgenkind und der Hauptgrund für das jetzige Milliardenminus. Volkswagen musste den Wert der Marke um 6,4 Milliarden Euro nach unten korrigieren. Das wirkt sich zwar nicht auf den Kontostand aus, belastet das Ergebnis aber aus buchhalterischen Gründen. 1 weitere Milliarde muss der Konzern auf sein China-Geschäft abschreiben.

Das eigentliche Tagesgeschäft war aber in diesem Jahr bisher noch profitabel. Ohne die Abschreibung belief sich das Ergebnis auf 8,8 Milliarden Euro. Das entspricht einer Rendite auf den Umsatz von 3,8 Prozent. Und auch mit den Milliardenabschreibungen im letzten Quartal ist der VW-Konzern in diesem Jahr noch immer in der Gewinnzone. Unterm Strich blieb für die ersten neun Monate immerhin ein kleines Plus von 0,1 Milliarden Euro.

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6 Kommentare

  • WoWe

    Die Überschrift ist falsch, sie müsste heißen:



    Volkswagen macht Abschreibungen auf den Zeitwert von Porsche.

  • vieldenker

    Nun ja, viel wichtiger ist die Frage der Perspektive. Also wie kann der Konzern in Zukunft wider das Kapital für seine teure Produktion verdienen? Oder geht das gar nicht mehr?

  • nihilist

    Das ist eben der Preis, wenn ein Unternehmen gleichzeitig konkurrieren und eine zutiefst sauertöpfische Öffentlichkeit bei Laune halten muss. Man kann eben nicht ewig von Produktion auf Halde und einem imaginären Germany-Nimbus leben.

    • Mindɘrlɘistɘr

      @nihilist:

      Welche „sauertöpfische Öffentlichkeit“? Hoch bezahlte Manager müssen ihre Aktionäre bei Laune halten, und das ist ihnen auch zuzumuten.

    • Mindɘrlɘistɘr

      @nihilist:

      Wer es als Selbstständiger mal mit Großkonzernen als Auftraggeber zu tun hatte (in meinem Fall Siemens), weiß, welche ausgeprägte Bürokratie und Beamtenmentalität dort vorherrscht, und auch eine gewisse elitäre Überheblichkeit. Insofern hält sich mein Mitleid mit den Porsche-Mitarbeitern in Grenzen.

    • FtznFrtz

      @nihilist:

      Die E-Mobilität kommt in Fahrt, VW hat hier den Anschluss verschlafen, muss endlich bezahlbare Fahrzeuge auf ordentlichem technischem Niveau anbieten. Und das möglichst schnell, auf VW wartet niemand, erst recht nicht die Konkurrenz aus Asien.



      Das gestrige Gerede von Unionspolitikern ("Technologieoffenheit") ist Unsinn, der Verbrenner stirbt bzw. wird zum Nischenprodukt. Gerne kann man die emotional positiv besetzenden Modelle behalten, Käfer, Golf, Polo, dann aber auf heutigem Niveau und für Normalsterbliche bezahlbar.



      Es spricht gegen die Unternehmensleitung, dass sie den Wandel offensichtlich ignoriert oder verpennt hat, der jetzt nötige disruptive Umbau geht wie immer vor allem zulasten der Beschäftigten, der Vorstand wird wenn überhaupt weich fallen.