Katholiken auf Facebook: Schleck, schleck
Eine italienische Facebook-Gruppe will Heteromännern das Eisessen aus der Waffel verbieten. Denn wer das mache, sei schwul. Satire?
Es gibt nichts Frivoleres als Männer, die bei heißen Temperaturen an ihrem Eis in einer Waffel lecken! Dies gelte unter Homosexuellen als eine Einladung zum Koitus.
Das meint die italienische Facebookgruppe „Giovani Cattolici contro la frivolezza“ (Junge Katholiken gegen die Frivolität). In ihrem Aufruf bitten sie Heterosexuelle darum, ihr Eis künftig nur noch aus dem Becher zu essen.
Eine Nutzerin fragt, wie Lesben eigentlich ihr Eis essen. Die Antwort: „Normalerweise essen sie den Becher ohne Löffel.“ Doch die Anhänger von Sodom und Gomorrha versuchen auch über ganz anderen Mittel, gute Christen von ihrem Weg zur Erleuchtung abzubringen.
Die Facebookseite verweist auf streng katholische Webseiten und nimmt sie damit auf die Schippe. Denn leider stehen auch brave Christen auf die „Simpsons“, und deshalb rufen sie dazu auf, diese in die „Flanders“ umzubenennen. Dass die Flanders Lutheraner sind, irrelevant.
Um die Existenz Gottes zu beweisen, postet die Gruppe auch Fotos von riesigen Fußabdrücken am Strand oder fliegenden Flugzeugen. Man kann eben nicht alles mit Wissenschaft erklären.
Mit ihren nicht ganz ernst zu nehmenden Posts erfreut sich die Gruppe an über 145.000 Likes. Ob die bereits wussten, dass 99 Prozent aller Frauen, die Highheels tragen, schon vor dem heiligen Bund der Ehe ihre Keuschheit verloren haben?
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Von Frankreich lernen
Wie man Rechtsextreme stoppt
Strafe wegen Anti-AfD-Symbolik
Schule muss Tadel wegen Anti-AfD-Kritzeleien löschen