Krankenhausmanager über Reform: „Wir müssen radikaler denken“

Der Gesundheitsökonom Reinhard Busse hält 800 von 1.400 deutschen Kliniken für verzichtbar. Auch in Zeiten der Coronapandemie.

Eine Frau vom Krankenhauspersonal setzt sich mit blauen Handschuchen eine Schutzbrille auf. Neben ihr ist ein Bild von einem Patienten auf einer Liege montiert. Die Montage lässt es so wirken, als kehre die Person dem Patienten gestresst den Rücken

Von weniger Betten und weniger Krankenhäusern erhofft Reinhard Busse sich mehr Effizienz Foto: Patricia Kühfuss/laif

taz: Herr Busse, nach milliardenschweren Coronahilfen für Krankenhäuser im Frühjahr pumpt der Bund weitere drei Milliarden Euro in die Kliniken: für Notfälle, Digitalisierung und IT-Sicherheit. Ist dieses Geld klug investiert?

Reinhard Busse: Wir müssen die Krankenhäuser fit machen für Digitalisierung, aber nicht nur sie. In anderen Ländern übermitteln Rettungswagen das EKG des Patienten bereits von unterwegs an die Klinik, das funktioniert bei unserer Funkfrequenz und Sendemastendichte nicht. Für eine kluge Investition müssten mehr Akteure eingebunden werden. Das größere Problem aber ist, dass wir das Geld mit der Gießkanne verteilen. So geht es an Häuser, die wir nicht mehr als Krankenhäuser brauchen.

Gerade unter Corona hat sich doch gezeigt, wie hilfreich eine gewisse Überkapazität an Kliniken sein kann?

Nein, das ist Unsinn. Dass wir bislang gut durch die Krise gekommen sind, liegt nicht primär an den Krankenhäusern. Ich bin im Beirat des Bundesgesundheitsministeriums, der das Covid-Krankenhaus-Entlastungsgesetz evaluiert. Wir haben uns die Daten angeguckt bis Ende Mai. Bis dahin waren 34.000 Covidpatienten stationär im Krankenhaus; die testpositiven Fallzahlen lagen damals bei 175.000. Die Krankenhäuser haben sich also – zum Glück – nur um ein Fünftel der Patienten gekümmert. 80 Prozent sind gar nicht ins Krankenhaus gegangen.

Dennoch wünscht man sich nicht, in Italien, Spanien oder Frankreich hospitalisiert zu sein.

Die stationäre Behandlung in Deutschland war nicht besser als die in Frankreich. Von allen Covidpatienten, die in Deutschland im Krankenhaus behandelt wurden, sind 22 Prozent verstorben; exakt so viele wie in Frankreich auch.

Bilder von überfüllten Intensivstationen wie in Italien, wo verzweifelte Ärzte Patienten sterben lassen mussten, weil sie nicht alle beatmen konnten, hat es bei uns nicht gegeben.

Das war nicht in ganz Italien, das war in der Lombardei. Die hat den Fehler gemacht, nicht auf die Strategie von etwa Norwegen, Dänemark oder Deutschland zu setzen: Unser Erfolgsrezept bestand darin, Verdachtsfälle außerhalb von Krankenhäusern zu testen und testpositive Patienten so lange wie möglich ambulant zu behandeln, sie eben rauszuhalten aus den Krankenhäusern, wo ein hohes Infektionsrisiko herrscht.

Sie werfen den Kliniken vor, dass Patienten sich erst dort mit dem Virus infiziert hätten?

Teilweise, etwa in einem Krankenhaus in Potsdam, ist dies geschehen. 47 Personen sind dort an oder mit Covid gestorben, aber nur drei waren wegen Covid aufgenommen worden. Ich halte das für einen Skandal – der zum Glück sehr selten war. Ein Riesenfehler war auch, dass die Deutsche Krankenhausgesellschaft, aber auch viele Landesgesundheitsminister gesagt haben: Jedes Krankenhaus kann Corona behandeln. Da haben Krankenhäuser Covidpatienten aufgenommen, obwohl sie sie gar nicht beatmen konnten. Jeder Vierte aus der Gruppe der stationär Behandelten wurde dann in ein anderes, zumeist größeres Krankenhaus verlegt. Man hätte den Patienten dies ersparen können, hätte man sie gleich in Krankenhäusern mit Intensiv­abteilung zentralisiert.

Reinhard Busse

57, ist Professor für Management im Gesundheitswesen an der Fakultät Wirtschaft und Management der Technischen Universität Berlin. Er ist außerdem Co-Director des European Observatory on Health Systems and Policies und Fakultätsmitglied der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Vielleicht fehlte anfangs die Erfahrung? Eine Pandemie kommt nicht alle Tage vor.

Ach was. Unter Corona hat sich bloß fortgesetzt, was ich seit Jahren beklage: Wir verteilen Patienten auf viel zu viele Häuser, die für eine adäquate Versorgung weder technisch noch personell ausgestattet sind.

Sie haben deswegen kürzlich in einer Studie für die Bertelsmann-Stiftung gefordert, mehr als jedes zweite Krankenhaus zu schließen.

Richtig, 800 von 1.400 Kliniken in Deutschland sind verzichtbar. Dabei geht es mir weniger um die Schließung als darum, wie das Krankenhaus der Zukunft aussieht. Nehmen wir die Herzinfarkte. Jeden Tag bekommen 500 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Wir verteilen diese Menschen auf 1.300 Krankenhäuser. Das durchschnittliche Krankenhaus hat aber erstens keinen Herzkatheter und zweitens keinen Kardiologen, der rund um die Uhr da ist. Drittens hat es zu wenig Erfahrung. Bei Schlaganfällen verhält es sich ähnlich, und beim Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Situation unhaltbar.

Warum genau?

Wissen Sie, wie viele Krankenhäuser weniger als zehn komplexe Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse – im Jahr – vornehmen? Fast 100! Die Sterblichkeit dort ist doppelt so hoch wie in Häusern mit 50 Fällen.

Für manche Erkrankungen existiert bereits die Regelung, dass eine Klinik eine Mindestmenge nachweisen muss, um sie zu behandeln.

Ja, wie bei den Bauchspeicheldrüseneingriffen. Dort liegt die Mindestmenge bei zehn – und wird hundertfach nicht eingehalten. Wir müssen diese Regelungen umsetzen und auf andere Krankheiten ausweiten. Wenn jedes Krankenhaus mindestens einen Herzinfarktpatienten pro Tag sehen soll, brauchen wir höchstens 500 Häuser. Für mehr haben wir nicht genug Patienten. Und um sie muss es doch gehen!

Bei Herzinfarkten zählt jede Minute. Der Patient muss das Krankenhaus schnell erreichen können. Wie soll das gehen, wenn es nur noch wenige zentralisierte Kliniken gibt, mit entsprechend längeren Anfahrtswegen?

Wie sieht es denn heute aus? Sie sind in der Nähe eines kleinen Krankenhauses. Der Rettungswagen fährt Sie dorthin, außerhalb der normalen Arbeitszeit. Dann kommt ein Assistenzarzt. Der ruft seinen Oberarzt, der ist Facharzt. Und der darf sich laut Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses 30 Minuten Zeit nehmen, um ins Krankenhaus zu kommen. Wäre der Rettungswagen weitergefahren in ein Krankenhaus wie beispielsweise in Dänemark, das personell besser ausgestattet ist und wo Fachärzte rund um die Uhr einsatzbereit sind, dann begänne die Behandlung tatsächlich, sobald die Tür an der Notaufnahme aufgeht.

Woher soll dieses zusätzliche Personal kommen? Ärzte und Pfleger arbeiten schon heute jenseits der Belastungsgrenze.

Reinhard Busse, Gesundheitsökonom

„Krankenhäuser nahmen Covidpatienten auf, obwohl sie sie nicht beatmen konnten“

Wir haben mehr Pflegepersonal als jedes andere EU-Land außer Finnland, bezogen auf die Einwohnerzahl. Dass wir gleichzeitig am anderen Ende der Skala liegen, was die Anzahl an Pflegekräften bezogen auf die Patientenzahl angeht, liegt daran, dass die Deutschen viel mehr im Krankenhaus sind. Bei uns verbringt jeder Einwohner im Schnitt 1,7 Tage pro Jahr im Krankenhaus, in Dänemark nur 0,7 Tage. Bei gleich viel Pflegepersonal haben die Dänen also zweieinhalb Mal so viele Pfleger am Bett wie wir.

Was läuft schief?

Wie halten zu viele Kapazitäten bereit und bezahlen Krankenhäuser nur, wenn sie Patienten behandeln. Nur ein belegtes Bett bringt Geld. Also werden die Betten vollgemacht. In Deutschland liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen, wenn Sie zur Notaufnahme gehen, geraten wird, im Krankenhaus zu bleiben, bei 50 Prozent. In anderen Ländern liegt sie bei 25 Prozent. Dabei sind wir nicht kränker als etwa die Dänen.

Sie unterstellen den Kliniken, dass sie die Fallzahlen künstlich nach oben treiben?

Operationen wie beispielsweise Grauer Star oder Leistenbrüche, die man ambulant durchführen könnte, werden bei uns zu häufig stationär gemacht. Ein Krebspatient wird bei uns durchschnittlich viermal stationär behandelt, in den Nachbarländer nur zweimal. Unsere Ergebnisse freilich sind nicht besser als im Ausland. Und dann gibt es Patienten, die gar nicht stationär behandelt werden müssten, aber trotzdem aufgenommen werden.

Der Marburger Bund, der Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte, hat ein Reformkonzept vorgelegt. Kliniken und ambulante Zentren im ländlichen Raum sollen kooperieren, medizinische Kompetenzen gebündelt werden. Ist das sinnvoll?

Wir müssen radikaler denken. Wer muss stationär behandelt werden? Was kann die Telemedizin leisten? Wir brauchen besser ausgestattete Häuser, die weniger auf Betten setzen. Daneben brauchen wir Gesundheitszentren, die auch ein paar Betten haben, für alte Menschen etwa, die, weil sie vielleicht allein leben, betreut werden müssen, ein Bett brauchen – aber eben nicht in einem Krankenhaus.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hält das derzeitige Vergütungssystem – die Fallpauschalen – für mitschuldig an der Misere.

Da würde ich den Ball mal ganz flach halten. Alle Vergütungssysteme haben Vor- und Nachteile. Von Budgetsystemen, wie wir sie etwa aus Großbritannien kennen, wissen wir seit Jahrzehnten, dass sie zu ­Unterversorgung und Wartelisten führen. Nein, für die Normalversorgung ist unser System der Fallpauschalen, das an die Patientenzahl und die Krankheitsschwere adjustiert ist, vermutlich das beste. Bestimmte Teile des Krankenhauses aber sollte man nicht an die Patientenzahlen koppeln, etwa die Notaufnahmen oder Rettungsstellen.

Wieso?

Um den Anreiz zu mehr und häufig nicht notwendigen stationären Aufnahmen abzumildern. Wichtiger als die Vergütung ist aber die Anzahl der Betten. Solange wir so viele haben, besteht immer die Versuchung, sie auch unnötig zu füllen.

Seit Jahrzehnten wird über Reformen debattiert. Wird sich in den nächsten fünf Jahren etwas ändern?

Davon gehe ich aus. Das medizinische Personal wird mit den Füßen abstimmen. Es wird Häuser geben, in denen aufgrund der Unattraktivität der Arbeitsbedingungen, und dazu gehören zu wenige Patienten, keine Pflegerinnen und Pfleger mehr arbeiten werden. Spätestens dann werden diese Häuser schließen und einige Regionen ganz ohne Versorgung dastehen. Klüger wäre, es durch gesteuerte Planung so weit nicht kommen zu lassen.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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