Jobabbau in der Autoindustrie: Porsche auf Sparkurs
Der Sportwagenbauer will weitere Stellen streichen – und erntet Kritik dafür. Eine Einigung mit den Gewerkschaften über die Sparpläne steht noch aus.
Foto: Marijan Murat/dpa
Die Sparpläne des Autobauers Porsche sorgen für Kritik. „Ob bei Porsche, VW oder Audi: Bevor Tausende Arbeitsplätze geopfert werden, müssen die Renditeerwartungen der Großaktionäre eingedampft werden“, fordert Cem Ince, Sozialpolitiker der Linken im Bundestag. „Wo ein Stellenabbau unausweichlich ist, muss er freiwillig und sozialverträglich erfolgen, etwa durch Abfindungen oder Altersteilzeit.“ Außerdem müssten Betriebsräte frühzeitig eingebunden, Beschäftigte über Sparprogramme aufgeklärt werden.
Am Mittwoch hatten Medien berichtet, dass sich bei der Volkswagen-Tochter ein weiterer Stellenabbau andeutet – die Belegschaft war zu diesem Zeitpunkt noch nicht informiert. Porsche-Chef Michael Leiters plane, bis 2035 zwischen 5.000 und 6.000 Jobs zu streichen, hieß es in der Bild-Zeitung. Auch das Manager Magazin berichtete über einen Stellenabbau in dieser Größenordnung.
Im Gegenzug solle die Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen bisher bis Mitte 2030 ausschließt, bis Ende 2035 verlängert werden.
Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik bei der Umweltorganisation BUND, kritisiert: „Das Sparpaket wird nicht zuletzt deshalb diskutiert, weil ein Strategiewechsel und ein längeres Festhalten am Verbrennungsmotor Milliardensummen kosten.“ Porsche büßte zuletzt Gewinne ein, weil die Verkäufe in China eingebrochen sind – und weil sich der Luxusautobauer auf dem Weg hin zur Elektromobilität verstolpert hat. Seit knapp zwei Jahren setzt Porsche wieder stärker auf Verbrenner, der Strategieschwenk riss ein Loch in die Unternehmensbilanzen.
Schwieriger Markt für Verbrenner
„Neu geplante Verbrenner-Modelle treffen nun auf einen immer schwieriger werdenden Markt für diese Antriebsart, während die Nachfrage nach E-Autos hierzulande und international stetig steigt“, meint Hilgenberg. „Sollte jetzt die Markteinführung bestimmter vollelektrischer Modelle verzögert werden, könnte sich die Situation für Porsche noch verschärfen.“
Die Stellenstreichungen sollen Teil des sogenannten Zukunftspakets sein. Porsche ließ jedoch durchblicken, dass es darüber noch keine Einigung zwischen Unternehmen, Betriebsrat und der ebenfalls involvierten Gewerkschaft IG Metall gibt. Der Aufsichtsrat unterstütze das Zukunftspaket, sagte ein Porsche-Sprecher am Mittwoch. Für Montag ist eine Betriebsversammlung in Stuttgart angesetzt, in deren Rahmen die Mitarbeitenden informiert werden sollen.
Porsche hatte schon vor eineinhalb Jahren verkündet, dass in der Region Stuttgart bis 2029 rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen sollen. Außerdem wurden im Leipziger Werk Stellen abgebaut. (mit dpa/rtr)
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