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Globale Aufrüstung, globaler KriegSchluss mit der Komplizenschaft

Leid und Zerstörung auf der einen, Profite auf der anderen Seite: Diese Woche gibt es eine Demo gegen imperiale Logik und jede Menge politische Musik.

S udan, Ukraine, Gaza, Iran, Libanon – auf der Welt herrscht Krieg. Und in der Rüstungsindustrie knallen angesichts voller Auftragsbücher die Korken. Was wie ein plattes Sprachbild klingt, war in den vergangenen Tagen erbarmungslose Wirklichkeit auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) am Flughafen Berlin-Brandenburg.

Dort wurden etwa am Stand von Elbit Deutschland, Tochter des gleichnamigen israelischen Rüstungskonzerns, die Champagnerflaschen geköpft. Und vom bayerischen Unternehmen Rohde und Schwarz gab es Freibier und Leberkäse für alle. Bei dem Schaulaufen etablierter Konzerne – Rheinmetall, Boeing – und neuer Defence-Tech-Start-ups, wie dem Berliner Drohnenhersteller „Stark Defence“, herrschte Volksfeststimmung.

Tod und Zerstörung auf der einen Seite, Herrschaft und Profite auf der anderen: Die Messe lieferte wieder einmal genug Anschauungsmaterial über die Komplizenschaft des Globalen Nordens bei Leid weltweit.

Dieser verheerenden Logik von Militarismus und Imperialismus wollen Gruppen wie „Woman* Life Freedom“ und die Interventionistische Linke etwas entgegensetzen. Sie rufen für Freitag zur Demo „For many, for one – vereint gegen die globale Kriegsmaschinerie“ auf. Die Forderungen sind klar: keine Waffenlieferungen an Israel, keine Nutzung von deutschen Militärstützpunkten für US-Angriffe, keine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit Iran. (19. Juni, 17.30 Uhr, Oranienplatz).

Ohne Barrieren widersetzen

Noch sitzt die AfD in keiner Landesregierung, trotzdem schimmert immer wieder durch, was droht, falls die Rechtsextremen irgendwann über exekutive Macht verfügen. Wie etwa letzte Woche, als die AfD versuchte, einen antifaschistischen Jugendkongress an der TU Berlin zu canceln.

Damit nie wieder Faschisten in Deutschland regieren, mobilisiert das Bündnis Widersetzen zum Protest gegen den AfD-Bundesparteitag am 4. Juli in Erfurt. Weil aber viele Menschen bei Demos und Aktionen auf unterschiedliche Barrieren stoßen, organisiert das Bündnis diese Woche zwei Treffen in der Potse. Dort können sich Personen, die Unterstützung benötigen, mit Teil­neh­me­r*in­nen vernetzen, die supporten möchten. (15. und 18. Juni, 18.30 Uhr, Potse Zollgarage, Columbiadamm 10, 12101 Berlin).

Musik und Politik

Der Tag der Sommersonnenwende ist in Berlin immer auch ein Tag für Musik unter freiem Himmel. Dann gibt es bei der Fête de la Musique Hunderte kostenlose Open-Air-Konzerte – in diesem Jahr sogar arbeitnehmerfreundlich am Sonntag.

Ebenso musikalisch, aber mit politischem Einschlag geht es beim Squat de la Musique in Friedrichshain und Rummelsburg zu: Linke Hausprojekte und Punkkneipen veranstalten Konzerte und Soli-Partys, etwa für Rojava. (21. Juni, 12–22 Uhr, verschiedene Orte).

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Hanno Fleckenstein

Hanno Fleckenstein Redakteur taz berlin

Schreibt für den Berliner Lokalteil der taz vor allem über Polizei, Justiz und Rechtsextremismus. Seit 2021 bei der taz, zuerst als Text-Chef in den Ressorts Inland und Wirtschaft+Umwelt. Hat Politikwissenschaft und Publizistik in Berlin und Maskat (Oman) studiert.
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