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Kommentar Machtkampf im JemenVorteil für Teheran

Kommentar von

Peter Philipp

Der Vormarsch schiitischer Huthi-Milizen im Jemen geht weiter. Dahinter steckt ein Machtkampf zwischen dem Iran und Saudi Arabien.

V erworrener könnte die Lage im Jemen kaum sein: Der Vormarsch schiitischer Huthi-Milizen geht weiter, in der Hauptstadt Sanaa haben sie mittlerweile sogar das Präsidentenpalais unter Kontrolle, die Macht übernehmen wollen sie aber angeblich nicht. Gleichzeitig stehen die Zaiditen – so der eigentliche Name der jemenitischen Schiiten (knapp 40 Prozent der 25-Millionen-Bevölkerung) – in offener Konfrontation mit „Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel“, dem vielleicht radikalsten Zweig dieses Terrornetzwerks; sie sind gegen den Einfluss der USA und waren wiederholt in Kämpfe mit dem Nachbarn Saudi-Arabien verwickelt.

All dies hätten die Huthi kaum überstanden, wenn sie nicht verdeckt vom Iran unterstützt würden. Teheran und die Führer der Huthi dementieren dies zwar, aber jemenitische Regierungsstellen haben in der Vergangenheit wiederholt iranische Waffenlieferungen an die Huthi gemeldet. Zudem halten sich Gerüchte, dass die Rebellenmiliz von einem General der iranischen Revolutionsgarden angeführt werde.

Das passt zur regionalen Strategie Teherans: Der Iran unterstützt die schiitisch geführte Regierung in Bagdad gegen den sunnitischen „IS“; auch der (schiitennahe) Alawit Assad wird von Teheran unterstützt; genauso wie die schiitische Hisbollah im Libanon und – zumindest verbal – die Schiiten in Bahrain. All dies im Konkurrenzkampf mit dem sunnitischen Saudi-Arabien um Macht und Einfluss in der Region.

Dem saudischen Königreich stehen ungewisse Zeiten bevor: Wo immer in der Region es seinen Einfluss auszudehnen suchte, scheint der Iran ihm zuvorgekommen zu sein, der greise König Abdullah ist wieder einmal erkrankt, die Amerikaner verhandeln mit Teheran, und jetzt könnten auch im südlichen Nachbarland Jemen neue Wolken aufziehen.

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6 Kommentare

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  • So einfach kann man sich die Welt machen. Jedenfalls den genannten Teil der Welt - alles ein Konflikt zwischen dem Iran und SaudiArabien.

    Mit den Problemen und Konflikten in den einzelnen Ländern hat das also alles nichts zu tun, schon gar nicht mt dem Krieg der USA gegen den Irak.

    Übrigens:

    Die Huthi im Jemen waren nicht "wiederholt in Kämpfe mit dem Nachbarn Saudi-Arabien verwickelt", weil sie das so gerne tun. Sie verteidigten ihr Gebiet gegen saudisches Militär auf jemenitischem Boden. Denn nicht die Huthi betraten saudischen Boden. So sah die "Verwicklung mit dem saudischen Nachbarn" aus. Aber sicher war auch das nur ein Konflikt zwischen dem Iran und SA...

    Ein bißchen mehr Substanz darf schon sein.

  • was bedeutet "schiitennah"?

    • @paulibahn:

      Die Alawiten sind eine Geheim-Sekte deren Theologie auch heute noch weitgehend unbekannt ist. Wer Außenstehenden Details über die Religion verrät wird getötet, ähnlich wie bei den Drusen.

       

      Der syrische Präsident Assad, der wahrscheinlich auch einer der Religionsführer der Alawiten ist, stellt die Alawiten als schiitische Sekte dar. Diese Identifizierung der Alawiten mit den Schiiten scheint theologisch sinnvoll zu sein, sie ist aber wahrscheinlich politisch motiviert. Der Vater des heutigen Präsidenten, Hafez al Assad, hat die Alawiten nämlich als sunnitische Muslime bezeichnet.

      • @Eike:

        auch bashar hat sich stets als sunnit präsentiert. die nähe zu hizbullah und iran ist rein politisch, nicht religiös. aus shiitischer sicht sind die alawiten jedenfalls keineswegs "shiitennah".