Golfen auf Grönland: White statt Green
Immer noch fragt sich die Welt, warum Donald Trump so versessen auf Grönland ist. Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Es geht ums Golfspielen.
L ange hat die Welt gerätselt, warum sich der US-Herrscher so sehr ausgerechnet um die nördlichen Welten bemüht, um Kanada und Grönland. In dieser Kälte, dachte man lange, frieren doch die putzig kleinen präsidialen Fingerchen, die eben noch nach warmen Pussys gierten.
Der Norden als Schutz vor dem bösen Iwan? Vorgeschoben. Die minderbemittelten Europäer brüskieren, all diese loser des Daseins? Höchstens nebenbei. Bodenschätze? Viel zu schwer zu schürfen, auch wenn Seltene Erden dort Häufige Erden sind.
Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, warum Trump so scharf ist auf Kanada und vor allem auf dieses einmalige Eisland Grönland. Es geht dem goldgelben Mann, naheliegend, ums Golfspiel. Dass Grönland amerikanisch Greenland heißt, hätte schon ein Hinweis sein können.
Hoch oben in den kanadischen Northern Territories will der friedensbewegte Bombenterrorist ein zweites Mar-a-Lago bauen, ein riesiges Ice-a-Largo, gefertigt in Igluform mit gestapelten Eis-Klötzchen, gülden beschichtet. Die Firma Lego im dänischen (!) Billund hat erste Großbestellungen bereits bestätigt. Die Chargen gehen garantiert zollfrei über den Teich. Geplant ist ein Terrain mit Minimum fünfmal 18 Loch, und die Grüns, wow, sind weltweit einmalig Whites.
Golf ist Gold
Noch wichtiger aber ist Grönland: Dort soll der geplante Golden Dome, wie die neuesten „Fairway Files“ verraten, nicht vor schnell fliegenden Gegenständen aus Richtung Moskau schützen, sondern kühnes Kuppeldach sein für die größte Indoor-Golfanlage dieses Planeten. Bei Trump ist alles Gold, alles Golf und alles groß. Also den Dome gegen diesen blöden Schneefall, den es ja trotz dieser erfundenen Klimakatastrophe immer noch gibt.
Der Historiker im Trump weiß, dass es Ende der 1990er Jahre in Uummannaq an der westlichen, Amerika zugewandten Seite Grönlands mehrfach eine Eisgolf-Weltmeisterschaft gab. Driven, pitchen und putten auf dem gefrorenen Nordmeer. Und tragisch: Seine Majestät aus dem Weißen Palast war nicht dabei. Golfgeschichtlich ein dramatisches Versäumnis.
Das gilt es zu ändern, bis er Weltmeister ist, was dank seiner Schummelkünste schon bei der Premiere gelingen wird. Clubmeister in seinem Florida? 38-mal laut Trump himself. Mit US-Golfhulk Bryson DeChambeau eine 50er-Runde spielen, hat der GröGoaZ auch schon hinter sich. Das war sogar filmisch dokumentiert, und jeder konnte es glauben, der die Schnitte missachtet hat.
Kurz vor seiner Wiederwahl hatte der Meister geweissagt, er werde den tiefen Graben zwischen der alteingesessenen US-Golftour und der ölmilliardengepamperten Saudi-Liga LIV „innerhalb von 15 Minuten“ zuschütten. Das hat auch nach 15 Monaten nicht so recht geklappt, um nicht zu sagen gar nicht.
Also wird es, wenn zwei sich so giftig streiten, in der Nordhemisphäre eine eigene Milliardentour geben. Pokal: Die Goldene Ananas, trumpgroß und in Massivgold. Vergoldetes Schlägerbesteck gibt es schon für wenige tausend Euro. Die Planungen haben ihr Gutes auch für Deutschland: Zölle sind aufgehoben für Ferrero Goldnusskekse, Haribo Goldbären und Goldwell Haarpflege (die der Imperator heimlich lange schon nutzt).
Andere deutsche Hersteller danken mit vorauseilender Solidarität: Kupferberg Gold wird wieder abgefüllt und auch die Ado-Gardine mit der Goldkante wieder genäht, in barockschwerer präsidialer Ausführung. Golden Ager kennen das alles noch.
Politische BeobachterInnen wollten lange nicht glauben, was hinter der manischen Nordländer-Mission steckt. Indes, was würde man dem senilen Egomanen nicht zutrauen? Und wenn in Grönland bald erst Golf-Olympia läuft, sind die kleinlichen Bedenken der vergangenen Monate längst vergessen.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert