Jürgen Klopps Entschuldigung: Das Unwort des Jahres
Jürgen Klopp sagte, dass Trainer Julian Nagelsmann „noch“ die Aufstellung bestimme. Mit dieser flapsigen Aussage hat Klopp für Aufregung gesorgt.
Foto: Tom Weller/dpa
„Das Unwort meines Jahres hab ich bereits gefunden: Das ist: noch“, sagte Jürgen Klopp im Interview mit Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem souveränen 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao. Es sei ihm „flapsig rausgerutscht“. Dafür hätte er sich „aufs Maul hauen können“, entschuldigte sich der ehemalige Liverpool-Trainer. Nagelsmann quittierte dies mit einem müden Lächeln.
Die Szene, auf die Klopp anspielte, hatte sich drei Tage zuvor abgespielt. Beim Eröffnungsspiel präsentierten er und Thomas Müller als Expertenduo von Magenta TV ihre Wunschaufstellung für die deutsche Nationalmannschaft. Dabei erklärte Klopp zunächst, dass zum Glück Julian Nagelsmann die Mannschaft aufstelle. Anschließend schob er das kleine aber feine „noch“ hinterher – und wiederholte das Wort gleich noch einmal. Müller sprang sofort auf den Zug auf und ergänzte, es sei ja schließlich „noch nicht September“. Eine Anspielung auf die immer wieder aufkommenden Spekulationen um Klopp als möglichen Bundestrainer.
Die Szene machte schnell die Runde. Ehemalige DFB-Größen wie Lothar Matthäus und Stefan Effenberg kritisierten Klopp scharf. Nagelsmann selbst zeigte sich auf der Pressekonferenz vor dem Curaçao-Spiel sichtlich genervt. Auf die Frage angesprochen, gab er sie kurzerhand an die anwesenden Journalistinnen und Journalisten zurück und wechselte anschließend demonstrativ das Thema. Eine Entschuldigung Klopps vor dem deutschen WM-Auftakt war also zu erwarten.
Von echter Reue war vor dem Spiel allerdings noch wenig zu spüren. Als DFB-Sportdirektor Rudi Völler live zugeschaltet wurde und vorschlug, sich im Laufe des Turniers einmal mit Klopp und Müller zu treffen, um ein paar „grundsätzliche Dinge“ zu besprechen, lachte Klopp laut auf. Müller erklärte, dass er sich grundsätzlich immer gerne mit Völler treffe. Klopps Antwort? Natürlich: „noch“.
Nach dem Spiel schlug der 59-Jährige dann versöhnlichere Töne an. Er betonte, dass er und Müller sich inoffiziell als Teil des Teams fühlten, und dementsprechend nichts tun würden, was die Arbeit der Nationalmannschaft stören könnte. Man darf gespannt sein. Denn das Turnier dauert schließlich noch ein paar Wochen.
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