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Kommentar Tafeln in der Krise Im Zweifel für den Staat

Kommentar von

Maximilian Probst

Bürgerschaftliches Engagement ist schön - aber sein Quell kann so schnell versiegen, wie er zu sprudeln beginnt.

B ei den Tafeln kommt es trotz der Krise bislang zu keinen Engpässen, weder die Nahrungsmittel- noch die Geldspenden sind rückläufig. Das ist eine gute Nachricht, aber längst keine Entwarnung. Denn weder ist die Krise vorbei, noch das Problem aus der Welt: dass der Quell bürgerschaftlichen Engagements nämlich so schnell versiegen kann, wie er zu sprudeln beginnt.

Es ist erstmal ein Vorteil des bürgerschaftlichen Engagements, dass es direkt, menschlich und unbürokratisch über die Bühne geht. Irgendwo brennt's, und gleich stürzt jemand mit dem Wassereimer herbei. Nur ist kein Verlass auf diesen Einzelnen. Vielleicht ist er gerade auf dem Weg nach Hause, weil er einen Braten aus der Röhre nehmen muss. Und schon lässt er das Haus des Nachbarn brennen. So ist der Mensch. Und darum braucht er die Feuerwehr.

Was auch für den Staat spricht: Er ist angehalten, überall in gleicher Weise seiner Löscharbeit nachzugehen. So kommt es nicht zu Fällen wie in Verden, wo ein paar geschickte Tafelbetreiber sich bereits eine Halle bauen können, während es andernorts noch gar keine Tafeln gibt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Maximilian Probst Hamburg-Redakteur

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