Kämpfe in Libyen: Westen verurteilt Einmischung

Der „New York Times“ zufolge haben Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate heimlich Luftangriffe auf Milizen in Tripolis geflogen. Im Land eskaliert die Gewalt.

Immer wieder ziehen dunkle Rauchschwaden über Tripolis. Bild: reuters

TRIPOLIS/WASHINGTON dpa | Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und die USA haben eine Einmischung von außen in Libyen verurteilt. Wie das US-Außenministerium mitteilte, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der fünf Regierungen: Einmischungen von außen verschärften die augenblickliche Krise und unterminierten den demokratischen Übergang in dem ölreichen nordafrikanischen Land. Die Staaten kritisierten scharf die Eskalation der Kämpfe und der Gewalt in Libyen.

Die New York Times berichtete unterdessen online am Montag, dass Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate in den vergangenen sieben Tagen zweimal heimlich Luftangriffe gegen die mit Islamisten verbündeten Milizen geflogen hätten, die seit mehreren Wochen um Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis kämpfen. Einen Militärflughafen konnten sie bereits einnehmen. Wohngebiete werden weiter attackiert. Das Blatt berief sich auf seinen Artikel auf vier hohe US-Beamte. Die USA seien von diesen Attacken überrascht worden. Die beiden engen US-Verbündeten hätten, ohne Washington zu informieren, gehandelt. Ägyptische Beamte dementierten gegenüber US-Diplomaten, dass das ägyptische Militär eingegriffen hätte.

Der ägyptische Außenminister Samih Schukri hatte am Montag in Kairo laut einem Bericht der Nachrichtenseite Al-Masry al-Youm erklärt, Ägypten wolle der libyschen Regierung mit internationaler Unterstützung Finanzmittel und Waffen „im Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität“ zukommen lassen.

Schukri hatte seinen libyschen Amtskollegen sowie die Außenminister aller Nachbarländer Libyens zu einer Krisenkonferenz nach Kairo eingeladen. Neben der Stabilität Libyens sei auch die eigene Sicherheit durch Islamisten und Schmuggler im Grenzgebiet gefährdet, sagte Schukri. Truppen wolle Ägypten jedoch nicht entsenden.

Seit dem Sturz des Langzeit-Diktators Muammar al Gaddafi 2011 herrscht in Libyen Chaos. Das Land zerfällt in einen Machtkampf vor allem zwischen islamistischen Milizen und nationalistischen Kräften.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de